Rott ist eine historische Gebietsbezeichnung. Auf die Stadtgeschichte bezogen war diese Bezeichnung vor allem in der Gliederung von Westermarsch I und Westermarsch II sowie Ostermarsch zu finden. Sinngemäß bedeutet der Begriff in diesem Zusammenhang Viertel bzw. Bezirk. Auch Norden war teilweise in Rotten eingeteilt, an ihrer Zahl jeweils acht, die zu einer Kluft gehörten. Als Bezeichnung eines von der katholischen Gemeinde erworbenen Wohnhauses an der Sielstraße, das sie später zur Schule umbaute, findet sich beispielsweise die Bezeichnung Westerkluft, 3. Rott, Nr. 365. Seit Ende des 16. Jahrhunderts gehörten jeweils acht Rotten zu einer der vier städtischen Klüfte.[1]
In der Sandbauerschaft wurden die Ortschaften auch als Rott bezeichnet, wie aus einer Aufzeichnung im Emder Stadtarchiv aus dem Jahr 1645 hervorgeht.[2]
Rottmeister
Jedem Rott stand ein sogenannter, von der Stadt eingesetzter und ehrenamtlich tätiger Rottmeister vor, eine Art Bezirksvorsteher, der die Menschen bei der Obrigkeit vertrat, aber auch für die Eintreibung der Steuern und der Verkündung neuer Gesetze oder allgemeiner Ankündigungen zuständig war.[3][4] In Norden war der Rottmeister ab dem 1. März 1805 durch Beschluss des Magistrats auch verpflichtet, der Obrigkeit zu melden, falls Ortsfremde sich ohne Genehmigung in einem Haus in ihrem Rott niederlassen würde. Man befürchtete, dass arme Menschen von außerhalb der Stadt die hiesige Armenkasse zusätzlich belasten würden.[5]
Einzelnachweise
- ↑ Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 9
- ↑ Beschreibung von Norden in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 118
- ↑ Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 28
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 71