Holzhandlung Frericks: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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==Geschichte==
==Geschichte==
Das Holzunternehmen Freericks wurde nachweislich vor dem Jahre 1870 gegründet und war in dieser Zeit im Besitz von [[Rudolf Freericks]], der mutmaßlich auch der Gründer des Unternehmens gewesen ist.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 46</ref> Spätestens seit etwa 1880 befand die Holzhandlung sich dann an ihrem Standort [[Am Markt]] 9.<ref name=":0">Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 76</ref> In der Zeit um 1950 gehörte die Holzhandlung einem Nachkommen, Rudolph Freericks.<ref>Adressbuch von 1950/1951, S. 102</ref> 1951 wurde sie offenbar von H. R. de Boer als Nachfolger übernommen.<ref>Adressbuch der Stadt Norden von 1950/1951, S. 98</ref>


Zur Holzverarbeitung unterhielt die Familie Frericks [[Sägemühle Frericks|eine Sägemühle]] am [[Norder Hafen]].<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 44</ref> Hier wurden auch Boote - möglicherweise in Zusammenarbeit mit der [[Schiffswerft Herlyn]] - restauriert, so etwa das erste Ruderboot des [[Norder Ruderclub|Norder Ruderclubs]].<ref>[http://norder-ruderclub.de/chronik/ Chronik des Norder Ruderclubs], abgerufen am 26. August 2021</ref> 1978/1979 schließlich musste das Gebäude der Holzhandlung am Markt der Verbreiterung der [[Uffenstraße]] weichen.<ref name=":0" />
* siehe auch: [[Engenahof#Geschichte|Geschichte des Engenahofs (Am Markt 10)]]


Historisch gehörte das Gelände der Freerick'schen Holzhandlung, wie auch jenes des heute noch existierenden [[Haus Monsieur]], zur [[Kenenburg]].
Haus und Grund der späteren und mittlerweile abgebrochenen Holzhandlung Frericks stehen in enger Verbindung mit der Geschichte des benachbarten Anwesens [[Am Markt 10]] und damit Teil des sogenannten [[Engenahof|Engenahofs]].<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 47</ref> Daher waren auch die Eigentümer bis 1766 identisch.<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 48</ref>
 
Ursprünglich gehörtem eine sehr große Stallung und Ländereien zum Anwesen, große Teile des Grundstücks würden jedoch wohl bereits im 16. Jahrhundert verkauft. Die Eigentümer des Hauses hatten die [[Uffenstraße]] (wohl gemeinsam mit den Bewohnern des [[Vossenhus]]) zu unterhalten.<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 49</ref> Auch die kleine Lohne zwischen dem Haus und dem Haus Am Markt 10 musste unterhalten werden, ebenso der vor dem Haus befindliche [[Brunnen]].<ref name=":1">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 50</ref>
 
Am 25. August 1766 erwarb [[Claas Janssen Backer]] das Haus für 1.550 Gulden. Laut Testament vom 4. September 1772 erbten die beiden Kinder [[Jan Claassen Backer]] und [[Dirktje Claassen Backer]] das Haus zu gleichen Teilen. Nach dem Tode der Schwester wurde Jan am 30. Dezember 1800 alleiniger Besitzer.<ref name=":1" />
 
Am 17. Mai 1802 erwarb die Tabakmanufaktur [[Steinbömer & Lubinus]] das Haus, veräußerten es jedoch bereits am 31. August des Jahres wieder, vermutlich an [[Jan Rieken]]. Nach dessen Tode folgten seine Kinder [[Rieke Rieken]], [[Siewer Janssen Rieken]] und [[Mewes Janssen Rieken]]. Am 31. Juli 1824 war [[Siewer Janssen]], Witwe des verstorbenen Hausmanns [[Meewes Siemens]], als Besitzerin eingetragen. Dann folgte [[Elias Wessels]] Witwe, danach [[Cornelius Albers]]. Ab 1846 war das Haus im Besitz von T. F. Rosenberg, ab 1859 gehörte es [[Georg Schiffel]] und ab 1868 [[Casimir Biermann|Casimir J. C. Biermann]].<ref name=":1" />
 
In den 1870er Jahren wurde Holzhändler [[Rudolf Freericks]] neuer Eigentümer.<ref name=":1" /><ref name=":0">Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 76</ref> Sein Betrieb wurde nachweislich schon vor dem Jahre 1870 gegründet.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 46</ref> In der Zeit um 1950 gehörte die Holzhandlung einem Nachkommen, [[Rudolph Freericks]].<ref>Adressbuch von 1950/1951, S. 102</ref> 1951 wurde sie offenbar von H. R. de Boer als Nachfolger übernommen.<ref>Adressbuch der Stadt Norden von 1950/1951, S. 98</ref>
 
