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Im Mai 1874 erließ der Norder Magistrat eine neue Polizeiverordnung, in der das Betreten von Rasenflächen oder das Verrichten der Notdurft in der Öffentlichkeit unter Strafe gestellt wurden. Bei Zuwiderhandlungen wurde Geld- oder gar Haftstrafe angedroht. Auch sonst wurden die typisch preußischen Tugenden über Zucht und Ordnung in Ostfriesland vollends gepflegt. Im September 1885 wurde ein gerade einmal elf Jahre altes Mädchen angezeigt, nachdem sie sich an eine eiserne Viehstange auf dem [[Blücherplatz]] gehängt hatte. Im Polizeibericht heißt es, dass sie "in schamloser Weise" geturnt habe, "so daß ihr die Röcke und Kleider über den Kopf geflogen sind und die Passanten ein Ärgernis genommen haben.".
Im Mai 1874 erließ der Norder Magistrat eine neue Polizeiverordnung, in der das Betreten von Rasenflächen oder das Verrichten der Notdurft in der Öffentlichkeit unter Strafe gestellt wurden. Bei Zuwiderhandlungen wurde Geld- oder gar Haftstrafe angedroht. Auch sonst wurden die typisch preußischen Tugenden über Zucht und Ordnung in Ostfriesland vollends gepflegt. Im September 1885 wurde ein gerade einmal elf Jahre altes Mädchen angezeigt, nachdem sie sich an eine eiserne Viehstange auf dem [[Blücherplatz]] gehängt hatte. Im Polizeibericht heißt es, dass sie "in schamloser Weise" geturnt habe, "so daß ihr die Röcke und Kleider über den Kopf geflogen sind und die Passanten ein Ärgernis genommen haben.".


Mit dem Umzug der Stadtverwaltung in das neue, bis heute als solches genutzte [[Rathaus]] im Herbst 1883 erwarb die Stadt zugleich die dritte (rechte) der [[Drei Schwestern]]. Der hintere, untere Teile wurde der Polizei als Dienstsitz zur Verfügung gestellt, die übrigen Räume wurden vermietet. In einer dieser vermieteten Wohnungen lebte der Polizeisergeant Hinrich Bohlken mit seiner Familie, sein mittelbarer Nachbar war der Polizeisergeant Frank oder Fritz Leopold. Seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bezeichnung "Sergeant" der zweitunterste Dienstgrad. Er war Vorgesetzter der Polizeidiener, stand jedoch noch unter den Wachtmeistern.
Mit dem Umzug der Stadtverwaltung in das neue, bis heute als solches genutzte [[Rathaus]] im Herbst 1883 erwarb die Stadt zugleich die dritte (rechte) der [[Drei Schwestern]]. Der hintere, untere Teile wurde der Polizei als Dienstsitz zur Verfügung gestellt, deren Umzug vom [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus am Marktplatz]] zeitnah erfolgte. Die übrigen Räume wurden vermietet. In einer dieser vermieteten Wohnungen lebte der Polizeisergeant Hinrich Bohlken mit seiner Familie, sein mittelbarer Nachbar war der Polizeisergeant Frank oder Fritz Leopold. Seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bezeichnung "Sergeant" der zweitunterste Dienstgrad. Er war Vorgesetzter der Polizeidiener, stand jedoch noch unter den Wachtmeistern.


Um kurz nach 1900 sorgten die Beamten Theodor Höger und Johannes Heinichen für Sicherheit und Ordnung. Heinichen war eine regionale Bekanntheit, da er einen der ersten Polizeihunde besaß. Höger wurde zugleich Nachmieter der Wohnung von Bohlken. Ihm wurde es von der Stadt gestattet, den Garten des Bürgermeisters (heute Parkplatz des Rathauses) zur Zucht von Hühnern der rasse "Schwarze Minorka" zu nutzen.
Um kurz nach 1900 sorgten die Beamten Theodor Höger und Johannes Heinichen für Sicherheit und Ordnung. Heinichen war eine regionale Bekanntheit, da er einen der ersten Polizeihunde besaß. Höger wurde zugleich Nachmieter der Wohnung von Bohlken. Ihm wurde es von der Stadt gestattet, den Garten des Bürgermeisters (heute Parkplatz des Rathauses) zur Zucht von Hühnern der rasse "Schwarze Minorka" zu nutzen.