Feuerwehr Norden

Aus Norder Stadtgeschichte
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Freiwillige Feuerwehr Norden

Basisdaten
Gründung 10. Oktober 1886
Auflösung -
Rechtsform Verwaltungsbehörde
Hauptsitz Osterstraße 93 A

26506 Norden

Die Freiwillige Feuerwehr Norden ist als eine dem Ordnungsamt der Stadt Norden angegliederte, teilselbstständige Verwaltungsbehörde zuständig für die Gefahrenabwehr auf dem Gebiet des Brand- und Katastrophenschutzes sowie bei (technischen) Hilfeleistungen. Sie wurde im Jahr 1886 gegründet und ist seit März 2009 mit drei Zügen im Hilfeleistungszentrum in der Osterstraße beheimatet. Ein vierter Zug der Feuerwehr ist disloziert in Leybuchtpolder stationiert.

Anders als vielfach angenommen wird das Feuerwehrwesen in Deutschland überwiegend von Freiwilligen Feuerwehren mit ehrenamtlichen Kräften aufrechterhalten. Die von Norden aus nächstgelegene Berufsfeuerwehr befindet sich in Wilhelmshaven.

Geschichte

Anfänge des Feuerlöschwesens

Die Geschichte des gesetzlich geregelten Feuerlöschwesens in der Stadt Norden geht auf die Brandordnung von 1783 zurück. Diese wurde vom Magistrat auf Vorschlag mehrerer Norder Bürger erarbeitet und nach Genehmigung durch die preußischen Behörden am 8. Mai des Jahres öffentlich verkündet. Die Brandordnung regelte erstmal das Verhalten der Norder Bevölkerung bei einem Brandfall und enthielt grundsätzliche Vorschriften für den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz. So wurde beispielsweise jeder Haushalt gesetzlich verpflichtet, einen Löscheimer vorzuhalten alle männlichen Einwohner der Stadt, die das 17. Lebensjahr vollendet hatten und nicht wegen höherer Pflichten von Dienst befreit waren, hatten im Brandfall Hilfe zu leisten. Geleitet wurden die Maßnahmen von den sogenannten Rottmeistern, den Vorstehern der Rotten.[1] Dies waren historische Unterbezirke und Norden und dem Umland.

Im Bereich des heutigen Hotels Reichshof wurde ein Spritzenhaus eingerichtet. Die erste moderne Löschspritze der Stadt wurde 1784 für 658 Gulden in Amsterdam erworben und verfügte über einen ca. 20 Meter langen Schlauch, der weitere 21 Gulden kostete.[2] Daneben waren noch zwei veraltete Spritzen vorhanden. Das Wachthaus der Stadtwache neben dem Glockenturm auf dem Marktplatz wurde ebenfalls zu einem Spritzenhaus umfunktioniert. Im Jahr 1806 wurde ein weiteres Spritzenhaus in der Dammstraße erbaut. 1821 wurde ein Norder Kupferschmied mit dem Bau einer neuen Spritze beauftragt, die nach Behebung einiger Mängel am 18. Juli 1822 in den Dienst gestellt werden konnte. 1827 bestellte man in Hannover eine weitere Spritze, diesmal jedoch ohne Wagen. Vielmehr sollte aus Kostengründen ein älterer Wagen genutzt werden, der seinerzeit jedoch schon 43 Jahre alt war.

Nach Empfehlung der Aachener-Münchener Feuerversicherungsgesellschaft wurde der Stadt am 2. Mai 1856 eine weitere Spritze von der königlichen Regierung in Hannover zur Verfügung gestellt. Aus unerfindlichen Gründen kam diese jedoch bereits beschädigt in Norden an, sodass sie keinen Einsatzwert hatte. Als es dann am 8. Mai 1858 zu einem Großbrand an der Brückstraße kam, bei der sechs Wohnhäuser zerstört und fünf stark beschädigt wurden, beschaffte man mit Geld aus der Polizeistrafkasse und Hilfsgeldern des Provinzialbrandkasse eine neue, moderne Spritze bei dem bis heute im Brandschutz tätigen Unternehmen Carl Metz aus Heidelberg. Im August 1861 traf die Spritze ein und erwies sich als lohnenswerter Kauf. Mitglieder des im selben Jahr gegründeten Norder Turnvereins erklärten sich bereit, die Spritze im Brandfall zu bedienen und wurden daraufhin von Angestellten der Firma Metz unterwiesen.

