Katholische Schule

Aus Norder Stadtgeschichte
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Katholische Schule

{{#multimaps: Title = Katholische Schule Text = Ehemalige Schule in Norden center = 53.596644417185175, 7.2094217399921465 circle = 53.596644417185175, 7.2094217399921465 :50 zoom = 16 width = 300px height = 300px

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Basisdaten
Entstehungszeit 1874 (1843)
Erbauer Ludgerusgemeinde Norden
Bauweise Ziegelsteinbau
Entwidmung 1938 (1940)
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Osterstraße 142

26506 Norden

Eine Katholische Schule hat es in Norden von 1843 bis XXX gegeben. Das erste Schulgebäude befand sich in der Sielstraße und wurde 1874 an seinen letzten Standort an die (heutige) Osterstraße 142 verlegt.

Geschichte

Bis die Reformation ab 1527 auch in Norden Einzug hielt, war die Stadt rein katholisch geprägt. Dies änderte sich, nachdem die Lutheraner sich gegen die Katholiken und die Reformierten durchsetzen konnten. Bis heute ist die Stadt überwiegend evangelisch-lutherisch geprägt. Katholische Kirchen gab es nun nicht mehr und nur noch vereinzelt katholische Christen. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts näherten sich die Katholiken wieder vorsichtig der Stadt, bis sie im späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts allmählich wieder ein anerkannter Teil des religiösen Lebens der Stadt Norden.

1843 wurde dem damaligen Pastorat eine Schule angegliedert. Bis dahin besuchten die katholischen Schüler die anderen Schulen der Stadt, nur der Religionsunterricht wurde für diese an den jeweiligen Schule von dem katholischen Pastor wahrgenommen. Befand sich dies katholische Schule zunächst noch im dem auch als Kapelle genutzten Gebäude, wurde kurz darauf eine eigenes Gebäude auf dem rechts anliegenden Grundstück errichtet. Der Lehrer musste zugleich die Aufgaben des Küsters wahrnehmen und wurde sehr schlecht bezahlt, was den allgemein klammen Finanzen der Gemeinde geschuldet war.[1] Auch die allgemeinen Zustände an der Schule werden als äußerst schlecht beschrieben. Neben dieser hatte sich ein Krämer angesiedelt, der mit altem Eisen, Knochen und Lumpen handelte. Zwischen diesen übelriechenden Haufen tobten die Kinder umher und brachten Ungeziefer mit nach Hause. Infolge einer damals noch fehlenden Kanalisation und der daraus mangelnden Hygienesituation kam es zudem zu Krankheitsausbrüchen.[2]

Nachdem das Pastorat im Jahre 1864 an die (Kleine) Osterstraße 32 (heute Nr. 20) verlegt wurde, wurde auch der Ruf nach der Verlegung der Schule in die Nähe des neuen Pfarrhauses lauter. Dazu wurde 1874 ein schräg gegenüberliegendes Grundstück mit der damaligen Hausnummer 42/43 (heute 142) erworben. Der Bau wurde schnell vollendet, so dann besuchten 40 Schüler die Schule.[1]

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde auch das Schulwesen neugestaltet. Der katholischen Gemeinde wurde ein Mitspracherecht bei der Wahl der Schulform gegeben und konnte mitentscheiden, ob ihre Lehranstalt fortan eine Konfessions- (rein katholisch) oder Simultanschule (überkonfessionell) werden sollte. Die Gemeinde sprach sich klar für die Konfessionsschule aus und gründete eigens einen "Katholischen Elternrat", um ihre Schule zu erhalten. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Schule bereits 49 Schüler.[2]

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten, die auch bei den Schulen auf eine Gleichschaltung drängten, kam die Schule erstmalig ernsthaft in Bedrängnis. Die Machthaber verlangten eine Vereinheitlichung und kontrollierbare Lenkung des Schulweses. Die Gemeinde und der Elternrat gaben dem Druck der Nationalsozialisten schließlich bei und stimmten einer Schließung zu. An Ostern 1938 wurde der Schulbetrieb eingestellt. Das endgültige, offizielle Ende der Schule wurde allerdings erst am 29. März 1940 durch einen Erlass des Reichskultusministeriums besiegelt. Der Lehrer durfte jedoch wöchentlich zwei Religionsstunden an der Marktschule geben.[3]

Im Juli 1945, zwei Monate nach Kriegsende, gab es erste Versuche, die Schule wiederzueröffnen. Die Gemeinde wandte sich hierzu an die britische Militärregierung, die zu dieser Zeit die Regierungsgewalt in der Stadt innehielt. Mit der Stadt Norden wird 1946 sogar ein Mietvertrag für das ehemalige Schulgebäude abgeschlossen. Das Vorhaben versandet jedoch mit dem unerwarteten Fortgang des Pfarrers aus der Stadt, der sich maßgeblich dafür eingesetzt hatte. Die alte Schule wurde schließlich als Jugendheim der katholischen Gemeinde genutzt.[4] Das Gebäude wird später abgebrochen, heute befindet sich hier die Zufahrt zu einem Parkplatz im rückwärtigen Bereich der Osterstraße 143.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 15
  2. 2,0 2,1 Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 17
  3. Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 23
  4. Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 24

Siehe auch