Ostlintel | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
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| Administrativer Stadtteil | Norden | |||||||
| Ungefähre Lage | östlich des Stadtgebiets | |||||||
Ekel ist ein Stadtviertel von Norden und damit Bestandteil des eigentlichen Stadtgebiets. Der Name geht zurück auf das Gut Ekel, eine Wehranlage bzw. adeliges Gut, dessen Name sich wiederum auf den hier einst dichten Eichen- oder Eichelwald (niederdeutsch: "Eckelboomen") bezieht.
Historisch war Ekel bis zur Eingemeindung nach Norden im Jahr 1919 Teil der Norder Umlandgemeinde Sandbauerschaft, einem Zusammenschluss verstreuter Kleinstsiedlungen, die sich um die Wehrhäuser der Stadt bildeten und diese ringförmig umschlossen.
Obgleich Ekel als geografische Bezeichnung und im täglichen Sprachgebrauch der Norder eine bedeutende Rolle spielt, war es nie ein fest definiertes Viertel, sondern hat nur vage Grenzen. Konzentrierten sich die Häuser zu Beginn nur um das oben genannte Gut, wuchs die Siedlung im Laufe der Jahre mit der Kernstadt zusammen.
Geografie
Ekel liegt im Osten von Norden und gilt im Allgemeinen als gutbürgerliches Viertel. Die Gegend wird geprägt von Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäuser oder gar Wohnblocks finden sich nur selten, wie zum Beispiel am Försterpfad, Ecke Osterstraße.
Geografisch lässt sich Ekel grob in etwa wie folgt umgrenzen: Im Osten durch die Bundesstraße, im Süden durch das Norder Tief und im Westen durch die Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole. Nördlich ist die Grenzziehung am schwierigsten, im Allgemeinen wird hier jedoch die Ekeler Gaste herangezogen, da noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine deutliche bauliche Trennung (durch fehlende Bebauung) zwischen Ekel und Ostlintel erkennen.
Geschichte
Das namensgebende Steinhaus, welches nach seinen Erbauern - dem Häuptlingsgeschlecht Uldinga, auch Uldingaburg genannt wird, wurde vermutlich im 14. Jahrhundert errichtet und 1805 oder 1806 wegen Baufälligkeit abgerissen. Die Anlagen sind aber anhand der über die Jahrhunderte unverändert gebliebenen Straßenverläufe von Looger Weg, Heitsweg, Ekeler Weg, Baumstraße und Ekeler Gaste noch eindeutig auszumachen. Der zum Häuptlingssitz gehörende, von großen Wassergräben eingeschlossene Große Garten liegt noch heute weitgehend unbebaut zwischen An der Gartenallee und dem Wohnheim der Behindertenhilfe, das Haus Uldinga. Das Turmhaus, das in seinem Äußeren mit dem Alten Rathaus vergleichbar ist, lag ungefähr im Bereich der Schulstraße 9-11.
Zum Gut gehörten mehrere Nebengebäude und umfangreiche Ländereien, wie zum Beispiel das bis heute erhaltenene Ekeler Vorwerk. Um das Gut herum entwickelte sich eine kleine Siedlung, deren Bewohner vorrangig aus Arbeitern (Gesinde) bestand, die beim oder für das Gut arbeiteten. Mit dem Wachsen der Siedlung stieg auch die Zahl anderer Betriebe. Im 19. Jahrhundert siedelte sich auch Industrie an: Die Eisenhütte, die sich gerade noch auf dem Gebiet der Sandbauerschaft befand.
Der einst dichte Wald wurde im Laufe der Jahre gerodet, zuletzt fanden 1960 größere Rödungsarbeiten statt. Erhalten geblieben sind nur wenige, vereinzelte Bäume.
Erwähnenswerte Gebäude
Erhaltene Gebäude
Im östlichen Teil der Schulstraße befindet sich die sogenannte Finettenburg, ein dreigliedriges ehemaliges Kaufmannshaus, welches mehrfach überbaut wurde, aber noch weitestgehend originalgetreu bis heute erhalten ist.
Daneben befindet sich die (ehemalige) Ekeler Schule, eine Schule mit einst vier Klassenräumen und Lehrerwohnungen, die um 1900 als eine von mehreren Grundschulen von der Gemeinde Sandbauerschaft errichtet wurde.
An der Osterstraße befindet sich einer von zwei Standorten der Ubbo-Emmius-Klinik (früher: "Kreiskrankenhaus Norden") mit mehreren Nebengebäuden. Links und rechts daneben befinden sich weitere Einrichtungen der Gesundheitsversorgung: Das Johann-Christian-Reil-Haus, ein Pflegeheim, im Osten und das MediCenter, ein medizinisches Versorungszentrum, im Westen.
Etwas weiter gen Stadtkern befindet sich das Schulzentrum Ekel, in der sich heute eine Oberschule befindet. Neben einer Sporthalle verfügt das Schulzentrum auch über ein Theater, das ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt ist.
Der Sitz der örtlichen Volks- und Raiffeisenbank wurde in die neue Zentrale an die Osterstraße verlegt.
Seit dem 27. März 2009 ist das neue Hilfeleistungszentrum mit Gebäuden für die Freiwillige Feuerwehr und das Technische Hilfswerk am neuen Standort an der äußeren Osterstraße in Betrieb.
Am Ende der Juister Straße hat der Verein für Naturgemäße Lebens- und Heilweise, welcher umgangssprachlich auch "Blomo" genannt wird, seinen Sitz.
Abgebrochene Gebäude
Bis zum Jahr 1900 befand sich eine hohe Bockwindmühle (eine der ehemals acht Mühlen Nordens) an der Großen Mühlenstraße.
Die bis Mitte des 20. Jahrhunderts für die Norder Wirtschaft sehr bedeutsame Eisenhütte befand sich bis zu ihrem Abbruch auf dem Grund der ehemaligen Gemeinde Sandbauerschaft an der Kleinen Osterstraße. Heute steht dort ein Supermarkt.
Die Eisenhütte wurde auf dem Grund der Osterburg (auch "Osterhus") genannt, errichtet. Beim Abriss der Eisenhütte wurde auch das bis dahin weitestgehend gut erhaltene Steinhaus mit abgerissen.
An der heutigen Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole, östlich der Eisenhütte, entstand der Bahnhof Norden-Stadt, welcher 1983 aufgrund von Fahrplanänderungen der Deutschen Bundesbahn geschlossen wurde.
Erwähnenswerte Plätze
Im Bereich Juister Straße / Uferstraße / Am Galgenberg befinden sich historische Folter- und Richtstätten: Der Galgenberg und der Hexenkolk.
Einzelnachweise
- Aeils, Johann; Smidt, Jan; Stromann, Martin (2001): Steinerne Zeugen erzählen Geschichte. Auf Spurensuche nach architektonischen Schätzen der Norder Bauhistorie.
- Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel.
- Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten. Im Auftrage der Stadt Norden zur 700-Jahr-Feier.
- Schreiber, Gretje (2011): Heim und Herd – Beilage Ostfriesischer Kurier. Norden, 8. Januar 2011