Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 90: Zeile 90:


Mit fortschreitender Zeit arbeiteten die britische Militärpolizei immer enger mit den deutschen Beamten zusammen. So führten sie beispielsweise im November 1945 eine gemeinsame, sehr erfolgreiche Razzia gegen den Schwarzmarkt durch, bei der große Mengen an schwarz gehandelter Ware beschlagnahmt und mehrere hundert Personen identifiziert oder verhaftet wurden.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 89</ref> Ein weiterer, bedeutender Schlag gelang im Februar 1947. Obwohl die Bevölkerung große Hungersnot in einem sehr strengen Winter litt, hielt dies Kriminelle nicht von ihrem Schaffen ab. Neben der Begehung von Überfällen agierte eine von einem nach außen hin eleganten Berliner namens ''Pik-Ass'' angeführte Bande, die zu einer regelrechten Landplage geworden war, im Schwarzmarkthandel. Statt die dringend benötigten Lebensmittel an die Verteilungsstellen zu liefern, versteckten sie große Mengen zuvor geraubten Fleisches und verkauften es zu horrenden Preisen an den Meistbietenden. Die Kriminalpolizei hatte den Straftätern zuvor mehrere Tage lang rund um die Uhr aufgelauert.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 163</ref>
Mit fortschreitender Zeit arbeiteten die britische Militärpolizei immer enger mit den deutschen Beamten zusammen. So führten sie beispielsweise im November 1945 eine gemeinsame, sehr erfolgreiche Razzia gegen den Schwarzmarkt durch, bei der große Mengen an schwarz gehandelter Ware beschlagnahmt und mehrere hundert Personen identifiziert oder verhaftet wurden.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 89</ref> Ein weiterer, bedeutender Schlag gelang im Februar 1947. Obwohl die Bevölkerung große Hungersnot in einem sehr strengen Winter litt, hielt dies Kriminelle nicht von ihrem Schaffen ab. Neben der Begehung von Überfällen agierte eine von einem nach außen hin eleganten Berliner namens ''Pik-Ass'' angeführte Bande, die zu einer regelrechten Landplage geworden war, im Schwarzmarkthandel. Statt die dringend benötigten Lebensmittel an die Verteilungsstellen zu liefern, versteckten sie große Mengen zuvor geraubten Fleisches und verkauften es zu horrenden Preisen an den Meistbietenden. Die Kriminalpolizei hatte den Straftätern zuvor mehrere Tage lang rund um die Uhr aufgelauert.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 163</ref>
Ungefähr zur selben Zeit richtete die britische Militärregierung mit Unterstützung der Stadtverwaltung und der Polizei im [[Haus Ihmels]] am [[Neuer Weg|Neuen Weg]] eine ''Fahrradkennzeichnungsstelle'' ein, um den grassierenden Fahrraddiebstählen Herr zu werden. Hierbei wurden der Name und der Wohnort des Besitzers nach Zahlung einer Gebühr von einer Reichsmark gut sichtbar in den Rahmen eingebrannt. Dazu erhielt der Besitzer eine von der Stadt abgestempelte Besitzkarte, die ihn als rechtmäßigen Eigentümer auswies.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 87</ref>


===Bundesrepublik Deutschland===
===Bundesrepublik Deutschland===