Burggraben: Unterschied zwischen den Versionen
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Historisch betrachtet war der Burggraben als einzige Straße der Stadt keiner [[Kluft]] zugeordnet.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 9</ref> Dies ist wohl noch in gesonderten Privilegien des ehemaligen [[Oldeborg|Burgherren]] begründet. Der Burgherr knüpfte die Baugenehmigung für die erste Bebauung entlang des heutigen Straßenzüges an die Bedingung, dass die Bewohner ihm fortan entgeltlos für Botengänge zur Verfügung stehen mussten. Dieses Privileg ging offenbar im Laufe der Zeit auf den [[Amtsverwalter]] über.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 195</ref> | Historisch betrachtet war der Burggraben als einzige Straße der Stadt keiner [[Kluft]] zugeordnet.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 9</ref> Dies ist wohl noch in gesonderten Privilegien des ehemaligen [[Oldeborg|Burgherren]] begründet. Der Burgherr knüpfte die Baugenehmigung für die erste Bebauung entlang des heutigen Straßenzüges an die Bedingung, dass die Bewohner ihm fortan entgeltlos für Botengänge zur Verfügung stehen mussten. Dieses Privileg ging offenbar im Laufe der Zeit auf den [[Amtsverwalter]] über.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 195</ref> | ||
1976 wurde die Straße erheblich ausgebaut und erweitert, um dem wachsenden Straßenverkehr Herr zu werden.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 79</ref> | 1976 wurde die Straße erheblich ausgebaut und erweitert, um dem wachsenden Straßenverkehr Herr zu werden.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 79</ref> Dabei entgingen die historischen Bauten des Burggrabens nur knapp dem Schicksal der benachbarten Bauten von [[Kirchstraße]], [[Sielstraße]] sowie der umliegenden Wege, die im Rahmen der [[Altstadtsanierung]] abgebrochen wurden. Norden verlor dadurch unwiderbringlich einen Großteil seiner historischen Bausubstanz. Die dort entstandenen, schmucklosen Hochhäusern führten wenige Jahre nach ihrer Fertigstellung zu massiver Kritik und einem kollektiven Umdenken, sodass man die Häuser am Burggraben bewahrte und sanierte, anstatt sie zu planieren.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 24</ref> | ||
== Gebäude und Plätze == | == Gebäude und Plätze == | ||
Version vom 24. August 2021, 19:50 Uhr
Burggraben | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Stadtteil/-viertel | Norden | |||||||
| Erschließungsjahr | vor 1500 / nach 1285 | |||||||
| Namensgebung | unbekannt | |||||||
| Historische Namen | Am Burggraben
Burggraft | |||||||
Der Burggraben ist eine Landesstraße (L27) in Norden und liegt im Stadtviertel Norden. Die Straße führt den aus nordöstlicher Richtung kommenden Straßenverlauf der Straße Am Markt in südöstliche Richtung fort, bis sie in die Bahnhofstraße übergeht. Südwestlich grenzen die Fabriciusstraße, die Knyphausenstraße und die Schlachthausstraße an. Nordöstlich Am Alten Siel und die Gaswerkstraße. Gekreuzt wird der Burggraben in seinen südlichen Ausläufern von Am Hafen.
Geschichte
Herkunft des Namens
Ihren Namen hat die Straße von der Oldeborg (Alte Burg) bekommen, die im Winkel der Straßen Burggraben und Hooge Riege auf einem vier Diemat großen Flurstück mit einem tiefen Graben außerhalb der damaligen Stadtgrenze lag und wohl von dem Häuptlingsgeschlecht der Idzinga erbaut wurden. Die Häuser auf dem östlichen Straßenzug waren vermutlich für die Burgbediensteten vorgesehen.[1] Ubbo Emmius unterscheidet zwischen der neuen und alten Burg und schreibt: "...die alte Burg, die sehr nahe bei den Deichen mit der Stadt (Norden) zusammenhing".
Entwicklung
Der Straßenverlauf wurde im Laufe der Jahre mehrfach geändert. Noch um 1895 verlief er in gerader Linie vom Marktplatz bis zum Norder Hafen und umfasste dabei auch die heutige Schlachthausstraße.[2] Bis zum Neubau der Umgehungsstraße war der Burggraben zudem Teil der Bundesstraße 72. Historische Straßenbezeichnungen sind Am Burggraben und Burggraft.
