Schiffswert Herlyn | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Gründung | 1800 | |||||||
| Auflösung | um 1969 | |||||||
| Rechtsform | unbekannt | |||||||
| Hauptsitz | Am Hafen 5
26506 Norden | |||||||
Die Herlyn'sche Werft war eine Schiffswert am Norder Hafen. In dem ehemaligen Betriebsgebäude, welches auch "Hellinghaus" bzw. "Helgenhus" genannt wird, befindet sich heute der Vereinsitz des Norder Ruderclubs. Der Name "Hellinghaus" leitet sich ab von "Helling", dem Fachwort für einen Schiffsbauplatz.
Geschichte
Der Schiffsbau ist für Norden seit spätestens 1772 nachgewiesen und wurde auch ab 1800 am Norder Hafen betrieben. In diesem Jahr gründete die Schiffsbauerfamilie Pauls dort eine Werft, die noch vor 1900 von der Familie Heryln übernommen und fortbetrieben wurde. Im Zuge der abnehmenden Bedeutung des Norder Hafens nach Fertigstellung des Leybuchtsiels im Jahr 1929 sank auch die Bedeutung der Werft. In den 1960er Jahren entschied sich die Geschäftsführung daher dazu, die Werft in das aufstrebende Norddeich zu verlegen.[1] Das Gebäude wurde daraufhin an den Tischler Gerhard Schulz verkauft, der im Sanierungsgebiet an der Sielstraße seine Wohn- und Betriebsstätte hatte, die er in dessen Folge aufgeben musste. So erwarb er im Jahre 1969 das alte Werftgelände, das er fortan zum einen bewohnte und zum anderen an den Norder Ruderclub verpachtete, dessen Bootswart er war.[2]
Das Gebäude wurde nach dem Verkauf seit den 1970er Jahren vollkommen verändert, sodass sein historischer Charakter weitestgehend verloren ging. Erst um 2000 begann man mit Restaurationsarbeiten, vermutlich beeindruckt durch jene am Alten Zollhaus.[3]
Beschreibung
Die Werft wurde aus Ziegelsteinen errichtet und ähnelt einem "L". Beim Bau des Gebäudes wurde vor allem Muschelkalk als Mörtel verwendet, da das Gelände nicht sturmflutsicher war und dieser bei Nässe besseren Halt bot. Beim Dach handelt es sich um ein klassisches Walmdach, aus dem vier hohe Schornsteinköpfe und zwei Dachgauben ragen. Diese wurden als Ladeluken genutzt. Mittels Flaschenzug wurden hier Waren hoch und runter befördert. Im hohen Sockelgeschoss, das mit der damaligen Deichkrone abschloss, waren das Lager und die Werkstatt untergebracht. In den darüber befindlichen, sturmflutsicheren Räumlichkeiten befanden sich ein Schlafraum mit mehreren Butzen (Schlafnischen) sowie Abstellräume. Zur Wasserseite wurden zwei Slipanlagen errichtet, an denen die Schiffe aus bzw. zu Wasser gelassen wurden.[3]
Einzelnachweise
- ↑ Wiechers, Karl-Heinz (1984): ...und fuhren weit übers Meer, Norden, Bd. I-III, hier Bd. 1, S. 50f.
- ↑ Chronik des Norder Ruderclubs, abgerufen am 1. März 2021
- ↑ 3,0 3,1 Helsper, Aletta (2006): Gibt es den idealen Reiseführer? Theorie und Praxis, untersucht am Beispiel eines Reiseführers für die Stadt Norden, Hamburg