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|Bauweise
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|verputzter Ziegelsteinbau
|Großes Stadthaus
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Wahrscheinlich wurde das Haus nach Loringas Tod von [[Henrictum Kryte]] erworben. Hingegen ist gesichert, dass seine Tochter [[Rebecca Kryte]] (auch Rebecca Henrici genannt) und ihr Ehemann, Magister [[Conradus Scipio]] Eigentümer des Hauses waren.<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 52</ref><ref name=":3">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 53</ref> Diese verkauften es am 21. Februar 1654 für 500 Gulden an [[Jacobus Wermelskirchen|Jacobus ''Monsieur'' Wermelskirchen]].<ref name=":3" /><ref name=":2">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 47</ref> An dieser Stelle ergibt sich die Schlussfolgerung, dass nicht Jacobus ''Monsieur'' Wermelskirchen Namensgeber des ''Haus Monsieur'' war, sondern vielmehr das Haus Namensgeber für ''Monsieur Wermelskirchen''.
Wahrscheinlich wurde das Haus nach Loringas Tod von [[Henrictum Kryte]] erworben. Hingegen ist gesichert, dass seine Tochter [[Rebecca Kryte]] (auch Rebecca Henrici genannt) und ihr Ehemann, Magister [[Conradus Scipio]] Eigentümer des Hauses waren.<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 52</ref><ref name=":3">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 53</ref> Diese verkauften es am 21. Februar 1654 für 500 Gulden an [[Jacobus Wermelskirchen|Jacobus ''Monsieur'' Wermelskirchen]].<ref name=":3" /><ref name=":2">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 47</ref> An dieser Stelle ergibt sich die Schlussfolgerung, dass nicht Jacobus ''Monsieur'' Wermelskirchen Namensgeber des ''Haus Monsieur'' war, sondern vielmehr das Haus Namensgeber für ''Monsieur Wermelskirchen''.


Nach dem Erwerb wurde der Bestandsbau abgebrochen und das bis heute bestehenden Gebäude von Wermelskirchen errichtet.<ref name=":3" /> Nach dem Tode Wermelskirchen ging das Haus an seinen zweitgeborenen Sohn [[Jean Rogeau Wermelskirchen]] (der erstgeborene Sohn verstarb bereits bei der Geburt). Dieser vermachte es in Ermangelung eigener Kinder nach seinem Tode 1694 der [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden|reformierten Gemeinde]] als Wohnhaus für den Pastoren. So hatte es bereits sein Vater testamentarisch verfügt.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 98</ref><ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 12</ref> Auch weiterer Familienbesitz wurde verteilt. Die Gemeinde erhielt ebenfalls einen Erbzins von Stücklanden in der [[Ostermarsch]] zu 18 Talern zur Aufbesserung des Pastorengehalt, Pastor Rösing erhielt eine Bibel mit silbernem Verschluss, der Kantor Rose soll sechs Taler geerbt haben.<ref name=":2" /><ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 54</ref>  
Nach dem Erwerb wurde der Bestandsbau abgebrochen und das bis heute bestehenden Gebäude von Wermelskirchen errichtet.<ref name=":3" /> Nach dem Tode Wermelskirchen ging das Haus an seinen zweitgeborenen Sohn [[Jean Rogeau Wermelskirchen]] (der erstgeborene Sohn verstarb bereits bei der Geburt). Dieser vermachte es in Ermangelung eigener Kinder nach seinem Tode 1694 der [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden|reformierten Gemeinde]] als Wohnhaus für den Pastoren. So hatte es bereits sein Vater testamentarisch verfügt.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 98</ref><ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 12</ref> Auch weiterer Familienbesitz wurde verteilt. Die Gemeinde erhielt ebenfalls einen Erbzins von Stücklanden in der [[Ostermarsch]] zu 18 Talern zur Aufbesserung des Pastorengehalt, Pastor Rösing erhielt eine Bibel mit silbernem Verschluss, der Kantor Rose soll sechs Taler geerbt haben.<ref name=":2" /><ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 54</ref> Wermelskirchen hielt in seinem Testament ebenso minutiös die Veräußerung seiner sonstigen Habe fest.


Historisch gehörte das Grundstück des Haus Monsieur, wie auch die später errichtete [[Holzhandlung Frericks]], zum [[Engenahof]]. Die Familie Wermelskirchen war mit [[Erhard Lüppena]], Erbauer des vorgenannten Gebäudes verwandt und gelangte so an den Vorgängerbau des heutigen ''Haus Monsieur'' sein.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 30</ref>
Historisch gehörte das Grundstück des Haus Monsieur, wie auch die später errichtete [[Holzhandlung Frericks]], zum [[Engenahof]]. Die Familie Wermelskirchen war mit [[Erhard Lüppena]], Erbauer des vorgenannten Gebäudes verwandt und gelangte so an den Vorgängerbau des heutigen ''Haus Monsieur'' sein.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 30</ref>


Seit dem 14. Juni 1919 gehörte das Haus Monsieur dem Kaufmann [[Simon Schmidt]], seit dem 4. April 1933 zur Hälfte anteilig [[Johan Karl Kutzeer]] und [[Erna Kutzeer]]. Seit dem 21. Juli 1970 waren die Witwe Erna Kutzeer und ab November 1982 [[Helmut Kutzeer]] Eigentümer des Hauses. Die Familie Kutzeer blieb noch bis mindestens 1997 Hauseigentümer.<ref name=":2" /><ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 13</ref> Bis heute befindet sich hier schließlich eine Rechtsanwaltskanzlei.
Seit dem 14. Juni 1919 gehörte das Haus Monsieur dem Kaufmann [[Simon Schmidt]], seit dem 4. April 1933 zur Hälfte anteilig Rechtsanwalt [[Johan Karl Kutzeer]] und [[Erna Kutzeer]]. Seit dem 21. Juli 1970 waren die Witwe Erna Kutzeer und ab November 1982 [[Helmut Kutzeer]] Eigentümer des Hauses. Die Familie Kutzeer blieb noch bis mindestens 1997 Hauseigentümer.<ref name=":2" /><ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 13</ref> Bis heute befindet sich im Haus eine Rechtsanwaltskanzlei.


Seit Juni 2022 wurde die Fassade des Gebäudes mehrere Monate einer umfangreichen Restaurierung unterzogen.
Seit Juni 2022 wurde die Fassade des Gebäudes mehrere Monate einer umfangreichen Restaurierung unterzogen.