Lentzhof

Aus Norder Stadtgeschichte
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Lentzhof

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Basisdaten
Entstehungszeit 1911 (1873)
Erbauer Conrad Andreas Lentz
Bauweise Ziegelsteinbau
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Westerstraße 77

26506 Norden

Der Lentzhof - Westerstraße 77 - 15. Juni 2013.

Der Lentzhof (Eigenschreibweise: Der LentzhOf) ist ein Gasthof in Norden im Winkel der Westerstraße und der nach dem Gasthof benannten Lentzlohne. Erbaut wurde das heutige Gebäude 1911 von Conrad Andreas Lentz, wobei sich der Vorgängerbau ebenfalls im Familienbesitz befand. Im Erdgeschoss befindet sich bis heute ein Restaurant mit (später angebautem) Festsaal. Im Obergeschoss befanden sich ursprünglich Gastwohnungen, die heute fest vermietet sind.

Geschichte

Das Land stand seit ungefähr 1870 als Kirchenland im Eigentum der katholischen Gemeinde, die in diesem Bereich ursprünglich ihre Kirche errichten wollte.[1] Drei Jahre später wurde hier von Albert Luitjens Lentz eine nach ihm benannte Gastwirtschaft eingerichtet. Insbesondere die Bauern der Westermarsch kehrten hier gerne nach getätigten Einkäufen in der Westerstraße ein, die damals auch als Einkaufsstraße der Bauern bezeichnet wurde.[2][3] Schon zuvor soll es hier seit 1860 einen Gasthof gegeben haben, der aus einem Wohnhaus entstand. Noch bis 1872 befanden sich im rückwärtigen Gebäudeteil Stallungen und eine Hengststation.[3]

1873 kam das Gebäude schließlich in den Besitz von Albert Lentz, der die günstige Lage an der Westerstraße für sich zu nutzen wusste. Neben der Nutzung als Gastwirtschaft verpachtete er Räumlichkeiten an Hausierer, die hier ihr Warenlager hatten und vom Lentzhof aus ihre Wagen in den Dörfern der Umgebung feilboten. 1887 starb Lentz, sodass die Gastwirtschaft vorerst von seiner Witwe weitergeführt wurde. Seit 1879 beherbergte der Gasthof die Suppenanstalt für Armen der Stadt, die hier bis etwa 1889 bestand und danach in den Gasthof Hinrichs an der Sielstraße verlegt wurde.[3][4] Buchdruckereibesitzer Diedrich Soltau ließ in der Suppenküche täglich bis zu 400 Portionen an Bedürftige verteilen.[3][5]

1896 übernahm sein Sohn Conrad Andreas Lentz den Gasthof. 1911 ließ dieser das baufällige Gebäude abreißen und neu errichten. Im Zuge der Elektrifizierung der Stadt ab 1914 erhielt Lentz als einer der ersten einen Zugang zur Stromversorgung.[3] Bis 1925 diente ein Nebenraum des Gasthofs als Übergangsleichenhalle. Die in der Westermarsch Verstorbenen wurden zunächst hierher transportiert und dann in dem Nebenraum auf den städtischen Leichenwagen umgebettet. Anschließend erfolgte die Verbringung auf den städtischen Friedhof.[3]

Nachdem sich Lentz im Alter von 80 Jahren zur Ruhe gesetzt hatte, übernahm bis 1969 das Ehepaar Hoffmann den Betrieb. Erst danach ging das Haus wieder in den Familienbesitz über, als der Enkel des Gründers Gerhard Lentz die Gastwirtschaft übernahm. Die Räume wurden renoviert und erweitert, die Gästezimmer überholt. 1970 baute er den den 140 Personen fassenden Saal an.[6]

1987 wurde der Lentzhof wegen Zahlungsschwierigkeiten des Eigentümers zwangsversteigert und ging in das Eigentum des Emder Kaufmanns Frank-Peter Nowak über.[6][7] Lange Zeit bot die heute nur noch in Emden und Aurich tätige Tanzschule Astrid Löschen hier Tanzkurse an.[6] Um 2004 befand sich hier eine Pizzeria namens Food for less, später dann eine unter anderem Namen geführte Pizzeria, später ein Bauunternehmer und heute der aus Hage stammende Caterer Stefan Lelle.

Einzelnachweise

  1. Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 18
  2. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 199
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 204
  4. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 71
  5. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 116
  6. 6,0 6,1 6,2 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 206
  7. Beschreibung des Lentzhofs auf MeineStadt.de

Siehe auch