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Als '''Hexenkolk''' bezeichnet man ein naturbelassenes Feuchtgebiet am [[Norder Tief]] im Osten der Stadt, das sich grob hinter dem [[Galgenbergviertel|Galgenberg]], dem Krankenhaus und dem [[Christian-Reil-Haus]] befindet. Durch den Hexenkolk führt ein [[Derk-de-Haan-Padd|Wanderweg]], seit den 1980er Jahren überquert hier die [[Hexenkolkbrücke|Holzbrücke]] das Tief.
Als '''Hexenkolk''' bezeichnet man ein naturbelassenes Feuchtgebiet am [[Norder Tief]] im Osten der Stadt, das sich grob hinter dem [[Galgenbergviertel|Galgenberg]], dem Krankenhaus und dem Pflegeheim ''[[Johann-Christian-Reil-Haus]]'' befindet. Durch den Hexenkolk führt ein [[Derk-de-Haan-Padd|Wanderweg]], seit den 1980er Jahren überquert hier die [[Hexenkolkbrücke|Holzbrücke]] das Tief.


Die größere Wasserfläche an der nördlichen [[Uferstraße]] und die kleinere im Park des Christian-Reil-Hauses bilden die Überreste von zwei Flussschlingen des Norder Tiefs, die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg südwestlich durchstochen wurden, was zu einer Begradigung des Wasserlaufes führte und die Überreste als Altarme zurückließ.
Die größere Wasserfläche an der nördlichen [[Uferstraße]] und die kleinere im Park des Pflegeheims bilden die Überreste von zwei Flussschlingen des Norder Tiefs, die in den Jahren nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] südwestlich durchstochen wurden, was zu einer Begradigung des Wasserlaufes führte und die Überreste als Altarme zurückließ.


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Es ist unbekannt, wann die erste Erwähnung als ''Hexenkolk'' erfolgte und ob der Begriff vor dem Krieg überhaupt bereits verwendet wurde, als sich auf beiden Seiten des alten Flussverlaufs noch Weideflächen und offenes Land befunden haben.
Es ist unbekannt, wann die erste Erwähnung als ''Hexenkolk'' erfolgte und ob der Begriff vor dem Krieg überhaupt bereits verwendet wurde, als sich auf beiden Seiten des alten Flussverlaufs noch Weideflächen und offenes Land befunden haben.


Fest steht, dass die einige hundert Meter weiter flussaufwärts gelegene Brücke nach Lütetsburg schon zu früheren Zeiten als [[Kolkbrücke]] bezeichnet wurde und sich in deren Nähe der sogenannte Lütetsburger Kolk befindet. Der gesamte obere Wasserlauf des Tiefs und seiner Nebenarme war bis zum Bau der ersten Sielanlagen in Norden gegen Beginn des 14. Jahrhunderts, bei schweren Sturmfluten möglicherweise auch danach noch, stark tidebeeinflusst und somit auch ständig überflutungsgefährdet, was die Entstehung von Kolken und ständige Änderungen des Flussverlaufes nach sich gezogen haben muss, beispielsweise im Zuge der [[Zweite Marcellusflut|Zweiten Marcellusflut]] im Jahre 1362. So erklärt sich der kolkartige Charakter dieses Landstreifens, der sich als Marschland zwischen den Höhenzügen der isolierten Norder Geestinsel und des restlichen ostfriesischen Geestrückens befindet.
Fest steht, dass die einige hundert Meter weiter flussaufwärts gelegene Brücke nach Lütetsburg schon zu früheren Zeiten als ''[[Kolkbrücke]]'' bezeichnet wurde und sich in deren Nähe der sogenannte Lütetsburger [[Kolk]] befindet. Der gesamte obere Wasserlauf des Tiefs und seiner Nebenarme war bis zum Bau der ersten [[Liste der Siele|Sielanlagen]] in Norden gegen Beginn des 14. Jahrhunderts, bei schweren Sturmfluten möglicherweise auch danach noch, stark tidebeeinflusst und somit auch ständig überflutungsgefährdet, was die Entstehung von Kolken und ständige Änderungen des Flussverlaufes nach sich gezogen haben muss, beispielsweise im Zuge der [[Zweite Marcellusflut|Zweiten Marcellusflut]] im Jahre 1362. So erklärt sich der kolkartige Charakter dieses Landstreifens, der sich als [[Marsch|Marschland]] zwischen den Höhenzügen der isolierten [[Norder Geestinsel]] und des restlichen ostfriesischen ''Geestrückens'' befindet.
[[Datei:Hexenkolk 2015.jpg|links|mini|700x700px|Verwilderter Uferbewuchs am Hexenkolk und Norder Tief, 2015]]
[[Datei:Hexenkolk Layer 1945.jpg|mini|Vergleich der Flussläufe 1945 (hell) und 2022 (dunkel). Beim Durchstich entstanden demnach zuerst zwei ''Flussinseln''.]]
 