Die Zusammenarbeit mit Metz gestaltete sich positiv, sodass im August 1877 eine weitere Spritze bestellt und bereits im Dezember des Jahres geliefert wurde. Auch diese Investition war lohnenswert und schon bald sprach sich in der Stadt die Anschaffung um, sodass der Kriegerverein Norden beim Magistrat anregte, eine Freiwillige Feuerwehr zur Unterstützung der Pflichtfeuerwehr aufzustellen. Der Magistrat sah sich jedoch dazu nicht im Stande und lehnte das Ersuchen mit der Begründung ab, hoheitliche (staatliche) Aufgaben nicht auf einen privaten Verein abgeben zu wollen.

Gründungsgeschichte

So kam es, dass der gerade erst gewählte Bürgermeister Johannes Adalbert König am 13. August 1886 Augenzeuge des Brandes der Frisiamühle wurde. Die Mühle, die damals noch am äußersten Stadtrand von Norden lag, fiel den Flammen zum Opfer, da die chaotischen Umstände und die mangelnde Ausbildung dazu führte, dass die Löschmaßnahmen kaum Wirkung zeigten. Dieses Ereignis nahm Bürgermeister König zum Anlass und forderte den Magistrat zum Erlass einer neuen Feuerpolizeiverordnung auf. Von diesen Namen darf man sich nicht verwirren lassen, der Begriff Polizei wurde früher synonym für die Verwaltung gebraucht. Auch andere Behörden und Ämter trugen den Bestandteil im Namen (Gesundheitspolizei, Baupolizei, Gewerbepolizei, ...).

Am 27. August des Jahres beschloss der Magistrat daraufhin die Aufstellung einer solchen Verordnung und damit einhergehend die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Am 6. September 1886 lud der Magistrat die Vorstände des Krieger- und Militärvereins sowie des Norder Turnvereins ins Rathaus ein, um ihnen die städtischen Pläne zu eröffnen und sie um die Konstituierung einer Wehr zu bitten. Auf Vorschlag von Bürgermeister König wurde der angesehene Kaufmann Diedrich Mescher zum Vorsitzenden des Planungskommitees bestimmt, das zugleich den Vorstand der zukünftigen Wehr bilden sollte. Dem Kommitee wurde aufgetragen, sich von Städten, die bereits ein geordnetes Feuerlöschwesens aufwiesen und von der Größe her mit Norden vergleichbar waren, Statuten und Erfahrungsberichte zu verschaffen. Für den 13. September wurde ein erneutes Treffen im Mittelhaus anberaumt.

In der neuen Versammlung beschloss das Kommitee, aus den Mitgliedern ihrer Vereine den Stamm einer neuen Freiwilligen Feuerwehr zu bilden und stellte Statuen als grundlegendes Reglement der Wehr auf. Da das Mittelhaus nicht genug Platz bot, beschloss man, die potentiellen Mitglieder am 19. September zu einer Generalversammlung in die Marxsche Bierhalle einzuladen. Zahlreiche Männer folgten dem Aufruf. Nachdem man die erarbeiteten Statuten zur Diskussion gestellt hatte und diese mit überwiegender Mehrheit angenommen wurden, unterzeichneten zahlreiche Anwesende ihre Mitgliedserklärung. Der Vorstand plante indes ein weiteres Treffen am 30. September, nun wieder im Mittelhaus.

Auf diesem neuen Treffen beratschlagte man über die Berufung eines Wehrführers, der als Hauptmann die Leitung der Feuerwehr übernehmen sollte. Die Wahl fiel schnell auf den hoch angesehenen Jan ten Doornkaat Koolman III., der das Amt annahm und als Stellvertreter U. Otten vorschlug. Am 10. Oktober 1886 wurden ten Doornkaat Koolman und U. Otten auf der konstituierenden Versammlung gewählt. Damit war die Feuerwehr Norden geboren. Mehrere namhafte Mitglieder der Norder Bürgerschaft wurden mit Führungsaufgaben beauftragt, so etwa Bäcker- und Konditorobermeister Jan Tjarks ten Cate.[3] Insgesamt umfasste die Wehr zu Beginn etwa 150 Mann.

