Bezugs- und Absatzgenossenschaft: Unterschied zwischen den Versionen
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Zu Beginn verfügte die Genossenschaft noch über keine Lagerräume, weshalb die Landwirte ihre Waren direkt am [[Bahnhof Norden|Bahnhof]] in Empfang nehmen mussten. Später wurden die Güter beim [[Kornhaus Weerda]] gelagert und von dort ausgeliefert. Erste Schwierigkeiten ließen dabei nicht lange auf sich warten. Die aufkommende Inflation in den 1920er Jahren brachte die Genossenschaft, wie die gesamtdeutsche Wirtschaft in große Bedrängnis. Obwohl in den Folgejahren die Mitgliederzahlen stetig stiegen (das Eintrittsgeld in die Genossenschaft betrug lediglich 20 Reichsmark, ein Geschäftsanteil kostetete 100 Reichsmark), blieben die Warenumsätze niedrig. Nach Ende der Inflation, spätestens ab 1932, gelang schließlich der Einstieg in den ertragreichen Getreidehandel.<ref name=":0" /> | Zu Beginn verfügte die Genossenschaft noch über keine Lagerräume, weshalb die Landwirte ihre Waren direkt am [[Bahnhof Norden|Bahnhof]] in Empfang nehmen mussten. Später wurden die Güter beim [[Kornhaus Weerda]] gelagert und von dort ausgeliefert. Erste Schwierigkeiten ließen dabei nicht lange auf sich warten. Die aufkommende Inflation in den 1920er Jahren brachte die Genossenschaft, wie die gesamtdeutsche Wirtschaft in große Bedrängnis. Obwohl in den Folgejahren die Mitgliederzahlen stetig stiegen (das Eintrittsgeld in die Genossenschaft betrug lediglich 20 Reichsmark, ein Geschäftsanteil kostetete 100 Reichsmark), blieben die Warenumsätze niedrig. Nach Ende der Inflation, spätestens ab 1932, gelang schließlich der Einstieg in den ertragreichen Getreidehandel.<ref name=":0" /> | ||
1946 mietete die Genossenschaft die ehemalige [[Reichsgetreidehalle | 1946 mietete die Genossenschaft die ehemalige [[Reichsgetreidehalle]] an, ehe sie 1948 einen Neubau am [[Norder Tief]] errichtete. Da die Lagerkapazitäten in den Folgejahren durch die stetig steigende Effizienz der Landwirtschaft durch die Motorisierung immer geringer wurden, baute die Genossenschaft bis 1967 weitere Bauten am neuen Standort an der nach der Genossenschaft benannten [[Raiffeisenstraße]].<ref name=":0" /> Dem Zeitgeist entsprechend wurden vor allem Asbestplatten verwendet. Dieser Baustoff galt damals als Wunderwerkstoff, denn er war robust, feuerfest und vor allem günstig. Die erheblichen Gesundheitsgefahren waren der breiten Massen noch unbekannt. | ||
1968 entstand eine Getreidereinigungs- und Beizanlage, 1972 wurde die ehemalige [[Kalkmühle]] in [[Süderneuland II]] erworben. Drei Jahre später wurde das frühere Kohlenlager der Firma ''T. J. de Vries'' in den Gebäudekomplex an der Raiffeisenstraße nach Erwerb einbezogen.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 273</ref> Nicht zuletzt dank der nun ausreichend vorhandenen Lagerkapazitäten konnte die Genossenschaft ihre Absätze in den Folgejahren immer weiter steigen, ehe sie 2009 ein abruptes Ende fand. Der Gebäudekomplex wurde nach mehreren Jahren des Leerstands im Jahre 2017 abgebrochen. Zuletzt war seit dem 3. Juli 2010 die Genossenschaft ''GS Agri'' hier ansässig. Als Grund für die Aufgabe des Norder Standorts gab der Vorstand der Agravis Ems-Jade, einer Tochtergesellschaft der Raiffeisen-Warengenossenschaft, ''allgemeinen Strukturwandels in der Landwirtschaft'' angegeben.<ref>[https://www.oz-online.de/-printartikel/3797513/Nachfolger-fuer-frueheren-Raiffeisen-Markt-Die-Genossenschaft Online-Bericht der Ostfriesen Zeitung vom 25. Juni 2010], abgerufen am 15. Juli 2021</ref> | 1968 entstand eine Getreidereinigungs- und Beizanlage, 1972 wurde die ehemalige [[Kalkmühle]] in [[Süderneuland II]] erworben. Drei Jahre später wurde das frühere Kohlenlager der Firma ''T. J. de Vries'' in den Gebäudekomplex an der Raiffeisenstraße nach Erwerb einbezogen.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 273</ref> Nicht zuletzt dank der nun ausreichend vorhandenen Lagerkapazitäten konnte die Genossenschaft ihre Absätze in den Folgejahren immer weiter steigen, ehe sie 2009 ein abruptes Ende fand. Der Gebäudekomplex wurde nach mehreren Jahren des Leerstands im Jahre 2017 abgebrochen. Zuletzt war seit dem 3. Juli 2010 die Genossenschaft ''GS Agri'' hier ansässig. Als Grund für die Aufgabe des Norder Standorts gab der Vorstand der Agravis Ems-Jade, einer Tochtergesellschaft der Raiffeisen-Warengenossenschaft, ''allgemeinen Strukturwandels in der Landwirtschaft'' angegeben.<ref>[https://www.oz-online.de/-printartikel/3797513/Nachfolger-fuer-frueheren-Raiffeisen-Markt-Die-Genossenschaft Online-Bericht der Ostfriesen Zeitung vom 25. Juni 2010], abgerufen am 15. Juli 2021</ref> | ||