Mackeriege: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 49: Zeile 49:


== Gebäude und Plätze ==
== Gebäude und Plätze ==
Die Straße besteht überwiegend aus Wohnhäusern. Daneben befindet sich hier die Agentur für Arbeit (Hausnummer 1) sowie die [[Gärtnerei Bodenstab]] (Hausnummer 5).
Die Straße besteht überwiegend aus Wohnhäusern. Daneben befindet sich hier die Agentur für Arbeit (Hausnummer 1) sowie die ''Gärtnerei Bodenstab'' (Hausnummer 5).


Früher befand sich hier zudem eine Außenstelle des Opferhilfevereins "Weißer Ring" (Hausnummer 7)
Früher befand sich hier zudem eine Außenstelle des Opferhilfevereins "Weißer Ring" (Hausnummer 7)

Version vom 27. August 2021, 17:47 Uhr

Mackeriege

{{#multimaps: Title = Mackeriege Text = Landesstraße in Norden center = 53.59230455858779, 7.198393411589502 marker = 53.59230455858779, 7.198393411589502 zoom = 17 width = 300px height = 300px

}}

Basisdaten
Stadtteil/-viertel Norden
Erschließungsjahr vor 1735
Namensgebung vor 1735
Historische Namen unbekannt

Die Mackeriege ist eine Landesstraße (L27) in Norden und liegt im Stadtviertel Norden. Die Straße grenzt nordöstlich an die Westerstraße und südwestlich an die Knyphausenstraße. Über einen Trampelpfad kann man südöstlich zum Gartenfeld gelangen.

Geschichte

Herkunft des Namens

Als Riege bezeichnete man in Norden Straßenzüge, an denen sich die Häuser aneinanderreihten und die zunächst nur auf einer Straßenseite besiedelt waren. Bezüglich des ersten Bestandteils des Straßennamens gibt es zwei Theorien: Die erste lautet, dass der Straßenname sich aus dem Ruf- oder Familiennamen "Macko" oder "Macke" mit "Riege" zusammensetzt. Die zweite - und wahrscheinlichere - Theorie lautet, dass "Macke" vom niederdeutschen Wort "Maken" für "machen" herleitet. Die "Macke(r)riege" war also die Straße der "Macher", sprich der Arbeiter und bzw. oder Handwerker. Das Pendant kann in der Laukeriege gesehen werden, in der Beamte des Amtes Norden wohnten.

Entwicklung

Historisch war die Mackeriege eine Ortschaft bzw. eine Wohnstelle der Norder Umlandgemeinde Sandbauerschaft.

Die Bewohner der Mackeriege waren bis ins 19. Jahrhundert hinein dem Dominikanerkloster und nach dessen Säkularisation dem Norder Amtmann als Rechtsnachfolger gegen das Privileg der Steuerfreiheit zum Handdienst (Naturaldienste wie z.B. handwerkliche Arbeiten) verpflichtet. Ferner gehörten die Bewohner der Mackeriege im Gegensatz zu den anderen Riegen unter die Gerichtsbarkeit der Stadt Norden. In der Beschreibung der Stadt und des Amtes Norden von Hermann Wichmann Grems im Jahre 1735 steht: "... sind schuldig, bey dem Hochfürstl. Torff in der Torff-Scheune und zu den Schill-Feuren bey dem Hause Berum zu arbeiten; Hergegen geben sie auch keine Schatzungen und tragen keine weiteren onera, als daß sie den gewöhnlichen Liecent anderen gleich geben müßen".[1]

Die Mackeriege dürfte zu den ältesten Straßen im Stadtgebiet gehören. Mindestens seit etwa 1895 hat sich der Straßenverlauf nicht geändert.[2] Ende des 18. Jahrhunderts befanden sich acht Häuser in der Mackeriege. Für das Jahr 1848 sind 32 Einwohner belegt, die in acht Wohnhäusern wohnten. Ein durchschnittlicher Haushalt umfasste folglich vier Personen.[3]

Besonderheiten

Bemerkenswert an der Mackeriege ist, da sie zusammen mit der Westerstraße und der Knyphausenstraße ein Dreieck bildet, dessen Winkel gen Westen größer wird. Die durchschnittliche Grundstücksgröße von ungefähr 200 qm ist selbst für innerstädtische Verhältnisse sehr klein. Dadurch bedingt ist auch die Grundfläche der Häuser, die im wesentlichen weitestgehend identisch sind, sehr klein und beträgt nur seltenst an die 100 qm.

In den Gärten der Grundstücke sind häufig Schuppen aufzufinden, die ursprünglich als Ställe dienten. Die hier ansässigen Handwerker und Landarbeiter haben also nebenher noch im Garten Gemüse angebaut und etwas Vieh gehalten.

Man vermutet, dass ein Teil der beim Bau der Häuser in der Mackeriege verwendeten Ziegel zum Teil aus den Ruinen des im 16. Jahrhundert abgebrochenen Klosters Marienthal stammen. Bei Renovierungsarbeiten einer historischen Friesenkate (Westerstraße 15) kamen im Jahr 2008 mit Lehm verbundene Ziegel zum Vorschein, die aufgrund ihrer im Kern oftmals unterschiedlicher Größen und ihres Formats größer als das im 19. Jahrhundert verwendete Ziegelformat waren. Auch fanden Arbeiter eine Ausgabe des Ostfriesischen Kuriers von 1871.[4]

Gebäude und Plätze

Die Straße besteht überwiegend aus Wohnhäusern. Daneben befindet sich hier die Agentur für Arbeit (Hausnummer 1) sowie die Gärtnerei Bodenstab (Hausnummer 5).

Früher befand sich hier zudem eine Außenstelle des Opferhilfevereins "Weißer Ring" (Hausnummer 7)

Einzelnachweise

  1. Schreiber, Gretje (1994): Frohn- und Hofdienste in Norden, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 19. Februar 1994, S. 1ff.
  2. Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
  3. Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848
  4. Beschreibung der Renovierungsarbeiten an einem Friesenhaus in der angrenzenden Westerstraße, abgerufen am 8. Februar 2021

Siehe auch