Vierzig Diemat: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Ulrich II. Cirksena|Graf Ulrich II.]] verkaufte das Land 1631 schließlich an einen [[Amtmann]] namens Rautenstein aus Varel, vermutlich aus Geldmangel infolge des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Kriegs]]. Die nachfolgende Nutzung ist ungewiss, vermutlich wurde das Land verpachtet und für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Nach dem Abbruch der Burg gehörte das Land um Vierzig Diemat zum [[Kaufmannsches Haus|Kaufmannschen Haus]], auch wenn nicht klar ist, ob die Besitzer des Hauses das Land dem Amtmann abkauften oder es von ihm pachteten. | [[Ulrich II. Cirksena|Graf Ulrich II.]] verkaufte das Land 1631 schließlich an einen [[Amtmann]] namens Rautenstein aus Varel, vermutlich aus Geldmangel infolge des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Kriegs]]. Die nachfolgende Nutzung ist ungewiss, vermutlich wurde das Land verpachtet und für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Nach dem Abbruch der Burg gehörte das Land um Vierzig Diemat zum [[Kaufmannsches Haus|Kaufmannschen Haus]], auch wenn nicht klar ist, ob die Besitzer des Hauses das Land dem Amtmann abkauften oder es von ihm pachteten. | ||
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts unternahm die [[Stadt Norden]] erste Landkäufe von der noch bis 1972 eigenständigen [[Gemeinde Westermarsch I]], um Platz für einen [[Schlachthof]] und ein [[Gaswerk]] zu schaffen. In dem seinerzeit nur gut 0,9 | Gegen Ende des 19. Jahrhunderts unternahm die [[Stadt Norden]] erste Landkäufe von der noch bis 1972 eigenständigen [[Gemeinde Westermarsch I]], um Platz für einen [[Schlachthof]] und ein [[Gaswerk]] zu schaffen. In dem seinerzeit nur gut 0,9 km² kleinen Stadtgebiet war hierfür schlichtweg kein Platz, weshalb die Stadt immer wieder Ländereien zukaufen musste. Als die Bevölkerung durch Zuzug von Vertriebenen und Flüchtlingen nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] regelrecht explodierte und dringend weiteres Bauland benötigt wurde, erwarb die Stadt im Jahre 1952 weiteres Land von der Westermarscher Gemeinde. Da dieses etwa 23 Hektar große Land in der mittelalterlichen Maßeinheit ''[[Diemat]]'' etwa ''40 Diemat'' entsprach, bürgerte sich bald der Name dafür ein und hat sich bis heute im allgemeinen Sprachgebrauch erhalten. | ||
Insgesamt erbaute der Erschließungsträger ''Neue Heimat'' ab etwa 1968 ganze 141 Wohnungen in Mehrparteienhäusern (Wohnblocks) sowie die ''Niedersächsische Heimstätte'' weitere 96 Eigenheime, die dem Stadtviertel bis heute seine charakteristische Prägung geben.<ref>Leiner, Karl (1972): Norden. Gestern heute morgen, Norden, S. 78</ref> Die meisten Gebäude, sei es in Vierzig Diemat, in [[Neustadt]] oder anderswo, waren zu dieser Zeit von weitestgehend einheitlichem Aussehen. Erst in den 1970er Jahren setzte sich der Trend zu einer Individualbebauung durch, der sich in größerer Ausprägung vor allem im Umfeld der [[Heinrich-Heine-Straße]] erstmals offenbarte. Aus diesem Grund nannten die ärmeren Stadtbewohner diese Baugebiete in Abgrenzung zu den ihren spöttisch ''[[Millionenviertel]]''. | Insgesamt erbaute der Erschließungsträger ''Neue Heimat'' ab etwa 1968 ganze 141 Wohnungen in Mehrparteienhäusern (Wohnblocks) sowie die ''Niedersächsische Heimstätte'' weitere 96 Eigenheime, die dem Stadtviertel bis heute seine charakteristische Prägung geben.<ref>Leiner, Karl (1972): Norden. Gestern heute morgen, Norden, S. 78</ref> Die meisten Gebäude, sei es in Vierzig Diemat, in [[Neustadt]] oder anderswo, waren zu dieser Zeit von weitestgehend einheitlichem Aussehen. Erst in den 1970er Jahren setzte sich der Trend zu einer Individualbebauung durch, der sich in größerer Ausprägung vor allem im Umfeld der [[Heinrich-Heine-Straße]] erstmals offenbarte. Aus diesem Grund nannten die ärmeren Stadtbewohner diese Baugebiete in Abgrenzung zu den ihren spöttisch ''[[Millionenviertel]]''. | ||
