Haus Gronewold: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 11. Juli 2021, 22:51 Uhr
Haus Gronewold | ||||||||
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| {{#multimaps: | Title = Haus Gronewold | Text = Gebäude in Norden | center = 53.59516111047924, 7.2016810995061995 | circle = 53.59516111047924, 7.2016810995061995 : 18 | zoom = 18 | width = 300px | height = 300px
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | um 1544 | |||||||
| Erbauer | unbekannt | |||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Am Markt 46
26506 Norden | |||||||
Das Haus Gronewold gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt und stammt aus der Zeit um 1544. Seit 2017 wurde das ruinöse Bauwerk aufwendig restauriert und zu einem Mehrparteienhaus umgebaut.
Geschichte
Das Gebäude wurde um 1544 errichtet und gehört damit zu den ältesten Gebäuden in Norden. Das Baujahr ließ sich anhand von Untersuchungen verbauter Holzbalken datieren.[1] Das Bauwerk weist deutliche Ähnlichkeiten mit dem Engenahof auf. Erster dokumentierter Eigentümer ist Meint Hinckena, der 1593 genannt wird.[2]
Der untere Wohnteil wurde wahrscheinlich als Handelsraum genutzt, während das mittlere Stockwerk zu Wohnzwecken diente. Das Dachgeschoss wurde vermutlich als Warenlager genutzt. Insgesamt ist das Gebäude reich an Detailruhm und weist auf den Wohlstand seiner Besitzer hin.[1]
1857 wird das Gebäude durch Johann Hillern Taaks um einen Anbau nach rechts erweitert.[2][3] Taaks war seinerzeit Bürgermeister der Stadt Norden und versuchte König Georg V. von Hannover, zu dessen Königreich Ostfriesland seinerzeit gehörte, zu einem längeren Verweilen in Norden zu bewegen. Dieser hatte die Insel Norderney für sich entdeckt und besuchte diese regelmäßig. Eigens für ihn wurde die Bundesstraße gepflastert sowie der Ort Georgsheil im Südbrookmerland nach ihm benannt. Da Georg V. die Stadt Norden auf seiner Reise nach Norderney jedoch jedes Mal nur durchquerte und hier nicht verweilte, lud ihn Taaks in seine Stadtvilla ein, die er eigens dafür erweitern ließ. Tatsächlich soll der König dort genächtigt haben.[1] Da der König jedoch seit seiner Jugend erblindet war, wird er von der aufwendigen Restaurierung wohl leider nichts bemerkt haben.
Im 20. Jahrhundert gehörte das Haus der Apothekerfamilie Gronewold, nach der das Gebäude bis heute benannt ist. Trotz ihres Engagements, das historisch wertvolle Bauwerk zu bewahren, zerfiel es nach jahrelangem Leerstand zusehends.[2]
2014 erwarb Gustav "Bobby" Claashen das Objekt und unterzog es ab 2017 einer umfangreichen Restaurierung, bei der selbst kleinste Details erhalten bzw. wiederhergestellt wurden. So wurden etwa sämtliche Backsteine einzeln entnommen, gereinigt und wieder aufgemauert.[1] Es entstanden mehrere Wohnungen aus dem gehobenen Preissegment.
Beschreibung
Im Erd- und Obergeschoss ist das originale Mauerwerk erhalten. Der Giebel weist eine außergewöhnlich aufwendige Gestaltung auf. Die drei Achsen werden durch vier Mauerblenden (Lisenen), die mit Formatsteinen hergestellt sind und zudem Specklagen (heller Naturstein im roten Backsteinmauerwerk) zeigen, getrennt. Die Schiebefenster in Blockrahmentechnik stammen aus dem späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert. Die ursprünglichen Kreuzstockfenster waren von Entlastungsbögen überwölbt, nur im Obergeschoss sind diese noch originalgetreu erhalten.[2]
Die Muschel über dem über dem mittleren Fenster zeigt die Jahreszahl 1680, die jedoch nicht das Baujahr angibt, sondern sich auf eine Renovierung oder einen Besitzerwechsel bezieht. Über der Haustür findet sich ein Oberlicht, das an das des Engenahofs erinnert. Es stammt aus der Zeit um 1800.[2]
Der ältere Gebäudeteil war im vorderen Bereich seit seiner Erbauung unterkellert. Darüber erhob sich das dreigeschossige Gebäude. Der Fußboden im Keller besteht aus gebrannten Lehmziegeln, in den Wänden befinden sich dekorative Nischen. Sie dienten in früheren Zeiten dazu, den Raum mit Kerzen zu beleuchten.[1]




Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Norderland Magazin Mai-Juli 2020, Norden, S. 7ff.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 168f.
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 122