Kaiserzeit

Als Ergänzung zu den bereits bestehenden Spritzenhäuser wurden drei weitere errichtet: Am Hafen, Am Markt und in der Kleinen Mühlenstraße. Ein Jahr nach Gründung der Feuerwehr wurde auch eine Feuerwehrkapelle gegründet. Zur Unterstützung beim Aufbau einer schlagkräftigen Feuerwehr wurde Oberfeuerwehrmann Bolts (oder Bolz) von der Berliner Feuerwehr für ein Vierteljahr nach Norden beordert. Neben fachlichen Fragen hatte er maßgeblichen Anteil an der Ausbildung der in einem geordneten Feuerlöschwesen noch völlig unerfahrenen Norder Kameraden. Förderlich war hingegen der persönliche Werdegang der meisten Mitglieder, die sich, wie bereits beschrieben, größtenteils aus Kriegsveteranen und Turnern zusammensetzte, die sowohl die erforderliche Fitness als auch Disziplin und Willensstärke mitbrachten.

Der Fuhrpark bestand anfangs aus mehreren von Hand oder Pferden gezogenen Kutschen, die entweder als Gerätewagen, als Löschpumpe oder zum Mannschaftstransport dienten. Ab 1909 verfügte die Wehr, die zu dieser Zeit bereits aus annähernd 300 Mann bestand, erstmals über eine Dampfdruckbetriebene Spritze, die 450 Liter in der Minute fördern konnte. Der erste (von Pferden gezogene) Leiterwagen wurde von der Firma Stilkenboom aus der Brückstraße gefertigt.[4] Ab 1932 folgte dann eine schrittweise Motorisierung der Wehr, beginnend mit einem in Eigenbau erstellten Fahrzeug, das über eine Tragkraftspritze (tragbare Pumpe zur Wasserförderung) verfügte. Möglicherweise gab es jedoch bereits ab 1922 einen Kraftwagen als Einsatzfahrzeug, wie alte Bilder zeigen.

Nationalsozialismus

1935 wurde eine zweite Tragkraftspritze angeschafft und ein gebrauchter Omnibus zum Mannschaftstransport erworben. Kurze Zeit später folgten ein Gerätewagen mit einem Stromaggregat (1.200 Watt) sowie ein Schnellangriffswagen, der über Kleinlöschgeräte verfügte und einen schnellen Löschangriff bis zum zeitintensiven Aufbau einer Wasserversorgung ermöglichen sollte. Feuerwehrfahrzeuge mit eingebautem Wassertank waren seinerzeit in Norden noch nicht vorhanden.

1937, die Wehr hatte zu diesem Zeitpunkt bereits vier Kraftfahrzeuge, erfolgte der Bau des Feuerwehrhauses in der Klosterstraße, der vom Landkreis Norden und der Stadt kofinanziert und ein Jahr später fertiggestellt wurde. Die alten Spritzenhäuser wurden nach und nach abgerissen. Trug der Feuerwehrkommandant anfänglich den an den gleichnamigen, militärischen Dienstgrad angelehnten Titel Hauptmann, änderte sich die Bezeichnung infolge des Reichsfeuerwehrgesetzes 1938 in Wehrführer (1938 - 1940), Kreisführer (1940 - 1943), Abteilungsführer der Feuerwehr (1943 - 1945) und schließlich Stadtbrandmeister (ab 1945). Auch hieß die Feuerwehr einige Zeit nicht mehr Feuerwehr, sondern ab 1933 Feuerlöschpolizei und ab 1938 Feuerschutzpolizei und war organisatorisch der Polizei angegliedert. Ab 31. Juli 1940 wurden die Dienstgradabzeichen an die der Feuerschutzpolizei angeglichen und alle Feuerwehrfahrzeuge wurden nur noch im Tannengrün (RAL 6009) der Polizei ausgeliefert. Vorher waren die Feuerwehrfahrzeuge meist in Rot in verschiedenen Tönungen wie Rubinrot oder Kardinalrot lackiert, es gab aber auch braune, grüne und dunkelblaue Lackierungen.