Historisch betrachtet war der Burggraben als einzige Straße der Stadt keiner Kluft zugeordnet.[3] Dies ist wohl noch in gesonderten Privilegien des ehemaligen Burgherren begründet. Der Burgherr knüpfte die Baugenehmigung für die erste Bebauung entlang des heutigen Straßenzüges an die Bedingung, dass die Bewohner ihm fortan entgeltlos für Botengänge zur Verfügung stehen mussten. Dieses Privileg ging offenbar im Laufe der Zeit auf den Amtsverwalter über.[4]
1976 wurde die Straße erheblich ausgebaut und erweitert, um dem wachsenden Straßenverkehr Herr zu werden.[5] Dabei entgingen die historischen Bauten des Burggrabens nur knapp dem Schicksal der benachbarten Bauten von Kirchstraße, Sielstraße sowie der umliegenden Wege, die im Rahmen der Altstadtsanierung abgebrochen wurden. Norden verlor dadurch unwiderbringlich einen Großteil seiner historischen Bausubstanz. Die dort entstandenen, schmucklosen Hochhäusern führten wenige Jahre nach ihrer Fertigstellung zu massiver Kritik und einem kollektiven Umdenken, sodass man die Häuser am Burggraben bewahrte und sanierte, anstatt sie zu planieren.[6]
Gebäude und Plätze
Entlang der Straße befinden sich hauptsächlich Wohnhäuser. Insbesondere jene, die auf der östlichen Straßenseite zwischen Am Markt und Am Alten Siel liegen spiegeln den einstigen Charakter der heute mit Wohnblocks überbauten Siedlung rund um die Kirchstraße und Sielstraße wider. Die Westseite konnte erst nach 1929 nach Fertigstellung des Leybuchtsiels bebaut werden, denn das niedrig gelegene Land war nicht sturmflutsicher. Im Hypothekenbuch ist zu lesen: "Sämtliche Einwohner bey der Burggrafte sind schuldig zu laufen, wohin der Amtsverwalter zu Norden die zu senden nötig findet. Was über 2 Meilen ist, wird ihnen bezahlet, als wenn etwa einer nach Wittmund zu schicken wäre, so wird ihm wegen der dritten Meile das Bothenlohn gegeben.".[4][7]
Galerie
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Burggraben 7 - hier noch mit Friseurgeschäft - Aufnahme vom 10. April 2005.
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Blick in Richtung Kirchstraße - Gebäude Nr. 13 fehlt - Aufnahme vom 10. April 2005.
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Burggraben 41 - Aufnahme vom 1. Mai 2005.
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Burggraben 46 - Aufnahme vom 1. Mai 2005.
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Burggraben 33 - Autovermietung Janssen - Aufnahme vom 21. Mai 2006.
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Blick in Richtung Sielstraße - Aufnahme vom 21. Mai 2006.
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Burggraben 41 - nach Renovierung - Aufnahme vom 17. September 2006.
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Blick in Richtung Norder Tief mit alter Verkehrsführung - Aufnahme vom 13. Mai 2009.
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Blick in die Straße, hier noch mit alter Verkehrsführung - Aufnahme vom 13. Mai 2010.
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Beginn Neubau Nr. 13 - Aufnahme vom 20. Juli 2011.
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Blick in die Straße, jetzt mit neuer Verkehrsführung - Aufnahme vom 26. November 2012.
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Burggraben 13 - Fertigstellung - Aufnahme vom 16. April 2014.
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Häuserzeile - Aufnahme vom 14. April 2015.
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Blick auf Circus Bernardo - Aufnahme vom 16. August 2017.
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Burggraben 7 - Renovierung - Aufnahme vom 30. Juni 2019.
Einzelnachweise
- ↑ Übersicht über sach- und personenbezogene Straßennamen der Stadt Norden
- ↑ Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
- ↑ Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 9
- ↑ 4,0 4,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 195
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 79
- ↑ Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 24
- ↑ Schreiber, Gretje (1999): Norder Häuser, Bewohner Burggraben, Hooge Riege, Mennonitenlohne (I), in: Ostfriesischer Kurier 31.Juli / 1. August 1999, S. 7 mit Ergänzungen