Große Mühlenstraße: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Die '''Große Mühlenstraße''' ist eine [[Gemeindestraße]] in [[Norden (Stadtteil) |Norden]]. Die Straße grenzt nördlich an die [[Schulstraße]] bzw. [[Bleicherslohne]] und verläuft weiter nach Südwesten bis [[Am Markt]]. Etwa mittig wird die Große Mühlenstraße von der [[Schulstraße]] bzw. der [[Kleine Mühlenstraße |Kleinen Mühlenstraße]] gekreuzt. Östlich liegt zudem (im nördlichen Arm) die [[Rosenthallohne]] an.
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Während der [[Pestepidemie 1664|Pestepidemie von 1664]] riegelte die Stadt die Mühlenstraße mit einer Mauer vom Rest der Stadt ab, da sie als besonderer Seuchenherd ausgemacht wurde.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 69</ref>
Während der [[Pestepidemie 1664|Pestepidemie von 1664]] riegelte die Stadt die Mühlenstraße mit einer Mauer vom Rest der Stadt ab, da sie als besonderer Seuchenherd ausgemacht wurde.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 69</ref>


Die Bewohnerschaft bestand 1719 sowohl aus ''"wohlhabenden Kaufleuten"'' als auch aus ''"mittelmäßigen Bürgern"'' (mittelständisch; durchschnittlich) sowie ''"gemeinen Handwerkern"'' (= gewöhnlichen) und ''"Tagelöhnern"''. Die Bebauung ist um 1751 eine relativ dichte, aber weiter nach Ekel hin aufgelockert. Die Parzellen sind klein, besonders auf der südlichen Seite. Auf der nördlichen Seite bildet der Graben des [[Gasthauser Land|Gasthauser Landes]] die Grenze zwischen dem ursprünglichen Norder Stadtgebiet und Ekel, welches ehemals Teil der [[Gemeinde Sandbauerschaft]] war.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2001): Norder Häuser, Die Bewohner der Großen Mühlenstraße, in: Ostfriesischer Kurier 14. Juli 2001, S. 11</ref>
1719 bestand die Bewohnerschaft sowohl aus ''"wohlhabenden Kaufleuten"'' als auch aus ''"mittelmäßigen Bürgern"'' (mittelständisch; durchschnittlich) sowie ''"gemeinen Handwerkern"'' (= gewöhnlichen) und ''"Tagelöhnern"''. Die Bebauung ist um 1751 eine relativ dichte, aber weiter nach Ekel hin aufgelockert. Die Parzellen sind klein, besonders auf der südlichen Seite. Auf der nördlichen Seite bildet der Graben des [[Gasthauser Land|Gasthauser Landes]] die Grenze zwischen dem ursprünglichen Norder Stadtgebiet und Ekel, welches ehemals Teil der [[Gemeinde Sandbauerschaft]] war.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2001): Norder Häuser, Die Bewohner der Großen Mühlenstraße, in: Ostfriesischer Kurier 14. Juli 2001, S. 11</ref>
 
Umgangssprachlich wurde der Teil zwischen [[Marktplatz]] und der Kreuzung zur [[Schulstraße]] und [[Kleine Mühlenstraße]] auch ''Husarenstraße'' (niederdeutsch: Husarenstraat) genannt. Der sich noch bis in das späte 20. Jahrhundert erhaltene Name geht darauf zurück, dass hier im Sommer 1796 preußische Husaren (berittene Soldaten) niedergelassen hatten, nachdem mehrere von ihnen erkrankt wurden und die Behandlungskapazitäten im [[Gasthaus]] nicht ausreichten.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 146</ref>


Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 ist erkennbar, dass sich der Straßenverlauf mindestens seit dieser Zeit nicht verändert hat.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref>
Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 ist erkennbar, dass sich der Straßenverlauf mindestens seit dieser Zeit nicht verändert hat.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref>
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==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Kleine Mühlenstraße]]
*[[Liste der Straßen in Norden]]
*[[Liste der Straßen in Norden]]
*[[Husarenkamp]]


[[Kategorie:Straßen in Norden]]
[[Kategorie:Straßen in Norden]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]

Version vom 30. September 2021, 19:22 Uhr

Große Mühlenstraße

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Basisdaten
Stadtteil/-viertel Norden
Erschließungsjahr um oder vor 1555
Namensgebung vor 1719
Historische Namen Husarenstraße

Mühlenstraße

Die Große Mühlenstraße ist eine Gemeindestraße in Norden. Die Straße grenzt nördlich an die Schulstraße bzw. Bleicherslohne und verläuft weiter nach Südwesten bis Am Markt. Etwa mittig wird die Große Mühlenstraße von der Schulstraße bzw. der Kleinen Mühlenstraße gekreuzt. Östlich liegt zudem (im nördlichen Arm) die Rosenthallohne an.

Geschichte

Herkunft des Namens

Die (Große) Mühlenstraße hat ihren Namen von der am (nördlichen) Ende stehenden Ekeler Mühle erhalten, die erstmalig 1555 genannt wird.

Entwicklung

Die Kleine Mühlenstraße dürfte etwas jünger als die Große Mühlenstraße sein. Das Adjektiv Kleine weist hier nämlich nicht (nur) auf die kürzere Straßenlänge hin, sondern ist im Norder Kontext stets auch ein Hinweis auf einen späteren Zeitraum.[1] Die Große Mühlenstraße diente seit jeher auch als Kirchweg von Ekel zur Ludgerikirche, was ebenfalls für ein höheres Alter spricht.[2]

Während der Pestepidemie von 1664 riegelte die Stadt die Mühlenstraße mit einer Mauer vom Rest der Stadt ab, da sie als besonderer Seuchenherd ausgemacht wurde.[3]

1719 bestand die Bewohnerschaft sowohl aus "wohlhabenden Kaufleuten" als auch aus "mittelmäßigen Bürgern" (mittelständisch; durchschnittlich) sowie "gemeinen Handwerkern" (= gewöhnlichen) und "Tagelöhnern". Die Bebauung ist um 1751 eine relativ dichte, aber weiter nach Ekel hin aufgelockert. Die Parzellen sind klein, besonders auf der südlichen Seite. Auf der nördlichen Seite bildet der Graben des Gasthauser Landes die Grenze zwischen dem ursprünglichen Norder Stadtgebiet und Ekel, welches ehemals Teil der Gemeinde Sandbauerschaft war.[2]

Umgangssprachlich wurde der Teil zwischen Marktplatz und der Kreuzung zur Schulstraße und Kleine Mühlenstraße auch Husarenstraße (niederdeutsch: Husarenstraat) genannt. Der sich noch bis in das späte 20. Jahrhundert erhaltene Name geht darauf zurück, dass hier im Sommer 1796 preußische Husaren (berittene Soldaten) niedergelassen hatten, nachdem mehrere von ihnen erkrankt wurden und die Behandlungskapazitäten im Gasthaus nicht ausreichten.[4]

Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 ist erkennbar, dass sich der Straßenverlauf mindestens seit dieser Zeit nicht verändert hat.[5]

Gebäude und Plätze

In der Straße befinden sich vorwiegend Wohnhäuser. Dazu kommt die Gärtnerei Stellmacher sowie das ehemalige Restaurant Kupferpfanne, in dem später ein Dartclub seinen Vereinssitz hatte.

Galerie

Einzelnachweise

  1. Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 22
  2. 2,0 2,1 Schreiber, Gretje (2001): Norder Häuser, Die Bewohner der Großen Mühlenstraße, in: Ostfriesischer Kurier 14. Juli 2001, S. 11
  3. Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 69
  4. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 146
  5. Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)

Siehe auch