Im Vorfeld der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Feuerwehr von den nationalsozialistischen Machthabern informiert, sodass sie sich bereits vor dem Brandanschlag auf die Synagoge bei dieser befand. Die Einsatzkräfte erhielten die klare Anweisung, ihre Löschmaßnahmen lediglich darauf zu beschränken, ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern. Das Umfeld der Synagoge wurde von SA-Männern abgesperrt, die das Wirken der Feuerwehr genauestens beobachteten.

Mit dem Fortschreiten des Zweiten Weltkriegs wurden der Wehr immer mehr Mitglieder entzogen, um die Verluste der Wehrmacht auszugleichen. Glücklicherweise musste die Wehr nur selten zu kriegsbedingten Einsätzen im Stadtgebiet ausrücken, die Zahl der Luftangriffe und ihre Schäden blieben überschaubar. Da jedoch insbesondere Emden sehr viel häufiger, vor allem im September 1944, Ziel alliierter Luftangriffe wurde, rückte die Norder Wehr mehrfach dorthin aus. Dies war stets ein gefährliches Unterfangen, da auch Hilfskräfte von den alliierten Luftstreitkräften beschossen wurden. Aus diesem Grund wurde schon 1933 das Blaulicht bei der Polizei und 1938 auch bei der Feuerwehr als Warnsignal eingeführt, da es wegen seiner atmosphärischen Streuung nur schwer von der Luft aus erkennbar ist. Zusätzlich wurden die Blaulichter so ausgerüstet, dass sie nur nach vorne strahlten und nicht - wie heute - rundum leuchteten.

In den Wirren der letzten Kriegstage und der frühen Nachkriegszeit gingen Angehörige der Feuerwehr schließlich gemeinsam mit Polizeibeamten sowie ehemaligen Wehrmachtssoldaten auf Streife, um die öffentliche Sicherheit aufrechterhalten zu können und insbesondere Plünderungen vorzubeugen.[5] Nach Kriegsende konnte die Feuerwehr zudem einige Gerätschaften der Wehrmacht übernehmen, sodass ein durch die Zeit bis zur Währungsreform herrschender Materialmangel weitestgehend kompensiert werden konnte.

Bundesrepublik Deutschland

Die Wehr blieb auch nach Kriegsende an ihrem bisherigen Standort. In den Folgejahren wurden bis 1959 neue Hallen im rückwärtigen Bereich errichtet, um dem wachsenden Fuhrpark gerecht zu werden.[6] Unter anderem wurden zuvor eine Drehleiter von 22 Metern Länge (DL 22), zwei Löschgruppenfahrzeuge (LF 8) und ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16) nebst umfangreichen Materials angeschafft, darunter erstmals Atemschutzgeräte. Auch in den Folgejahren setzte sich eine Vergrößerung des Fuhrparks und eine stetige Modernisierung fort. 1962 wurde ein großes Löschgruppenfahrzeug (LF 16), 1963 ein neues LF 8 und ein Pulverloschmittelanhänger (P 250), 1964 ein weiteres LF 8, 1970 eine DL 30 und 1973 ein geländegängiges Vorausfahrzeug für den schnellen Löschangriff mit Kleinlöschgeräten angeschafft. 1974 wurde das TLF 16 aus dem Jahr 1952 durch ein moderneres Fahrzeug gleicher Kategorie ersetzt.

Auch der Bau der Feuerwehrtechnischen Zentrale bringt neue Hallen und Möglichkeiten mit sich.

In den Jahren 2007 bis 2009 wurde das neue Hilfeleistungszentrum am äußeren Ende der Osterstraße erbaut. Im Mai 2009 war der Umzug der Wehr dorthin beendet und bereits am 1. Juni 2009 konnte von hier aus der erste Einsatz gefahren werden.

Organisation

Historische Organisation

Geführt wurde die Feuerwehr von einem Kommandanten im Range eines Hauptmanns und seinem Stellvertreter. Dem Hauptmann und seinem Stellvertreter unterstand der Vorstand, der von einem Vorstandsvorsitzenden und einem Stellvertreter geführt wurde. Diesem gehörte auch der Schrift- und Rechnungsführer an. In ihrer Gesamtheit wurden und werden Vorstand und Wehrführung auch Stadtkommando (kurz: Kommando) genannt.