Zur Holzverarbeitung unterhielt die Familie Frericks [[Sägemühle Frericks|eine Sägemühle]] am [[Norder Hafen]].<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 44</ref> Hier wurden auch Boote - möglicherweise in Zusammenarbeit mit der [[Schiffswerft Herlyn]] - restauriert, so etwa das erste Ruderboot des [[Norder Ruderclub|Norder Ruderclubs]].<ref>[http://norder-ruderclub.de/chronik/ Chronik des Norder Ruderclubs], abgerufen am 26. August 2021</ref> 1978/1979 schließlich musste das Gebäude der Holzhandlung auf Anordnung der Bezirksregierung der Verbreiterung der [[Uffenstraße]] weichen.<ref name=":1" /><ref name=":0" />


==Trivia==
==Trivia==

Version vom 18. März 2024, 12:32 Uhr

Holzhandlung Frericks

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Basisdaten
Entstehungszeit vor 1870
Erbauer unbekannt
Bauweise (verputzter) Ziegelsteinbau
Erhaltungszustand 1978 abgebrochen
Genaue Lage Am Markt 9

26506 Norden

Die Holzhandlung Fre(e)ricks war eine bekannte Holzhandlung und -verarbeitung mit Sitz an der Südostecke des Norder Marktplatzes. Die Betriebsgebäude wurden 1978 bzw. 1979 infolge der Verbreitung der Uffenstraße abgebrochen, um einen autogerechten Zugang zur Straße Am Markt herzustellen.[1] Außerdem befinden sich wesentliche Teile des heutigen Polizeigeländes auf dem Grund der ehemaligen Holzhandlung, so etwa die Parkplätze östlich des Polizeigebäudes und große Teile des hinteren Hofgeländes.

Geschichte

Haus und Grund der späteren und mittlerweile abgebrochenen Holzhandlung Frericks stehen in enger Verbindung mit der Geschichte des benachbarten Anwesens Am Markt 10 und damit Teil des sogenannten Engenahofs.[2] Daher waren auch die Eigentümer bis 1766 identisch.[3]

Ursprünglich gehörtem eine sehr große Stallung und Ländereien zum Anwesen, große Teile des Grundstücks würden jedoch wohl bereits im 16. Jahrhundert verkauft. Die Eigentümer des Hauses hatten die Uffenstraße (wohl gemeinsam mit den Bewohnern des Vossenhus) zu unterhalten.[4] Auch die kleine Lohne zwischen dem Haus und dem Haus Am Markt 10 musste unterhalten werden, ebenso der vor dem Haus befindliche Brunnen.[5]

Am 25. August 1766 erwarb Claas Janssen Backer das Haus für 1.550 Gulden. Laut Testament vom 4. September 1772 erbten die beiden Kinder Jan Claassen Backer und Dirktje Claassen Backer das Haus zu gleichen Teilen. Nach dem Tode der Schwester wurde Jan am 30. Dezember 1800 alleiniger Besitzer.[5]

Am 17. Mai 1802 erwarb die Tabakmanufaktur Steinbömer & Lubinus das Haus, veräußerten es jedoch bereits am 31. August des Jahres wieder, vermutlich an Jan Rieken. Nach dessen Tode folgten seine Kinder Rieke Rieken, Siewer Janssen Rieken und Mewes Janssen Rieken. Am 31. Juli 1824 war Siewer Janssen, Witwe des verstorbenen Hausmanns Meewes Siemens, als Besitzerin eingetragen. Dann folgte Elias Wessels Witwe, danach Cornelius Albers. Ab 1846 war das Haus im Besitz von T. F. Rosenberg, ab 1859 gehörte es Georg Schiffel und ab 1868 Casimir J. C. Biermann.[5]

In den 1870er Jahren wurde Holzhändler Rudolf Freericks neuer Eigentümer.[5][6] Sein Betrieb wurde nachweislich schon vor dem Jahre 1870 gegründet.[7] In der Zeit um 1950 gehörte die Holzhandlung einem Nachkommen, Rudolph Freericks.[8] 1951 wurde sie offenbar von H. R. de Boer als Nachfolger übernommen.[9]

Zur Holzverarbeitung unterhielt die Familie Frericks eine Sägemühle am Norder Hafen.[10] Hier wurden auch Boote - möglicherweise in Zusammenarbeit mit der Schiffswerft Herlyn - restauriert, so etwa das erste Ruderboot des Norder Ruderclubs.[11] 1978/1979 schließlich musste das Gebäude der Holzhandlung auf Anordnung der Bezirksregierung der Verbreiterung der Uffenstraße weichen.[5][6]

Trivia

In der Zeit um 1812 hatte das Gebäude die Hausnummer 326.[12]

Galerie

Einzelnachweise

  1. Haddinga, Johann (2010): Die Polizei und ihre Geschichte(n), in: Heim und Herd vom 20. Oktober 2018, Beilage Ostfriesischer Kurier Nr. 10, S. 37ff.
  2. Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 47
  3. Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 48
  4. Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 49
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 50
  6. 6,0 6,1 Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 76
  7. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 46
  8. Adressbuch von 1950/1951, S. 102
  9. Adressbuch der Stadt Norden von 1950/1951, S. 98
  10. Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 44
  11. Chronik des Norder Ruderclubs, abgerufen am 26. August 2021
  12. Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 1

Siehe auch