Wochenmarkt

Aus Norder Stadtgeschichte
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Der Wochenmarkt ist ein regelmäßig am Montag und Samstag stattfindender Markt, der sich vor allem auf dem Mittelmarkt konzentriert. Seine Ursprünge reichen bis in die Zeit der Anlage des Marktplatzes zurück, der wohl in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts angelegt wurde.[1] Seit jeher diente der Wochenmarkt nicht nur der Versorgung der Bevölkerung mit Waren aus den umliegenden Höfen, sondern auch der Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse in das Münsterland, gen Oldenburg und in die Niederlande. Gemäß der Instituta Nordana durften die Händler und Kaufleute ihre Waren dabei allerdings nur zu festgelegten Zeiten kaufen und verkaufen.[2]

Neben Händlern, die hier ihren Waren anboten, galt dies sinngemäß auch für die Arbeitskraft armer Tagelöhner, die sogar aus Südwestfalen nach Norden kamen, um auf den Höfen der reichen Marschbauern zu arbeiten. Ihr Platz befand sich nahe des Glockenturms.[3]

Bevor die Stadt selbst die Pachteinnahmen der Händler erhielt, verpachtete sie die Marktrechte alle zwei Jahre an einen neuen Pächter. Dieser wiederum durfte für jeden Marktbeschicker eine Gebühr erheben und diesen ebenso Zelte, Buden und Stände verleihen. Die Gebühren waren dabei genau festgeschrieben. So betrug diese um 1800 für den Auftrieb (Anbieten) eines dreijährigen Pferdes viereinhalb Stüber. Für ein Schwein waren ein Stüber, für eine Gans ein halber Stüber zu entrichten. Das Leihen einer einfache Bude kostete gar neun Stüber. Je größer die Bude, desto höher wurde auch die Gebühr.[4]

Für den Ablauf des geregelten Marktwesens, einschließlich der Einhaltung sämtlicher Vorschriften, war ein uniformierter Gerichtsdiener beauftragt.[5] Heute übernimmt der Marktmeister diese Aufgabe.

Einzelnachweise

  1. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 10
  2. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 16ff.
  3. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 255
  4. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 18
  5. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 19

Siehe auch