Jedes Einsatzfahrzeug stellte einen Zug dar, dessen Bezeichnung man hier anfangs sinnbildlich verstehen kann, da diese zunächst aus von Hand oder Pferden zu ziehenden Kutschen oder Anhängern bestanden. Jeder Zug, jeweils geführt von einem Zugführer, war wiederum einer von drei Abteilungen zugeordnet, geführt von einem Abteilungsführer. Es gab eine eine Steigerabteilung, eine Spritzenabteilung und eine Ordnungsabteilung. Über die Zuteilung der Einsatzkräfte zu den einzelnen Abteilungen entschied der Vorstand, wobei die persönlichen Fähigkeiten und die Entfernung vom Wohnhaus zum nächstgelegenen Spritzenhaus von entscheidender Bedeutung waren. Der Hauptmann hatte stets ein besonderes Veto- oder gar Alleinbestimmungsrecht.

Die Steigerabteilung hatte die Aufgabe des heutigen Angriffstrupps. Die Angehörigen sollten in das Brandobjekt steigen, um dort die Brandbekämpfung sowie Rettung von Menschen, Tieren und bedeutenden Sachgütern vorzunehmen. Die Spritzenabteilung war zuständig für die Bedienung der Pumpen und der Wasserförderung. Ihre Aufgabe war somit mit denen des heutigen Wassertrupps sowie des Schlauchtrupps vergleichbar. Die Ordnungsabteilung hatte für Ordnung an der Einsatzstelle zu sorgen, diese von Zuschauern freizuhalten und gerettete Sachwerte zu bewachen. Weiterhin stellte sie Sanitäter und Musiker (für feierliche Anlässe) sowie die Alarmhornisten. Letztere eilten im Brandfall durch die Stadt und blusen Alarmhörner zur Alarmierung der Einsatzkräfte und Warnung der Bevölkerung. Auf alten Bildern ist zu erkennen, dass die Ordnungsabteilung vorwiegend aus Männern mittleren bis fortgeschrittenen Alters bestand, während insbesondere in der Steiger- und Spritzenabteilung eher jüngere Generationen vertreten sind.

Die Steiger- und die Spitzenabteilung wählten aus ihren Reihen einen auf drei Jahre amtierenden Obersteiger bzw. Oberspritzenmann als Abteilungsführer. Der Abteilungsführer der Ordnungsabteilung hingegen wurden vom Vorstand ernannt. Im Verhinderungsfalle des Kommandanten und dessen Stellvertreter oblag die Wehrführung dem Dienstältesten Obersteiger. Die Spritzenabteilung bestimmte zudem einen Spritzenmeister, der verantwortlich für je eine Spritzenpumpe war. Zudem trugen die Züge innerhalb dieser Züge je nach Aufgabe die Bezeichnung Spritzenzug (bedienen die Spritze) und Zubringerzug (bringen das Wasser zur Spritze).

Beachtenswert ist, dass die Norder Wehr von Anfang an auch durch entsprechende Löschverträge für den Brandschutz in den seit 1972 zur Stadt gehörenden Umlandgemeinden, einschließlich der schon seit 1919 eingemeindeten Sandbauerschaft zuständig war. Für den Brandschutz dort waren primär der 5. Zug und 6. Zug vorgesehen, die deshalb jeweils südlich und nördlich der Kernstadt stationiert waren, während alle anderen Züge sich im innerstädtischen Bereich konzentrierten. Bei Bedarf durften auch der 1. Zug, der 3. Zug sowie der 7. Zug unterstützen, während alle anderen Züge mitsamt ihrer Gerätschaften in der Stadt zu verbleiben hatten, um den städtischen Brandschutz nicht zu gefährden. Anders herum war der Einsatz des 6. Zugs nur auf besonderen Befehl innerhalb der Stadtgrenzen vorgesehen.

