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Die '''Sielstraße''' ist eine [[Gemeindestraße]] in [[Norden (Stadtteil)|Norden]]. Die Straße grenzt nördlich an [[Am Markt]] und endet im Süden, kurz vor dem [[Norder Hafen]] als Sackgasse. Die Sielstraße kann seit der Altstadtsanierung ab 1968 nicht mehr vollständig durchfahren werden. Erst ab der [[Kleine Neustraße |Kleinen Neustraße]], die die Sielstraße kreuzt, ist eine Weiterfahrt in Richtung Süden möglich. Ebenfalls gekreuzt wird die Sielstraße von [[Am Alten Siel]]. In ihren südlichen Ausläufern geht östlich die [[Peter-Janssen-Lohne]] und westlich die [[Gaswerkstraße]] ab. Weitere Nebenstraßen sind die [[Große Lohne]] und [[Steenbalgen]].
Die '''Sielstraße''' ist eine [[Gemeindestraße]] in [[Norden (Stadtteil)|Norden]]. Die Straße grenzt nördlich an [[Am Markt]] und endet im Süden, kurz vor dem [[Norder Hafen]] als Sackgasse. Die Sielstraße kann seit der Altstadtsanierung ab 1968 nicht mehr vollständig durchfahren werden. Erst ab der [[Kleine Neustraße |Kleinen Neustraße]], die die Sielstraße kreuzt, ist eine Weiterfahrt in Richtung Süden möglich. Ebenfalls gekreuzt wird die Sielstraße von [[Am Alten Siel]]. In ihren südlichen Ausläufern geht östlich die [[Peter-Janssen-Lohne]] und westlich die [[Gaswerkstraße]] ab. Weitere Nebenstraßen sind die [[Große Lohne]] und [[Steenbalgen]].
Der nördliche Teil heißt seit jeher Sielstraße, der südliche Teil hieß ursprünglich Sielweg, während die Sielstraße sich über die heutige [[Heringstraße]] gen Süden fortsetzte.
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==Geschichte==
==Geschichte==
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Die südliche Verlängerung der Sielstraße hieß 1725 ''Syhlenstraten'', um 1760 ''Syhl-Straßer Weg'', 1772 ''Syhlenstraßer Fuhrweg'' oder ''Syhlen Straßer Weg'' und 1850 ''Weg nach dem Siel.'' 1897 erscheint sie als ''Sielweg'', später dann als ''Sielstraße''. Auch diese Straße wurde teilweise in die 1968 begonnene Altstadtsanierung mit einbezogen.<ref name=":0" /><ref name=":2">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 14</ref> Der nördliche Arm der Sielstraße ist dabei wesentlich älter als der südliche (verlängerte) Teil. Erstgenannter bestand bereits vor 1583.<ref>Schreiber, Gretje (2011): Das Norder Hafengebiet und seine beiden Häfen im 16. Jahrhundert, Manuskript</ref>
Die südliche Verlängerung der Sielstraße hieß 1725 ''Syhlenstraten'', um 1760 ''Syhl-Straßer Weg'', 1772 ''Syhlenstraßer Fuhrweg'' oder ''Syhlen Straßer Weg'' und 1850 ''Weg nach dem Siel.'' 1897 erscheint sie als ''Sielweg'', später dann als ''Sielstraße''. Auch diese Straße wurde teilweise in die 1968 begonnene Altstadtsanierung mit einbezogen.<ref name=":0" /><ref name=":2">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 14</ref> Der nördliche Arm der Sielstraße ist dabei wesentlich älter als der südliche (verlängerte) Teil. Erstgenannter bestand bereits vor 1583.<ref>Schreiber, Gretje (2011): Das Norder Hafengebiet und seine beiden Häfen im 16. Jahrhundert, Manuskript</ref>


Die Bewohnerschaft bestand aus ''"mittelmäßigen (mittelständischen) Bürgern'', ''gemeinen (einfachen) Handwerkern"'' und Tagelöhnern. Im verlängerten (südlichen) Sielweg, der 1850 noch als ''Weg nach dem Siel'' bezeichnet wurde, war an der Westseite ein ''Schlooth'' (Graben), der mit dem [[Zweites Siel |Zweiten Siel]] verbunden war und so entwässern konnte.<ref name=":0" /><ref name=":2" /> Die Gegend galt im Allgemeinen als verrufen, zur Nachtzeit wegen der hohen Kriminalität gar als lebensgefährlich. Auch soll es hier ein Bordell gegeben haben.<ref name=":1">Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 14f.</ref> Bis heute hat sich am eher schlechten Ruf der Straße nur wenig geändert.
Die Bewohnerschaft bestand seit jeher aus ''"mittelmäßigen (mittelständischen) Bürgern'', ''gemeinen (einfachen) Handwerkern"'' und Tagelöhnern. Im verlängerten (südlichen) Sielweg, der 1850 noch als ''Weg nach dem Siel'' (später ''Sielweg'') bezeichnet wurde, war an der Westseite ein ''Schlooth'' (Graben), der mit dem [[Zweites Siel |Zweiten Siel]] verbunden war und so entwässern konnte.<ref name=":0" /><ref name=":2" /> Die Gegend galt im Allgemeinen als verrufen, zur Nachtzeit wegen der hohen Kriminalität gar als lebensgefährlich. Auch soll es hier ein Bordell gegeben haben.<ref name=":1">Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 14f.</ref> Bis heute hat sich am eher schlechten Ruf der Straße nur wenig geändert.


Beherrscht wurde die südliche Ostseite durch die sogenannte [[Alte Kalkwarf]], die im 16. Jahrhundert eine Ziegelei war. Hier musste nach Fertigstellung des [[Neuer Süderdeich|(neuen) Süderdeich]] im Jahr 1583 die Unterhaltung von vier Fuß (altes Längenmaß; ca. 30 cm) durch die Anwohner geleistet werden mussten. Mit dem Bau des (neuen) Süderdeiches lagen diese Häuser hinter dem schützenden Deich und mussten entsprechend dieser [[Deichlast]] auch für seine Instandhaltung sorgen.<ref name=":0" />
Beherrscht wurde die südliche Ostseite durch die sogenannte [[Alte Kalkwarf]], die im 16. Jahrhundert eine Ziegelei war. Hier musste nach Fertigstellung des [[Neuer Süderdeich|(neuen) Süderdeich]] im Jahr 1583 die Unterhaltung von vier Fuß (altes Längenmaß; ca. 30 cm) durch die Anwohner geleistet werden mussten. Mit dem Bau des (neuen) Süderdeiches lagen diese Häuser hinter dem schützenden Deich und mussten entsprechend dieser [[Deichlast]] auch für seine Instandhaltung sorgen.<ref name=":0" />