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== Geschichte ==
== Geschichte ==
Erste Überlegungen zum Bau einer Umgehungsstraße nach Norddeich existierten schon in den 1920er bis 1930er Jahren. Bereits damals plante man eine [[Autodamm|Umgehungsstraße]] im Osten der Stadt, etwas weiter westlich als die heutige. Die ungewöhnlich breite [[Lindenstraße]] ist wohl eines der wenigen, doch zugleiche Zeugnisse dieser Zeit.
Erste Überlegungen zum Bau einer Umgehungsstraße nach Norddeich existierten schon in den 1920er bis 1930er Jahren. Bereits damals plante man eine [[Autodamm|Umgehungsstraße]] im Osten der Stadt, etwas weiter westlich als die heutige. Die ungewöhnlich breite [[Lindenstraße]] ist wohl eines der wenigen, doch zugleiche Zeugnisse dieser Zeit. Die Planungen gestalteten sich dabei je nach Epoche äußerst unterschiedlich. Teilweise plante man eine Umgehungsstraße von [[Nadörst]] über [[Bargebur]], dann existieren Planungen über eine Anbindung über Hilgenriedersiel bis nach Norderney. Durch den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] kamen alle Projekte zum Erliegen, flammten in den 1950er Jahren jedoch wieder auf. Nun wollte man auch eine [[Südumgehung]] bauen. Alle Projekte scheiterten letztlich an der Finanzierung und am Widerstand der in der Innenstadt anliegenden Kaufleute, die erhebliche Einbußen befürchteten.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 59</ref>
 
Die Planungen gestalteten sich unterschiedlich. Teilweise plante man eine Umgehungsstraße von [[Nadörst]] über [[Bargebur]], dann existieren Planungen über eine Anbindung über Hilgenriedersiel bis nach Norderney. Durch den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] kamen alle Projekte zum Erliegen, flammten in den 1950er Jahren jedoch wieder auf. Nun wollte man auch eine [[Südumgehung]] bauen. Alle Projekte scheiterten letztlich an der Finanzierung und am Widerstand der in der Innenstadt anliegenden Kaufleute, die erhebliche Einbußen befürchteten.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 59</ref>


Fürsprecher sahen vor allem den Vorteil in einer Entlastung der Innenstadt durch den massiven Kraftfahrzeugverkehr, insbesondere durch das Urlauberaufkommen zur Nordsee während der Saison. Jeden Tag drängten sich tausende Kraftfahrzeuge durch die [[Bahnhofstraße]], [[Burggraben]], [[Am Markt]] und die [[Norddeicher Straße]]. Hierunter litten nicht nur die Straßenverhältnissen, sondern auch die Anwohner.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 52f.</ref> Gegner eines Baus befürchteten ein Aussterben des innerstädtischen Lebens und wirtschaftliche Einbußen für ansässige Betriebe. Auch Umweltschützer gehörten zu den Kritikern des Bauvorhabens. Diese befürchteten vor allem eine Störung von Gastvögeln.
Fürsprecher sahen vor allem den Vorteil in einer Entlastung der Innenstadt durch den massiven Kraftfahrzeugverkehr, insbesondere durch das Urlauberaufkommen zur Nordsee während der Saison. Jeden Tag drängten sich tausende Kraftfahrzeuge durch die [[Bahnhofstraße]], [[Burggraben]], [[Am Markt]] und die [[Norddeicher Straße]]. Hierunter litten nicht nur die Straßenverhältnissen, sondern auch die Anwohner.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 52f.</ref> Gegner eines Baus befürchteten ein Aussterben des innerstädtischen Lebens und wirtschaftliche Einbußen für ansässige Betriebe. Auch Umweltschützer gehörten zu den Kritikern des Bauvorhabens. Diese befürchteten vor allem eine Störung von Gastvögeln.


