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'''bleihen''' (blühen), '''breihen''' (brühen), '''fleiten''' (pfeifen), '''freien''' (freuen), '''gleihen''' (glühen), '''greien''' (gedeihen), andernorts realisiert mit ''-eu-''
'''bleihen''' (blühen), '''breihen''' (brühen), '''fleiten''' (pfeifen), '''freien''' (freuen), '''gleihen''' (glühen), '''greien''' (gedeihen), andernorts realisiert mit ''-eu-''
'''Eilamm''' (weibliches Lamm), statt sonst ''Öilamm'' oder ''Aulamm''


'''Köppke''' (Tasse), '''löss''' (lose), '''över''' (über, übrig), sonst meistens ohne Umlaut realisiert
'''Köppke''' (Tasse), '''löss''' (lose), '''över''' (über, übrig), sonst meistens ohne Umlaut realisiert
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Sehr charakteristisches Merkmal des Norder Platt, das nirgendwo sonst beobachtet wird. Diskutiert wird eine Entstehung aus altem, friesischem Substrat oder durch frühe Handelskontakte mit den Hansestädten<ref>Hans Janßen, 1937, in Deutsche Dialektgeographie</ref>. In der Schriftsprache wird dieses Merkmal nicht bei allen Autoren bewusst eingesetzt, da die überwiegende Literatur den Einheitsplural auf ''-en'' verwendet und dies oft als Orientierung dient. In der gesprochenen Sprache ist der Gebrauch von Flexionsformen, wie es für alle ostfriesischen Varianten gilt, selbst bei ein und demselben Sprecher nicht einheitlich und hängt u. a. von der Wortstellung im Satz und vom Grad der "Verschleifung" ab.
Sehr charakteristisches Merkmal des Norder Platt, das nirgendwo sonst beobachtet wird. Diskutiert wird eine Entstehung aus altem, friesischem Substrat oder durch frühe Handelskontakte mit den Hansestädten<ref>Hans Janßen, 1937, in Deutsche Dialektgeographie</ref>. In der Schriftsprache wird dieses Merkmal nicht bei allen Autoren bewusst eingesetzt, da die überwiegende Literatur den Einheitsplural auf ''-en'' verwendet und dies oft als Orientierung dient. In der gesprochenen Sprache ist der Gebrauch von Flexionsformen, wie es für alle ostfriesischen Varianten gilt, selbst bei ein und demselben Sprecher nicht einheitlich und hängt u. a. von der Wortstellung im Satz und vom Grad der "Verschleifung" ab.


''Beispiel: wi stahnt, ji doont, se gahnt''
''Beispiel: wi stahnt, ji doont, se gahnt; de Ohren doot di sehr''


Aber: stahnt wir, doont ji, gahnt se, sprachlich oft verschliffen realisiert als ''*stahwi'', ''*dooji'', ''*gahsei''
Aber, in anderer Wortstellung: stahnt wir, doont ji, gahnt se, sprachlich oft verschliffen realisiert als ''*stahwi'', ''*dooji'', ''*gahsei''


Hauptsächlich bei Verben mit einsilbigem Infinitiv beobachtet (doon, gahn, sehn, slaan, stahn..)
Hauptsächlich bei Verben mit einsilbigem Infinitiv beobachtet, die sehr häufig verwendet werden (doon, gahn, sehn, slaan, stahn, könen, hebben). Autoren und Sprecher verwenden aber regelmäßig bei allen mehrsilbigen Verben den Einheitsplural auf -en.


Als Faustregel gilt: je weiter östlich sich ein Ort befindet, umso öfter hört man im Plural am Ende ein ''-t.''
Als Faustregel gilt: je weiter östlich sich ein Ort befindet, umso öfter hört man im Plural am Ende ein ''-t.''
<references />
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[[Kategorie:Begriffserläuterungen]]
[[Kategorie:Begriffserläuterungen]]