Hexenkolk

Aus Norder Stadtgeschichte
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Hexenkolk

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Basisdaten
Kategorie Orte in Ekel
Stadtteil/-viertel Ekel
Genaue Lage Uferstraße

Der Hexenkolk befindet sich zwischen dem Derk-de-Haan-Padd und der Uferstraße in Norden. Er ist vermutlich bei einer verheerenden Sturmfluten im 14. Jahrhundert entstanden. Ein Kolk ist eine wassergefüllte Vertiefung, die durch Überflutungen entstanden ist, wobei in diesem Fall die Überflutung durch Übertreten des Norder Tiefs entstanden ist.

In unmittelbarer Nähe zum Galgenberg wurden hier zu Zeiten der Hexenverfolgung der Hexerei verdächtige Personen der sogenannten "Wasserprobe" unterzogen. Man band ihre Arme und Beine zusammen und legte sie ins Wasser. Gingen sie nicht innerhalb einer festgelegten Zeitspannne unter, waren sie der Hexerei überführt, da das Wasser sie "verschmäht" hatte. Es folgten weitere Folterungen und schließlich der Tod auf dem Scheiterhaufen. Gingen die Frauen unter, sprach man sie vom Vorwurf der Hexerei frei, jedoch ertranken diese naturgemäß. So oder so hatten die Angeklagten kaum eine Chance zu überleben. Man ging davon aus, dass sie von Gott errettet werden, sollten sie schuldig sein. Daher sprach man bei der Wasserprobe auch von einem "Gottesurteil".

Die Zeit der Hexenverfolgung für Ostfriesland wird vor allem für das 16. Jahrhundert, der Regierungszeit von Edzard I. aus dem Hause Cirksena angenommen. Es existieren für den Bereich Norden allerdings keine bekannten Unterlagen oder Dokumente aus dieser Zeit.

Fälschlicherweise wird auf Karten auch manchmal der hinter dem Johann-Christian-Reil-Haus befindliche See als "Hexenkolk" bezeichnet. Dieser ist jedoch künstlich im Zuge der Parkgestaltung dort angelegt worden.[1]

Galerie

Erläuterungen zu Bild 1 bis 4:

Auf den Bildern erkennbar ist der Hexenkolk, von der Juister Straße und der Uferstraße aus am 17. Januar 2021 fotografiert. Gut erkennbar ist seine naturbelassene Beschaffenheit, die die düstere Vergangenheit dieses Ortes zum Ausdruck bringt.

Quellenverzeichnis

  • Imhoff, Mathilde (1985): Die Flurnamen zur Deutschen Grundkarte 1:5000 (DGK5) 2409/2 Norden-Ost, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier vom 28. Juni 1985, Nr. 23

Siehe auch

  1. Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0413031.jpg)