Marktplatz

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Basisdaten
Kategorie Orte in Norden
Stadtteil/-viertel Norden
Genaue Lage Am Markt

26506 Norden

Der Marktplatz in der Innenstadt von Norden ist der größte baumbestandene Marktplatz Deutschlands und war im Mittelalter der bedeutendste Ostfrieslands. Mit einer Größe von über 6 Hektar (1 Hektar = 1000 qm) zählt er zudem zu den größten der Bundesrepublik.

Geschichte

Der Marktplatz wurde planmäßig, nicht jedoch in einem Zuge errichtet. Vielmehr ist er über die Jahrhunderte gewachsen und bestand schon zu Zeiten der ersten (bekannten) urkundlichen Erwähnung der Stadt im Jahr 1255. Die wesentlichen Grundzüge, die geschlossene Rahmenbebabuung, stammt in ihrem Kern aus dem frühen Mittelalter. Die Giebel und Fassaden der sich weitestgehend aneinanderreihenden Gebäude zeugen von der wohlhabenden Vergangenheit der Stadt. Zu erkennen ist ein faszinierendes Spektrum von der Renaissance bis zum Neugotik.

Gliederung

Im wesentlichen kann man den Marktplatz in drei Teile gliedern: Der Marktplatz im eigentlichen Sinne besteht aus dem sogenannten "Torfmarkt" im Osten, dem "Mittelmarkt" in der Mitte und dem "Blücherplatz" im Westen. An den Blücherplatz in nördliche Richtung schließt sich der Arp-Schnitger-Platz an.

Torfmarkt

Der Torfmarkt hat seinen Namen dadurch erhalten, dass hier in früheren Jahren vor allem Torf gehandelt wurde. Dieses wurde überwiegend von der Norder Fehngesellschaft aus den Hochmooren bei Norderfehn importiert und am Norder Hafen umgeschlagen. Heute wird der Torfmarkt vor allem für Vergnügungsmärkte und für den Weihnachtsmarkt genutzt.

Mittelmarkt

Der Mittelmarkt ist das Zentrum der Wochenmärkte. Noch heute kommen jeden Montag und Samstag die unterschiedlichsten Marktbeschicker nach Norden, um ihre Waren den Marktbesuchern feilzubieten. Das Spektrum reicht von traditioneller Handwerkskunst über Blumenhändlern bis hin zu Bäckern, Fleischern und Fischverkäufern.

Blücherplatz

Der Blücherplatz wurde zu Ehren des preußischen Generalfeldmarschalls Gebhard Leberecht von Blücher benannt, der maßgeblichen Anteil am Sieg über die Franzosen unter Napoleon hatte. Damit ist er quasi ein Befreier Ostfrieslands, das unter Napoleon zum Königreich Holland, einem französischen Vasallenstaat gehörte. Die Franzosen war hierzulande sehr unbeliebt und Blüchers Sieg mit Freude begrüßt. Heute ist der Blücherplatz mit Rasen bewachsen. Etwa in der Mitte steht ein großer, buschartiger Baum. Ursprünglich befand sich hier ein von der Firma Doornkaat gestifteter Pavillon.

Im Südwesten des Blücherplatzes liegt der sogenannte "Schweinemarkt", da hier früher mit Schweinen gehandelt wurde. Heute wird der Bereich während des Beestmarktes für den Handel mit Kleinvieh genutzt.

Märkte und Veranstaltungen

Auf dem Marktplatz finden seit jeher große Viehmärkte statt, die Beestmarkt genannt werden und für die umliegenden Bauern früher von existenzieller Bedeutung waren. Noch heute ist Schlachtfleisch von Rindern aus der Westermarsch und der Ostermarsch eine begehrte Handelsware.

Bedeutende Gebäude

Auch wenn die meisten Häuser aus der Zeit ab dem 16. Jahrhundert stammen, ist festzustellen, dass auch Gebäude neueren Ursprungs im Kern aus dieser Zeit stammen und lediglich um- oder überbaut wurden.

Altes Rathaus

Die Westseite des Marktplatzes wird vor allem vom Alten Rathaus bestimmt. Es handelt sich um einen ansehnlichen Steinbau mit Turm, der Ähnlichkeiten mit der Uldingaburg aufweist und in dem im Laufe der Jahrhunderte neben der Stadtverwaltung noch zahlreiche weitere Institutionen ihren Sitz hatten oder bis heute haben.

Trivia

Die wohl größte Kennerin der jüngeren Vergangenheit der Geschichte der Stadt Norden im Allgemeinen und des Marktplatzes im Speziellen war wohl Mathilde Imhoff. Sie setzte sich unermüdlich für die Bewahrung des historischen Ambientes im Sinne der Denkmalpflege ein. Zugleich hat sie dessen geschichtlichen Zusammenhänge erforscht und war engagierte Mitbegründerin der Gästeführungen durch Norden.

Gretje Schreiber hat 1994 eine grundlegende und umfassende Abhandlung (Monographie) über den Marktplatz verfasst, die sich vor allem auch mit der umliegenden Bebauung und deren Besitzer vom 16. Jahrhundert bis heute beschäftigt.

Quellenverzeichnis

  • Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 162f.

Siehe auch