Jugendheim (Klosterstraße): Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Jugendheim''' an der [[Klosterstraße]] war ein Kinder- und Jugendheim, das am 27. Juli 1931 eingerichtet wurde. Es wurde von der sogenannten ''Arbeitersportbewegung'', einer sozialistischen Sportbewegung, die in Deutschland von von 1893 bis 1933 existierte, unterhalten | Das '''Jugendheim''' an der [[Klosterstraße]] war ein Kinder- und Jugendheim, das am 27. Juli 1931 eingerichtet wurde. Es wurde von der sogenannten ''Arbeitersportbewegung'', einer sozialistischen Sportbewegung, die in Deutschland von von 1893 bis 1933 existierte, unterhalten. | ||
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] fand hier wegen der durch den großen Flüchtlingszustrom stark gestiegenen Schülerzahlen ein Teil des Unterrichts der [[Gewerbeschule]] statt.<ref name=":3">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 81</ref> 1959 wurde das | == Geschichte == | ||
Das Jugendheim wurde im Hauptgebäude der altehrwürdigen und überregional bekannten ''Zichorienfabrik Otten'' errichtet, die mindestens seit 1895 existierte.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Die Fabrik ging in den 1920er Jahren ein, das Hauptgebäude wurde daraufhin 1930 von der ''Arbeitersportbewegung'' erworben und in weitestgehend ehrenamtlicher Basis restauriert. Es war fortan als ''Jugendheim'' bekannt. Ein Nebengebäude der Zichorienfabrik wurde nach dem Erwerb durch die [[Stadt Norden]] als Unterstellmöglichkeit für den wachsenden Fuhrpark genutzt. Das Feuerwehrhaus selbst wurde schließlich auf dem Grund ehemaliger Arbeiterwohnungen der Fabrik errichtet, die im Aussehen denen der Häuser am östlichen [[Burggraben]] ähnelten.<ref name=":0">Freiwillige Feuerwehr Norden (1986): 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr der Stadt Norden, Norden, S. 18</ref> | |||
Schon kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 wurde die sozialistische Arbeitersportbewegung von den neuen Machthabern zur Auflösung gezwungen. Das Jugendheim blieb zunächst bestehen, wurde jedoch kurz nach Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] zu einer Konservenfabrik umgebaut.<ref name=":0" /> Diese war unter den Namen ''Ulrich Sabarth'' über die Stadtgrenzen bekannt und zog nach dem Krieg auf das ehemalige Wehrmachtsgelände in Hage, wo sich heute die FIrma ''cwTec GmbH'' befindet.<ref name=":1">Zeitzeugenbefragung vom 15. Oktober 2021</ref> | |||
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] fand hier wegen der durch den großen Flüchtlingszustrom stark gestiegenen Schülerzahlen ein Teil des Unterrichts der [[Gewerbeschule]] statt.<ref name=":3">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 81</ref> 1959 wurde das Nebengebäude durch neue Fahrzeughallen ersetzt, das Hauptgebäude wurde 1974 für den Bau der [[Feuerwehrtechnische Zentrale|Feuerwehrtechnischen Zentrale]] abgebrochen.<ref name=":1" /> | |||
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Datei:Klosterstraße Jugendheim vermutlich um 1920 01.jpg|Das Jugendheim auf einer Postkarte. | Datei:Klosterstraße Jugendheim vermutlich um 1920 01.jpg|Das Jugendheim auf einer Postkarte von 1931. Oben links ist die alte Zichorienfabrik zu erkennen. | ||
Datei:Klosterstraße Jugendheim Feuerwehrhaus Zichorienfabrik Otten Feuerwehrtechnische Zentrale FTZ 1974 01.jpg|Der Abriss des Jugendheims im Jahre 1974. Rechts ist das [[Altes Feuerwehrhaus|Alte Feuerwehrhaus]] zu erkennen. | |||
Datei:Klosterstraße 8 Altes Feuerwehrhaus 14 02 2009 01.jpg|Bei den drei linken Hallen stand das besagte Nebengebäude, das Hauptgebäude befand sich am rechten Bildrand. Aufnahme vom 14. Februar 2009. | |||
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Version vom 20. Oktober 2021, 19:36 Uhr
Jugendheim | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1930 - 1931 | |||||||
| Erbauer | Arbeitersportbewegung | |||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau | |||||||
| Erhaltungszustand | 1974 abgebrochen | |||||||
| Genaue Lage | Klosterstraße 7
26506 Norden | |||||||
Das Jugendheim an der Klosterstraße war ein Kinder- und Jugendheim, das am 27. Juli 1931 eingerichtet wurde. Es wurde von der sogenannten Arbeitersportbewegung, einer sozialistischen Sportbewegung, die in Deutschland von von 1893 bis 1933 existierte, unterhalten.
Geschichte
Das Jugendheim wurde im Hauptgebäude der altehrwürdigen und überregional bekannten Zichorienfabrik Otten errichtet, die mindestens seit 1895 existierte.[1] Die Fabrik ging in den 1920er Jahren ein, das Hauptgebäude wurde daraufhin 1930 von der Arbeitersportbewegung erworben und in weitestgehend ehrenamtlicher Basis restauriert. Es war fortan als Jugendheim bekannt. Ein Nebengebäude der Zichorienfabrik wurde nach dem Erwerb durch die Stadt Norden als Unterstellmöglichkeit für den wachsenden Fuhrpark genutzt. Das Feuerwehrhaus selbst wurde schließlich auf dem Grund ehemaliger Arbeiterwohnungen der Fabrik errichtet, die im Aussehen denen der Häuser am östlichen Burggraben ähnelten.[2]
Schon kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 wurde die sozialistische Arbeitersportbewegung von den neuen Machthabern zur Auflösung gezwungen. Das Jugendheim blieb zunächst bestehen, wurde jedoch kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs zu einer Konservenfabrik umgebaut.[2] Diese war unter den Namen Ulrich Sabarth über die Stadtgrenzen bekannt und zog nach dem Krieg auf das ehemalige Wehrmachtsgelände in Hage, wo sich heute die FIrma cwTec GmbH befindet.[3]
Nach dem Zweiten Weltkrieg fand hier wegen der durch den großen Flüchtlingszustrom stark gestiegenen Schülerzahlen ein Teil des Unterrichts der Gewerbeschule statt.[4] 1959 wurde das Nebengebäude durch neue Fahrzeughallen ersetzt, das Hauptgebäude wurde 1974 für den Bau der Feuerwehrtechnischen Zentrale abgebrochen.[3]
Galerie
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Das Jugendheim auf einer Postkarte von 1931. Oben links ist die alte Zichorienfabrik zu erkennen.
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Der Abriss des Jugendheims im Jahre 1974. Rechts ist das Alte Feuerwehrhaus zu erkennen.
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Bei den drei linken Hallen stand das besagte Nebengebäude, das Hauptgebäude befand sich am rechten Bildrand. Aufnahme vom 14. Februar 2009.