 
 
 
 
 
 
== Deutungsversuche des Namens ==
== Deutungsversuche des Namens ==
[[Datei:Hexenkolk Layer 1945.jpg|mini|Vergleich der Flussläufe 1945 und 2022. Beim Durchstich entstanden demnach zuerst zwei Flussinseln.]]
Die Zeit der Hexenverfolgung für Ostfriesland wird vor allem für das 16. Jahrhundert, der Regierungszeit von [[Edzard Cirksena|Graf Edzard]], angenommen. Es existieren für den Bereich Norden allerdings keine bekannten Unterlagen oder Dokumente aus dieser Zeit. Ob ein Zusammenhang zum Namen ''Hexenkolk'' besteht, ist somit völlig unklar.
Die Zeit der Hexenverfolgung für Ostfriesland wird vor allem für das 16. Jahrhundert, der Regierungszeit von [[Edzard Cirksena|Graf Edzard]], angenommen. Es existieren für den Bereich Norden allerdings keine bekannten Unterlagen oder Dokumente aus dieser Zeit. Ob ein Zusammenhang zum Namen ''Hexenkolk'' besteht, ist somit völlig unklar.


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==Galerie==
==Galerie==
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Datei:Hexenkolk (Bild 1).jpg|Bild 1
Datei:Hexenkolk (Bild 1).jpg| Ansicht von der [[Juister Straße]] am 17. Januar 2021.
Datei:Hexenkolk (Bild 2).jpg|Bild 2
Datei:Hexenkolk (Bild 2).jpg|Ansicht von der [[Juister Straße]] am 17. Januar 2021.
Datei:Hexenkolk (Bild 3).jpg|Bild 3
Datei:Hexenkolk (Bild 3).jpg|Ansicht von der [[Juister Straße]] am 17. Januar 2021.
Datei:Hexenkolk (Bild 4).jpg|Bild 4
Datei:Hexenkolk (Bild 4).jpg|Ansicht von der [[Juister Straße]] am 17. Januar 2021.
Datei:Durchstich 2010.jpg|Durchstich mit Wanderweg, Blick zum Doornkaatgelände, 2010.
Datei:Durchstich 2010.jpg|Durchstich mit Wanderweg, Blick zum Doornkaatgelände, 2010.
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</gallery>[[Datei:Hexenkolk 2015.jpg|links|mini|747x747px|Verwilderter Uferbewuchs am Hexenkolk und Norder Tief, 2015]]
'''Erläuterungen zu Bild 1 bis 4:'''
 
Auf den Bildern erkennbar ist der Hexenkolk, von der [[Juister Straße]] und der [[Uferstraße]] aus am 17. Januar 2021 fotografiert. Gut erkennbar ist seine naturbelassene Beschaffenheit, die die düstere Vergangenheit dieses Ortes zum Ausdruck bringt.
 
==Quellenverzeichnis==
==Quellenverzeichnis==
* Imhoff, Mathilde (1985): Die Flurnamen zur Deutschen Grundkarte 1:5000 (DGK5) 2409/2 Norden-Ost, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier vom 28. Juni 1985, Nr. 23
* Imhoff, Mathilde (1985): Die Flurnamen zur Deutschen Grundkarte 1:5000 (DGK5) 2409/2 Norden-Ost, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier vom 28. Juni 1985, Nr. 23