Hexenkolk: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 22: Zeile 22:
|}
|}
__NOTOC__
__NOTOC__
Der '''Hexenkolk''' befindet sich zwischen dem [[Derk-de-Haan-Padd]] und der [[Uferstraße]] in Norden. Dieser [[Kolk]] ist vermutlich bei einer verheerenden Sturmfluten im 14. Jahrhundert entstanden.
Der '''Hexenkolk''' befindet sich zwischen dem [[Derk-de-Haan-Padd]] und der [[Uferstraße]] in Norden. Dieser [[Kolk]] ist aller Wahrscheinlichkeit nach bei einer der verheerenden Sturmfluten im 14. Jahrhundert, vermutlich der [[Erste Dionysiusflut]], entstanden.


In unmittelbarer Nähe zum [[Galgenberg]] wurden hier zu Zeiten der Hexenverfolgung der Hexerei verdächtige Personen der sogenannten "Wasserprobe" unterzogen. Man band ihre Arme und Beine zusammen und legte sie ins Wasser. Gingen sie nicht innerhalb einer festgelegten Zeitspannne unter, waren sie der Hexerei überführt, da das Wasser sie "verschmäht" hatte. Es folgten weitere Folterungen und schließlich der Tod auf dem Scheiterhaufen. Gingen die Frauen unter, sprach man sie vom Vorwurf der Hexerei frei, jedoch ertranken diese naturgemäß. So oder so hatten die Angeklagten kaum eine Chance zu überleben. Man ging davon aus, dass sie von Gott errettet werden, sollten sie schuldig sein. Daher sprach man bei der Wasserprobe auch von einem "Gottesurteil".
== Geschichte ==
In unmittelbarer Nähe zum [[Galgenberg]] wurden hier zu Zeiten der Hexenverfolgung der Hexerei verdächtige Personen der sogenannten ''Wasserprobe'' unterzogen. Man band ihre Arme und Beine zusammen und legte sie ins Wasser. Gingen sie nicht innerhalb einer festgelegten Zeitspanne unter, waren sie der Hexerei überführt, da das Wasser sie ''verschmäht'' hatte. Es folgten weitere Folterungen und schließlich der Tod auf dem Scheiterhaufen. Gingen die Frauen unter, sprach man sie vom Vorwurf der Hexerei frei, was ihnen in Angesicht des Todes aber auch nichts mehr brachte. So oder so hatten die Angeklagten kaum eine Chance zu überleben. Man ging davon aus, dass sie von Gott errettet werden, sollten sie schuldig sein. Daher sprach man bei der Wasserprobe auch von einem ''Gottesurteil''. Die Interpretation, ob eine Hexe die Prozedur dank Gott überlebte oder das Wasser sie wegen ihres Bundes mit dem Teufel verschmäht hatte, oblag wohl den abergläubischen Zuschauern oder den Richtenden.


Die Zeit der Hexenverfolgung für Ostfriesland wird vor allem für das 16. Jahrhundert, der Regierungszeit von Edzard I. aus dem Hause [[Cirksena]] angenommen. Es existieren für den Bereich Norden allerdings keine bekannten Unterlagen oder Dokumente aus dieser Zeit.
Die Zeit der Hexenverfolgung für Ostfriesland wird vor allem für das 16. Jahrhundert, der Regierungszeit von [[Edzard Cirksena|Graf Edzard]] angenommen. Es existieren für den Bereich Norden allerdings keine bekannten Unterlagen oder Dokumente aus dieser Zeit.


Fälschlicherweise wird auf Karten auch manchmal der hinter dem [[Johann-Christian-Reil-Haus]] befindliche See als "Hexenkolk" bezeichnet. Dieser ist jedoch künstlich im Zuge der Parkgestaltung dort angelegt worden.
== Sonstiges ==
Fälschlicherweise wird auf Karten auch manchmal der hinter dem [[Johann-Christian-Reil-Haus]] befindliche See als ''Hexenkolk'' bezeichnet. Dieser ist jedoch künstlich im Zuge der Parkgestaltung dort angelegt worden. Der ''echte'' Hexenkolk befindet sich an besagter Stelle.


==Galerie==
==Galerie==
Zeile 47: Zeile 49:
==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Zum Hexenkolk]]
*[[Zum Hexenkolk]]
*[[Thieles Kolk]]
*[[Eilandje]]


[[Kategorie:Orte im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Orte im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Orte in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Orte in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Ekel]]
[[Kategorie:Ekel]]

Version vom 24. September 2021, 08:50 Uhr

Hexenkolk

{{#multimaps: Title = Hexenkolk Text = Ort in Ekel center = 53.59881802373842, 7.217204317648114 circle = 53.59881802373842, 7.217204317648114 : 50 zoom = 16 width = 300px height = 300px

}}

Basisdaten
Stadtteil/-viertel Ekel
Genaue Lage Uferstraße

Der Hexenkolk befindet sich zwischen dem Derk-de-Haan-Padd und der Uferstraße in Norden. Dieser Kolk ist aller Wahrscheinlichkeit nach bei einer der verheerenden Sturmfluten im 14. Jahrhundert, vermutlich der Erste Dionysiusflut, entstanden.

Geschichte

In unmittelbarer Nähe zum Galgenberg wurden hier zu Zeiten der Hexenverfolgung der Hexerei verdächtige Personen der sogenannten Wasserprobe unterzogen. Man band ihre Arme und Beine zusammen und legte sie ins Wasser. Gingen sie nicht innerhalb einer festgelegten Zeitspanne unter, waren sie der Hexerei überführt, da das Wasser sie verschmäht hatte. Es folgten weitere Folterungen und schließlich der Tod auf dem Scheiterhaufen. Gingen die Frauen unter, sprach man sie vom Vorwurf der Hexerei frei, was ihnen in Angesicht des Todes aber auch nichts mehr brachte. So oder so hatten die Angeklagten kaum eine Chance zu überleben. Man ging davon aus, dass sie von Gott errettet werden, sollten sie schuldig sein. Daher sprach man bei der Wasserprobe auch von einem Gottesurteil. Die Interpretation, ob eine Hexe die Prozedur dank Gott überlebte oder das Wasser sie wegen ihres Bundes mit dem Teufel verschmäht hatte, oblag wohl den abergläubischen Zuschauern oder den Richtenden.

Die Zeit der Hexenverfolgung für Ostfriesland wird vor allem für das 16. Jahrhundert, der Regierungszeit von Graf Edzard angenommen. Es existieren für den Bereich Norden allerdings keine bekannten Unterlagen oder Dokumente aus dieser Zeit.

Sonstiges

Fälschlicherweise wird auf Karten auch manchmal der hinter dem Johann-Christian-Reil-Haus befindliche See als Hexenkolk bezeichnet. Dieser ist jedoch künstlich im Zuge der Parkgestaltung dort angelegt worden. Der echte Hexenkolk befindet sich an besagter Stelle.

Galerie

Erläuterungen zu Bild 1 bis 4:

Auf den Bildern erkennbar ist der Hexenkolk, von der Juister Straße und der Uferstraße aus am 17. Januar 2021 fotografiert. Gut erkennbar ist seine naturbelassene Beschaffenheit, die die düstere Vergangenheit dieses Ortes zum Ausdruck bringt.

Quellenverzeichnis

  • Imhoff, Mathilde (1985): Die Flurnamen zur Deutschen Grundkarte 1:5000 (DGK5) 2409/2 Norden-Ost, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier vom 28. Juni 1985, Nr. 23
  • Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0413031.jpg)

Siehe auch