Alter Bahnhof Norden: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 58: Zeile 58:


==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Alter Bahnhof Norden]]
*[[Bahnhof Nadörst]]
*[[Bahnhof Norden-Stadt]]
*[[Bahnhof Norden-Stadt]]



Version vom 1. Juni 2021, 14:01 Uhr

Alter Bahnhof

{{#multimaps: Title = Alter Bahnhof Text = Gebäude in Süderneuland I center = 53.58668989540365, 7.220953353637706 circle = 53.58668989540365, 7.220953353637706 : 50 zoom = 16 width = 300px height = 300px

}}

Basisdaten
Entstehungszeit 1883
Erbauer Preußische Staatseisenbahnen
Bauweise Bahnhof
Erhaltungszustand 2011 abgebrochen
Genaue Lage Bahnhofstraße 24 A

26506 Norden

Der alte Norder Bahnhof wurde 1883 im Zuge des Anschlusses an das Eisenbahnnetz errichtet. Seit April 2007 wurde der Bahnbetrieb vom neuen Bahnhof gewährleistet, da sich jedoch noch Bahntechnik im Gebäude befand, wurde das Gebäude mehrere Jahre erhalten, bis es schließlich im Frühjahr 2011 abgerissen wurde.

Geschichte

1883 erhielt Norden endlich einen Anschluss an das überregionale Eisenbahnnetz. Hiermit ging auch der Bau des Bahnhofs an der eigens dafür angelegten Bahnhofstraße einher. Anders als der Name vermuten lässt, befand sich der Bahnhof damals wie heute jedoch nicht in der Norder Kernstadt, sondern im erst 1972 eingemeindeten Stadtteil Süderneuland I.

Entlang des Bahnhofs errichteten wohlhabende Bauern der Norder Umlandgemeinden und Kaufleute prachtvolle Stadtvillen. Bereits um 1895 existierten hier zehn Gebäude.[1] Anders als heute war eine unmittelbare Wohnlage in Bahnhofsnähe äußerst prestigeträchtig. Zudem war hier "immer was los" und der eigene Wohlstand konnte den Reisenden unmittelbar präsentiert werden. Der Bahnhof hatte dadurch wesentlich Anteil an der Besiedlung des nördlichen Süderneuland I, das bis dahin weitestgehend nur im Süden bzw. an den Hofstellen bebaut war.

Um 1970 wurde das bisherige Bahnhofsgebäude grundlegend neugestaltet, wobei ein großer Teil des einstigen Charmes dem schmucklosen Zeitgeist weichen musste.[2]

Bis in die Mitte der 1980er Jahre war der Norder Bahnhof ein Knotenpunkt im Eisenbahnverkehr an der nordwestdeutschen Küste. Bis in die 1950er Jahre hinein war Norden Standort eines Bahnbetriebswerkes (Bw), zu dem ein vierständiger Ringlokschuppen gehörte, der noch existiert und unter anderem als Eisenbahnmuseum genutzt wird. Ein Wasserturm wurde 1984 gesprengt. Das Gebäude der Güterabfertigung wurde im Zuge der Errichtung der neuen Bahnstation Anfang der 2000er Jahre wie das ehemalige Empfangsgebäude - bis auf einige technische Anlagen - abgerissen.

Der Niedergang des Eisenbahnknotenpunktes Norden erreichte nach Schließung des Bahnbetriebswerks und der Einstellung des Personenverkehrs zwischen Norden und Esens auf der Ostfriesischen Küstenbahn am 28. Mai 1983 seinen vorläufigen Höhepunkt: War der Bahnhof Norden bis dahin noch Ausgangspunkt für Züge, die die Küstenbahn über Esens in Richtung Sande befuhren, so wurde er danach zu einer reinen Durchgangsstation zwischen Emden und Norddeich. Das Teilstück zwischen Dornum und Esens wurde abgebaut und als Radweg genutzt. Der Personenverkehr zwischen Norden und Esens wird jetzt ausschließlich von Omnibussen bedient. Bis 1989 wurde die Strecke Norden–Dornum vereinzelt noch von Güterzügen befahren, anschließend wurde die Strecke an die Anliegergemeinden verkauft.

Infolge dieser Entwicklungen sank die Bedeutung des alten Norder Bahnhofs. Unter dem Projektnamen Zukunftsbahnhof wurde im Rahmen einer grundlegenden städtebaulichen Erneuerung des südlichen Stadtrandes 2006 auf dem in Richtung Innenstadt gelegenen Gelände der ehemaligen Norder Güterabfertigung mit dem Bau einer modernen Eisenbahnstation und eines vorgelagerten zentralen Omnibusbahnhofs begonnen. In diesem Zusammenhang wurde ein neues Empfangsgebäude errichtet.

Nach kurzer Bauzeit wurde der Neubau schließlich Anfang 2007 fertiggestellt und im April des Jahres von Bürgermeisterin Barbara Schlag eingeweiht.[3] Der Bau verzögerte sich aufgrund erhöhter Altlasten im Boden und schlechtem Wetter insegsamt um etwa einen Monat. Die Deutsche Bahn betrieb hier einst eine Waschanlage, zudem existierte hier lange Zeit eine Tankstelle.[4]

Das alte Bahnhofsgebäude wurde zwar mit der Einweihung der neuen Bahnhofsanlagen aufgegeben, blieb jedoch noch bis zum Frühjahr 2011 erhalten, da sich hier noch wichtige bahntechnische Einrichtungen befanden. Nach jahrelangem Leerstand ohne Nutzung war es allmählich zu einer unansehnlichen Ruine verkommen, wurde schließlich abgerissen und durch den Neubau einer Gewerbeimmobilie (Fressnapf) ersetzt.[5] Ein sich ebenfalls im südlichen Bereich des Norder Bahnhofs befindliches Stellwerksgebäude, das unter Denkmalschutz steht, wurde an einen privaten Käufer veräußert und wird zurzeit wieder renoviert.

Einzelnachweise

  1. Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
  2. Geschichte der Westbahn, abgerufen am 1. Juni 2021
  3. Norden-Norddeich, Sehenswürdigkeiten auf Greetsiel.de, abgerufen am 26. April 2021
  4. Online-Bericht der Ostfriesen-Zeitung vom 26. Juli 2004, abgerufen am 26. April 2021
  5. Online-Bericht der Ostfriesen-Zeitung vom 2. März 2011, abgerufen am 26. April 2021

Siehe auch