Engelbert Kettler (1618): Unterschied zwischen den Versionen
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'''Dr. Engelbert Kettler''' (* 1618 in Pewsum; † 1. Mai 1676 in Norden) war eine bedeutende Norder Persönlichkeit im 17. Jahrhundert.<ref>[https://www.genealogieonline.nl/de/stammbaum-familie-berends/I500273.php Stammblatt auf Genealogieonline.nl], abgerufen am 23. März 2021</ref> Er war der Sohn des [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|einstigen Bürgermeisters]] [[Johann Vollradt Kettler]] und Vater von [[Johann Diedrich Kettler]]. | '''Dr. Engelbert Kettler''' (* 1618 in Pewsum; † 1. Mai 1676 in Norden) war eine bedeutende Norder Persönlichkeit im 17. Jahrhundert.<ref>[https://www.genealogieonline.nl/de/stammbaum-familie-berends/I500273.php Stammblatt auf Genealogieonline.nl], abgerufen am 23. März 2021</ref> Er war der Sohn des [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|einstigen Bürgermeisters]] [[Johann Vollradt Kettler]] und Vater von [[Johann Diedrich Kettler]]. | ||
Kettler erbaute 1662 das sogenannte ''Kettler'sche Haus'' am [[Marktplatz]]<ref>[https://www.mennoniten-norden.de/index_htm_files/Die%20Mennonitenkirche.pdf Internetseite der Norder Mennonitengemeinde], abgerufen am 23. März 2021</ref> | == Leben == | ||
Kettler erbaute 1662 das sogenannte ''Kettler'sche Haus'' am [[Marktplatz]] (heute [[Mennonitenkirche]]) und 1665 das [[Haus Wirde]].<ref>[https://www.mennoniten-norden.de/index_htm_files/Die%20Mennonitenkirche.pdf Internetseite der Norder Mennonitengemeinde], abgerufen am 23. März 2021</ref><ref>Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff.</ref> Als [[Amtsverwalter]] war er von 1652 bis 1657 höchster Beamter im [[Amt Norden]] und bekleidete zugleich von 1653 bis 1668 das Amt des ''Hochfürstlichen ostfriesischen Regierungsrats'' am Hofe der [[Cirksena]] in Aurich. Gleich im ersten Jahr in diesem Amt wurde er von Generalprokurator (vergleichbar mit einem heutigen ''Leitenden Oberstaatsanwalt'') Reinhold Blume und ein weiteres Male im Jahre 1660 wegen angeblicher Verfehlungen im Amt angeklagt. Auf fürstlichen Befehl wurde er beide Male für einige Wochen inhaftiert und vor Gericht gestellt. Am 7. September 1660 wurde er vor den Vorwürfen freigesprochen und rehabilitiert.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 56</ref> | |||
Ursprünglich arbeitete Kettler als Rechtsanwalt und hatte einen Doktortitel (Dr. iur. utr.; Doktor iuris utriusque) in Jura. Eine Besonderheit dieses Titels war es, dass sich dieser auf das kirchliche und das weltliche Recht erstreckte, was Kettler zu einem sehr gefragten Anwalt werden ließ. Hierdurch gelangte er zeitlebens zu großem Vermögen.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Kettler_fam.pdf Beschreibung der Familie Kettler] in der Personendatenbank der Familie Kettler</ref> | Ursprünglich arbeitete Kettler als Rechtsanwalt und hatte einen Doktortitel (Dr. iur. utr.; Doktor iuris utriusque) in Jura. Eine Besonderheit dieses Titels war es, dass sich dieser auf das kirchliche und das weltliche Recht erstreckte, was Kettler zu einem sehr gefragten Anwalt werden ließ. Hierdurch gelangte er zeitlebens zu großem Vermögen.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Kettler_fam.pdf Beschreibung der Familie Kettler] in der Personendatenbank der Familie Kettler</ref> Sein Jurastudium absolvierte er unter anderem in Orléans (Frankreich).<ref name=":0" /> Die hierdurch gewonnen Kontakte verhalfen ihm wohl auch zur Unterstützung der Lütetsburger Grafen, die sich zum Zeitpunkt seiner Verhaftung sehr für ihn einsetzten und verbürgten, was ihm letztlich wohl auch zum Freispruch verholfen hatte. | ||
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Sein Neffe, der ebenfalls [[Engelbert Kettler (1683)|Engelbert Kettler]] hieß, war von 1686 bis 1700 [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeister von Norden]]. | Sein Neffe, der ebenfalls [[Engelbert Kettler (1683)|Engelbert Kettler]] hieß, war von 1686 bis 1700 [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeister von Norden]]. | ||
Version vom 24. September 2021, 17:52 Uhr
Dr. Engelbert Kettler (* 1618 in Pewsum; † 1. Mai 1676 in Norden) war eine bedeutende Norder Persönlichkeit im 17. Jahrhundert.[1] Er war der Sohn des einstigen Bürgermeisters Johann Vollradt Kettler und Vater von Johann Diedrich Kettler.
Leben
Kettler erbaute 1662 das sogenannte Kettler'sche Haus am Marktplatz (heute Mennonitenkirche) und 1665 das Haus Wirde.[2][3] Als Amtsverwalter war er von 1652 bis 1657 höchster Beamter im Amt Norden und bekleidete zugleich von 1653 bis 1668 das Amt des Hochfürstlichen ostfriesischen Regierungsrats am Hofe der Cirksena in Aurich. Gleich im ersten Jahr in diesem Amt wurde er von Generalprokurator (vergleichbar mit einem heutigen Leitenden Oberstaatsanwalt) Reinhold Blume und ein weiteres Male im Jahre 1660 wegen angeblicher Verfehlungen im Amt angeklagt. Auf fürstlichen Befehl wurde er beide Male für einige Wochen inhaftiert und vor Gericht gestellt. Am 7. September 1660 wurde er vor den Vorwürfen freigesprochen und rehabilitiert.[4]
Ursprünglich arbeitete Kettler als Rechtsanwalt und hatte einen Doktortitel (Dr. iur. utr.; Doktor iuris utriusque) in Jura. Eine Besonderheit dieses Titels war es, dass sich dieser auf das kirchliche und das weltliche Recht erstreckte, was Kettler zu einem sehr gefragten Anwalt werden ließ. Hierdurch gelangte er zeitlebens zu großem Vermögen.[5] Sein Jurastudium absolvierte er unter anderem in Orléans (Frankreich).[4] Die hierdurch gewonnen Kontakte verhalfen ihm wohl auch zur Unterstützung der Lütetsburger Grafen, die sich zum Zeitpunkt seiner Verhaftung sehr für ihn einsetzten und verbürgten, was ihm letztlich wohl auch zum Freispruch verholfen hatte.
Sonstiges
Sein Neffe, der ebenfalls Engelbert Kettler hieß, war von 1686 bis 1700 Bürgermeister von Norden.
Einzelnachweise
- ↑ Stammblatt auf Genealogieonline.nl, abgerufen am 23. März 2021
- ↑ Internetseite der Norder Mennonitengemeinde, abgerufen am 23. März 2021
- ↑ Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff.
- ↑ 4,0 4,1 Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 56
- ↑ Beschreibung der Familie Kettler in der Personendatenbank der Familie Kettler