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Die südliche Straßenseite von [[Am Norder Tief]] ist eines der [[Gewerbegebiete]] von Norden. Hier befinden sich mehrere Betriebe, unter anderem der ''Kiebitzmarkt'' als Nachfolger des ursprünglich am [[Vossenhus]] ansässigen [[Mennenga & Poppinga|Landhandels Mennenga & Poppinga]]. Am westlichen Ende liegen das [[Klärwerk]] sowie der [[Bauhof]] der [[Stadt Norden]]. Bis zum [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] befand sich dort auf dem [[Zuckerpolder]] noch eine [[Ziegelei (Vierzig Diemat) |Ziegelei]] und einst auch [[Zuckerraffinerie]]. | Die südliche Straßenseite von [[Am Norder Tief]] ist eines der [[Gewerbegebiete]] von Norden. Hier befinden sich mehrere Betriebe, unter anderem der ''Kiebitzmarkt'' als Nachfolger des ursprünglich am [[Vossenhus]] ansässigen [[Mennenga & Poppinga|Landhandels Mennenga & Poppinga]]. Am westlichen Ende liegen das [[Klärwerk]] sowie der [[Bauhof]] der [[Stadt Norden]]. Bis zum [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] befand sich dort auf dem [[Zuckerpolder]] noch eine [[Ziegelei (Vierzig Diemat) |Ziegelei]] und einst auch [[Zuckerraffinerie]]. | ||
Seit Mitte der 2010er Jahren bestehen Planungen für ein weiteres Neubaugebiet (Planbezeichnung: ''Südlich [[Wigboldstraße]]'') westlich des ''Bürgermeisterviertels''. Nicht zuletzt wegen der Unkenntnis der Planenden über die Historie dieser Ländereien verzögerte sich der Bau auf nicht absehbare Zeit, was für große Kritik in der bauwilligen Bevölkerung sorgt. So war zuletzt der [[Neuer Süderdeich|Süderdeich von 1581]] ausgegraben worden | Seit Mitte der 2010er Jahren bestehen Planungen für ein weiteres Neubaugebiet (Planbezeichnung: ''Südlich [[Wigboldstraße]]'') westlich des ''Bürgermeisterviertels''. Nicht zuletzt wegen der Unkenntnis der Planenden über die Historie dieser Ländereien verzögerte sich der Bau auf nicht absehbare Zeit, was für große Kritik in der bauwilligen Bevölkerung sorgt. So war zuletzt der [[Neuer Süderdeich|Süderdeich von 1581]] ausgegraben worden. Kritisiert wurde ebenso, dass die Norder Kernstadt ausreichend Bauflächen bietet und man dennoch das ländlich geprägte Westermarsch I zur Bebauung vorzog. | ||
Doch nicht nur die Bodenuntersuchungen durch den Archäologischen Dienst verzögerten den Baubeginn. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung wurde von der Investorin als ''teilweise katastrophal'' bezeichnet. Im Zuge der [[COVID 19-Pandemie]] und der Inflationskrise ab 2022 stiegen dann die Erschließungskosten derart stark an, dass nicht nur die Quadratmeterpreise für das Bauland exorbitant stiegen, sondern auch kaum Bauinteressenten vorhanden waren, die sich einen Neubau noch leisten konnten. Als die Stadtverwaltung - obwohl bereits die Vormerkungen für die Grundstücke im Gange war - Mitte 2024 plötzlich mit weiteren, kostenintensiven Auflagen aufwartete, beschloss die Investorin nach acht Jahren der Projektierung, das Bauvorhaben einzustellen. | |||
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