Letztlich erlangte man eine Einigung und begann 2006 mit ersten, vorbereitenden Bauarbeiten. Der Auftrag für die Erdarbeiten auf gesamter Streckenlänge und die Straßenbauarbeiten wurde nach Durchführung einer europaweiten Ausschreibung Mitte Juni 2007 erteilt. Die Auftragssumme betrug rund 11,1 Millionen Euro. Mit diesen Bauarbeiten wurde kurz darauf, im Juli 2007, begonnen.
Letztlich erlangte man eine Einigung und begann 2006 mit ersten, vorbereitenden Bauarbeiten. Der Auftrag für die Erdarbeiten auf gesamter Streckenlänge und die Straßenbauarbeiten wurde nach Durchführung einer europaweiten Ausschreibung Mitte Juni 2007 erteilt. Die Auftragssumme betrug rund 11,1 Millionen Euro. Mit diesen Bauarbeiten wurde kurz darauf, im Juli 2007, begonnen. Parallel zu den oben genannten Arbeiten liefen auch die Brückenbauarbeiten an der [[Kolkbrücke]] über das [[Norder Tief]] sowie drei Brücken über den [[Berumerfehnkanal]].
 
Parallel zu den oben genannten Arbeiten liefen auch die Brückenbauarbeiten an der [[Kolkbrücke]] über das [[Norder Tief]] sowie drei Brücken über den [[Berumerfehnkanal]].


Die Auftragserteilung für die restlichen, unmittelbaren Straßenbauarbeiten erfolgte im September 2007. Ungefähr zur selben Zeit wurden auch die Arbeiten zu einer erforderlichen Verlegung einer Weiche der [[Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland]] (MKO) im Bereich des [[Bahnhof Norden|Norder Bahnhofs]] sowie Arbeiten zur Aufhebung von zwei vorhandenen Bahnübergängen und zur Neuherstellung eines Bahnüberganges ausgeschrieben.
Die Auftragserteilung für die restlichen, unmittelbaren Straßenbauarbeiten erfolgte im September 2007. Ungefähr zur selben Zeit wurden auch die Arbeiten zu einer erforderlichen Verlegung einer Weiche der [[Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland]] (MKO) im Bereich des [[Bahnhof Norden|Norder Bahnhofs]] sowie Arbeiten zur Aufhebung von zwei vorhandenen Bahnübergängen und zur Neuherstellung eines Bahnüberganges ausgeschrieben.


Im Herbst 2009 wurde die Straße offiziell eröffnet. Bereits am 15. August 2008 wurde der Teilbereich zwischen der [[Ostermarscher Straße]] und der [[Hafenstraße]] formlos für den Verkehr freigegeben.
Beim Bau der Straße fanden Archäologen der Ostfriesischen Landschaft im [[Hooker]] (nahe des [[Goosbarg|Goosbargs]]) Reste einer Siedlung aus der Zeit zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert. Es handelte sich neben Gefäßen aus Keramik auch Hinweise auf einen Hochöfen, mit dem Eisen verhüttet wurde. Die Forscher deuteten dies als Hinweis auf ein reges handwerkliches Treiben, das sich nicht nur im Stadtkern, sondern auch im Norder Umland rege vollzog.


Vor der vollständigen Freigabe der Straße für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr nutzten viele die Gelegenheit und befuhren die Strecke mit dem Fahrrad. Heute ist es gänzlich verboten, die Straße mit Fahrrädern zu befahren.
Im Herbst 2009 wurde die Straße offiziell eröffnet. Bereits am 15. August 2008 wurde der Teilbereich zwischen der [[Ostermarscher Straße]] und der [[Hafenstraße]] formlos für den Verkehr freigegeben. Vor der vollständigen Freigabe der Straße für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr nutzten viele die Gelegenheit und befuhren die Strecke mit dem Fahrrad. Heute ist es gänzlich verboten, die Straße mit Fahrrädern zu befahren.


Zur ökologischen Kompensierung der nun versiegelten Flächen und als Ersatz für die dort entwerteten Vogellebensräume für Gastvögel wurde hinter der ehemaligen Sendestelle von [[Norddeich Radio]] in [[Osterloog]] eine komplette Umgestaltung des Sendemastengeländes vorgenommen.
Zur ökologischen Kompensierung der nun versiegelten Flächen und als Ersatz für die dort entwerteten Vogellebensräume für Gastvögel wurde hinter der ehemaligen Sendestelle von [[Norddeich Radio]] in [[Osterloog]] eine komplette Umgestaltung des Sendemastengeländes vorgenommen.