Jugendheim (Klosterstraße): Unterschied zwischen den Versionen
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Das Jugendheim wurde im Hauptgebäude der altehrwürdigen und überregional bekannten ''[[Zichorienfabrik]] [[Ubbo Otten|Otten]]'' errichtet, die mindestens seit 1895 existierte.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Die Fabrik, die in ihren besten Jahren 22 Mitarbeiter hatte, ging in den 1920er Jahren ein, das Hauptgebäude wurde daraufhin 1930 von der sozialistischen ''Arbeitersportbewegung'' erworben und in weitestgehend ehrenamtlicher Basis restauriert.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 181</ref><ref name=":0">Freiwillige Feuerwehr Norden (1986): 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr der Stadt Norden, Norden, S. 18</ref> Es war fortan als ''Jugendheim'' bekannt und wurde wegen der ideologischen Nähe auch von der Kinder- und Jugendabteilung der [[Freie Turnerschaft|''Freien Turnerschaft'']] genutzt.<ref>Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 5</ref> Neben den Freien Turnern nutzte noch der ''[[Radfahrverein Frisch Auf]]'' den Saal für seine Kunstübungen. Auch dieser Verein stand der Arbeiterbewegung nahe.<ref name=":2">Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 16</ref> Ebenso wurde der Saal des Jugendheims regelmäßig für Zusammenkünfte der [[SPD Norden|Sozialdemokraten]] genutzt.<ref name=":4">Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 201</ref> | Das Jugendheim wurde im Hauptgebäude der altehrwürdigen und überregional bekannten ''[[Zichorienfabrik]] [[Ubbo Otten|Otten]]'' errichtet, die mindestens seit 1895 existierte.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Die Fabrik, die in ihren besten Jahren 22 Mitarbeiter hatte, ging in den 1920er Jahren ein, das Hauptgebäude wurde daraufhin 1930 von der sozialistischen ''Arbeitersportbewegung'' erworben und in weitestgehend ehrenamtlicher Basis restauriert.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 181</ref><ref name=":0">Freiwillige Feuerwehr Norden (1986): 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr der Stadt Norden, Norden, S. 18</ref> Es war fortan als ''Jugendheim'' bekannt und wurde wegen der ideologischen Nähe auch von der Kinder- und Jugendabteilung der [[Freie Turnerschaft|''Freien Turnerschaft'']] genutzt.<ref>Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 5</ref> Neben den Freien Turnern nutzte noch der ''[[Radfahrverein Frisch Auf]]'' den Saal für seine Kunstübungen. Auch dieser Verein stand der Arbeiterbewegung nahe.<ref name=":2">Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 16</ref> Ebenso wurde der Saal des Jugendheims regelmäßig für Zusammenkünfte der [[SPD Norden|Sozialdemokraten]] genutzt.<ref name=":4">Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 201</ref> | ||
Schon kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 wurde die Arbeitersportbewegung von den neuen Machthabern zur Auflösung gezwungen. Das Jugendheim wurde den Sozialisten mit Wirkung zum 26. April 1933 entrissen, blieb jedoch als solches vorerst in kommunaler Hand bestehen, ehe es kurz nach Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] zu einer Konservenfabrik umgebaut wurde.<ref name=":0" /><ref name=":4" /> Diese war unter den Namen ''Ulrich Sabarth'' über die Stadtgrenzen bekannt und zog nach dem Krieg auf das (ehemalige) Wehrmachtsgelände in Hage, wo sich heute die Firma ''cwTec GmbH'' befindet.<ref name=":1">Zeitzeugenbefragung vom 15. Oktober 2021</ref> Die 1949 zurückgegebenen und nun wieder freien Räumlichkeiten wurden ab 1953 erneut vom Radfahrverein genutzt.<ref name=":2" /><ref>Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 41</ref> Auch fand hier wegen der durch den großen Flüchtlingszustrom stark gestiegenen Schülerzahlen ein Teil des Unterrichts der [[Gewerbeschule]] statt.<ref name=":3">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 81</ref> Zudem konnte das Gebäude wieder als Jugendherberge dienen. | Schon kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 wurde die Arbeitersportbewegung von den neuen Machthabern zur Auflösung gezwungen. Das Jugendheim wurde den Sozialisten mit Wirkung zum 26. April 1933 entrissen, blieb jedoch als solches vorerst in kommunaler Hand bestehen, ehe es kurz nach Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] zu einer Konservenfabrik umgebaut wurde.<ref name=":0" /><ref name=":4" /> Diese war unter den Namen ''Ulrich Sabarth'' über die Stadtgrenzen bekannt und zog nach dem Krieg auf das (ehemalige) Wehrmachtsgelände in Hage, wo sich heute die Firma ''cwTec GmbH'' befindet.<ref name=":1">Zeitzeugenbefragung vom 15. Oktober 2021</ref> Ein freier Raum wurde von der nationalsozialistischen Organisation ''Bund Deutscher Mädel'' als Heim genutzt.<ref>Forster, Hans / Schwickert, Günther (1988): Norden. Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz, Norden, S. 92</ref> | ||
Die 1949 zurückgegebenen und nun wieder freien Räumlichkeiten wurden ab 1953 erneut vom Radfahrverein genutzt.<ref name=":2" /><ref>Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 41</ref> Auch fand hier wegen der durch den großen Flüchtlingszustrom stark gestiegenen Schülerzahlen ein Teil des Unterrichts der [[Gewerbeschule]] statt.<ref name=":3">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 81</ref> Zudem konnte das Gebäude wieder als Jugendherberge dienen. | |||
Ein Nebengebäude der einstigen Fabrik wurde nach dem Erwerb durch die [[Stadt Norden]] ab 1933 als Unterstellmöglichkeit für den wachsenden Fuhrpark der [[Feuerwehr Norden|Feuerwehr]] genutzt. Das 1936 erbaute [[Altes Feuerwehrhaus|Feuerwehrhaus]] selbst wurde schließlich auf dem Grund ehemaliger Arbeiterwohnungen der Fabrik errichtet, die im Aussehen denen der Häuser am östlichen [[Burggraben]] ähnelten.<ref name=":0" /> | Ein Nebengebäude der einstigen Fabrik wurde nach dem Erwerb durch die [[Stadt Norden]] ab 1933 als Unterstellmöglichkeit für den wachsenden Fuhrpark der [[Feuerwehr Norden|Feuerwehr]] genutzt. Das 1936 erbaute [[Altes Feuerwehrhaus|Feuerwehrhaus]] selbst wurde schließlich auf dem Grund ehemaliger Arbeiterwohnungen der Fabrik errichtet, die im Aussehen denen der Häuser am östlichen [[Burggraben]] ähnelten.<ref name=":0" /> | ||