Flökershausen: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Flökershausen''' ist eine historische Ortschaft der ehemaligen Gemeinde [[Lintelermarsch]] (heute [[Norddeich]]). Der Name leitet sich vermutlich aus einem Rufnamen und der Bezeichnung "Haus" her. Der früheste, nicht eindeutig zuzuordnende Beleg scheint auch sprachlich verderbt zu sein. Erstmals nachweislich genannt wird der auf einer Warft (künstliche Erhöhung zum Schutz vor Sturmfluten) um 970 als "Floscereshusun". Ein Ostfriese namens Hodo schenkte diesen Hof dem Kloster Corwey (heute Teil von Höxter in Nordrhein-Westfalen). Die Friesen trieben damals Schifffahrt bis nach Bremen und die Weser aufwärts bis nach Corvey. Ein Friesenschiff aus damaliger Zeit hat man um 1990 in Bremen gefunden.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Lintelermarsch.pdf Beschreibung der Lintelermarsch] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref>
'''Flökershausen''' ist eine historische Ortschaft der ehemaligen Gemeinde [[Lintelermarsch]] (heute [[Norddeich]]). Der Name leitet sich vermutlich aus einem Rufnamen und der Bezeichnung "Haus" her. Der früheste, nicht eindeutig zuzuordnende Beleg scheint auch sprachlich verderbt zu sein. Erstmals nachweislich genannt wird der auf einer Warft (künstliche Erhöhung zum Schutz vor Sturmfluten) um 970 als "Floscereshusun". Ein Ostfriese namens Hodo schenkte diesen Hof dem Kloster Corwey (heute Teil von Höxter in Nordrhein-Westfalen). Die Friesen trieben damals Schifffahrt bis nach Bremen und die Weser aufwärts bis nach Corvey. Ein Friesenschiff aus damaliger Zeit hat man um 1990 in Bremen gefunden.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Lintelermarsch.pdf Beschreibung der Lintelermarsch] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref>


1742 wird der [[Hof Flökershausen]], der inzwischen im Besitz des Regierungsrates und Amtsverwalter Grems war, öffentlich verkauft. 1814 wird der Herd in Stücken angeboten. Mittlerweile sind alle Grundstücke, mit Ausnahme des unmittelbaren Hofgrundstücks, verkauft.<ref>Schreiber, Gretje (2009): Die Höfe in der Lintelermarsch, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier, Nr. 17, S. 3</ref> Der Hof wurde im 21. Jahrhundert von Angehörigen der Familie Pflüger ([[Möbelhaus Pflüger]] aufwendig restauriert und selbst mehrere Jahre bewohnt, bis er im Jahr 2020 erneut den Besitzer für etwa 1,7 Millionen Euro wechselte.
Im 17. Jahrhundert wird der "neue" [[Hof Flökershausen]] erbaut und 1742, inzwischen im Besitz des Regierungsrates und Amtsverwalter Grems, öffentlich verkauft. 1814 wird der Herd in Stücken angeboten. Mittlerweile sind alle Grundstücke, mit Ausnahme des unmittelbaren Hofgrundstücks, verkauft.<ref>Schreiber, Gretje (2009): Die Höfe in der Lintelermarsch, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier, Nr. 17, S. 3</ref> Der Hof wurde im 21. Jahrhundert von Angehörigen der Familie Pflüger ([[Möbelhaus Pflüger]] aufwendig restauriert und selbst mehrere Jahre bewohnt, bis er im Jahr 2020 erneut den Besitzer für etwa 1,7 Millionen Euro wechselte.


Laut amtlicher Aufzeichnungen des Königreichs Hannovers, zu dem Ostfriesland einst gehörte, sollen 1848 in Flökershausen insgesamt 14 Personen in zwei Häusern gewohnt haben. Dies ergibt eine durchschnittliche Haushaltsgröße von 12 Personen.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref>
Laut amtlicher Aufzeichnungen des Königreichs Hannovers, zu dem Ostfriesland einst gehörte, sollen 1848 in Flökershausen insgesamt 14 Personen in zwei Häusern gewohnt haben. