Alter Friedhof

Aus Norder Stadtgeschichte
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Alter Friedhof

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Basisdaten
Kategorie Orte in Norden
Stadtteil/-viertel Norden
Genaue Lage Am Markt

26506 Norden

Der Alte Friedhof befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz und der Ludgerikirche in der Norder Innenstadt. Hier wurden die Toten der Stadt und der Norder Umlandgemeinden bis 1879 bestattet. Anschließend fanden die Begräbnisse auf dem Neuen Friedhof in Ostlintel statt. Auf dem höchsten Punkt des Alten Friedhofs befand sich einst die Andreaskirche.

Manchmal wird auch der ältere Teil des Neuen Friedhofs als "Alter Friedhof" bezeichnet.

Geschichte

Wann genau der Friedhof angelegt wurde, ist nicht bekannt. Es ist jedoch anzunehmen, dass hier bereits die Toten bestattet wurden, als sich auf dieser Warft (künstliche Erderhöhung zum Schutz vor Sturmfluten) noch der hölzerne Vorgängerbau der Andreaskirche befand. Spätestens, als die Andreaskirche im Jahr 1288 fertiggestellt wurde, wurden auch die Toten hier bestattet.[1]

Die Kirchen und den Kirchhof umrahmte eine Kirchhofmauer, von der ein Großteil noch erhalten ist. Wie in vielen Dörfern auch heute noch üblich, wurden Bestattungen um die Kirche herum auf dem Kirchhof vorgenommen. Dadurch erklärt sich auch "Karkhoff" als die niederdeutsche Bezeichnung für "Friedhof". Neben kleineren Zugängen gab es drei große Zugänge, die "Poort", also "Pforte" genannt wurden. So gab es die "Süderpoort" beim Glockenturm, die "Westerpoort" neben dem (ehemaligen) Weinhaus, sowie die großzügig gestaltete "Osterpoort" in Richtung Innenstadt und Marktplatz. Die Osterpoort wurde im April 1940 abgebaut und eingeschmolzen, um das wertvolle Eisen zur Waffenproduktion zu verwenden. Es existierten genaue Regelungen, welche Pforte von welchem Stadtteil bei Bestattungen zu nutzen war. So war die Süderpoort für die Bewohner der Kirchstraße vorgeschrieben, die Westerpoort für die Einwohner vom Burggraben, der Westerstraße und des Fräuleinshof und die Osterpoort für Anlieger des Marktes, der Siel-, der Oster-, der Kloster- sowie der Großen und Kleinen Mühlenstraße.[2]

In sich selbst wurde der Alte Friedhof auch weiter unterteilt. Der Großteil des Friedhofes war für das allgemeine Bürgertum vorgesehenen. Das Dreieck vor dem Chor der Kirche hingegen war für Tote bestimmt, die durch eigene Hand aus dem Leben geschieden waren. Suizid gilt der Kirche bis heute als schwere Sünde und führte in früheren Jahren oftmals dazu, dass man Selbstmördern eine angemessene Beerdigung verwehrte. Daher erscheint es bemerkenswert, dass diese auf dem Friedhof beerdigt wurden - wenn auch in äußerer Lage. Doch auch Fremde, Heimatlose und von der See Freigegebene sowie Unbekannte fanden hier ihre Grabstätte.

Durch stetes Bevölkerungswachstum wurde im 19. Jahrhundert ein neuer Friedhof notwendig. Man fand eine geeignete Fläche in Ostlintel auf den Landen des Gasthauses bzw. des alten Klosters in Ostlintel, damals noch Teil der Sandbauerschaft. Hier befand sich bereits seit dem 16. Jahrhundert der Judenfriedhof. Seit 1900 gehörte die Fläche zum Stadtgebiet.

Die letzte Tote, die zweieinhalbjährige Anna Maria Foline Rose, wurde am 30.4.1879 um 18:00 Uhr auf dem Alten Friedhof bestattet. Alle späteren Begräbnisse fanden auf dem Neuen Friedhof statt. Noch heute sind jedoch viele der alten Grabmäler erhalten. 2012 belief sich ihre Zahl noch auf 42. Das älteste Grab ist das eine "T. Bermann" und stammt aus dem Mai 1867.[3]

Einzelnachweise

  1. Imhoff, Mathilde (1985): Die Flurnamen der Deutschen Grundkarte (DGK5) 2409/1 Norden West, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier 25. Mai 1985, unter Nr. 2
  2. Beschreibung des Alten Friedhofs, abgerufen am 1. März 2021
  3. Grabsteine Ostfriesland, abgerufen am 1. März 2021

Siehe auch