Abteilungen im Jahr 1886

Steigerabteilung

Spritzenabteilung

Ordnungsabteilung

  • 7. Zug: Eine Mannschaftstransportkutsche

Abteilungen im Jahr 1911

Steigerabteilung

  • 1. Zug: Eine mechanische, fahrbare Feuerleiter (14 Meter) mit vier Hakenleitern
  • 2. und 3. Zug: Eine Mannschaftstransportkutsche

Spritzenabteilung

  • 4. Zug: Eine Handdruckspritze und ein Gerätewagen
  • 5. Zug: Eine Handdruckspritze und eine Dampfdruckspritze
  • 6. Zug: Eine Handdruckspritze

Ordnungsabteilung

  • 7. Zug: Eine Mannschaftstransportkutsche

Heutige Organisation

Die Wehr wird von einem Stadtbrandmeister und einem Stellvertreter geführt und zerfällt in vier Züge, an dessen Spitze jeweils ein Zugführer nebst dessen Stellvertreter steht. Die Züge wiederum unterteilen sich in mehrere Gruppen, die jeweils eine Fahrzeugbesatzung stellen und von einem Gruppenführer nebst Stellvertreter geführt wird.

Der Kinder- und Jugendfeuerwehr steht ein Stadtjugendwart nebst Stellvertreter vor. Beide Abteilungen haben ebenfalls einen Kinder- bzw. Jugendfeuerwehrwart sowie einen Stellvertreter. Diese Aufgaben werden in der Regel von erfahrenen Einsatzkräften bekleidet.

Alle vorgenannten Führungskräfte (ohne Stellvereter) sind gemäß Satzung gleichzeitig Mitglied des Stadtkommandos, dem Vorstand der Feuerwehr. Im Verhinderungsfall nehmen die Stellvertreter diese Aufgabe wahr. Dem Kommando ist zudem ein Schriftführer beigeordnet, der die Kernpunkte der Kommandositzungen schriftlich festhält.

Einsatzstatistik

Jahr Anzahl
1954 16
1955 74
1956 25
1957 15
1958 39
1959 26
1960 14
1961 32
1962 25
1963 37

Wehrführer

Vollständiger Name Amtszeit Stellvertreter Dienstbezeichnung
Jan ten Doornkaat Koolman III. 1886 - 1912 U. Otten Hauptmann
Fiepko ten Doornkaat Koolman II. 1912 - 1918 Hauptmann
Peter Remmers 1918 - 1937 Hauptmann
Julius Albers 1937 - 1947 Hauptmann (1937 - 1938); Wehrführer (1938 - 1940); Kreisführer (1940 - 1943); Abteilungsführer der Feuerwehr (1943 - 1945); Stadtbrandmeister (ab 1945)
Carl Essmann 1947 - 1965 Edzard Hasbargen Stadtbrandmeister
Edzard Hasbargen 1965 - 1986 Karl Grünfeld (bis 1969) Friedrich Pflüger (seit 1969) Stadtbrandmeister
Friedrich Pflüger 1986 - 1994 Karl Kettler Stadtbrandmeister
Karl Kettler 1994 - 2012 Dieter Stellmacher Stadtbrandmeister
Dieter Stellmacher 2012 - 2016 Thomas Kettler; Thomas Weege Stadtbrandmeister
Thomas Kettler 2016 - heute Thomas Weege Stadtbrandmeister

Kreisbrandmeister

Die Kreisbrandmeister sind die Dienstvorgesetzten aller Orts-, Gemeinde- und Stadtbrandmeister eines Landkreises. Für den Landkreis Norden haben diese Position folgende Personen wahrgenommen:

Vollständiger Name Amtszeit Stellvertreter Dienstbezeichnung
Dodo Stroman 1922 - 1935 Kreisfeuerwehrführer
Hermann Tjaden 1935 - 1941 Kreisfeuerwehrführer (bis 1940); Bezirksführer (1940 - 1941)
Ulrich Meyer 1941 - 1960 Bezirksführer (1941 - 1943); Oberabteilungsführer der Feuerwehr (1943 - 1945); Kreisbrandmeister (ab 1945)
Heinrich Kröger 1960 - 1978 Kreisbrandmeister

Einzelnachweise

  1. Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 20f.
  2. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 172
  3. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 182
  4. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 177
  5. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 44
  6. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 66

Quellenverzeichnis

  • Archiv der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Norden
  • Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden
  • Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden
  • Freiwillige Feuerwehr Norden (1976): 90 Jahre Freiwillige Feuerwehr der Stadt Norden, Norden
  • Freiwillige Feuerwehr Norden (1986): 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr der Stadt Norden, Norden
  • Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv)

Siehe auch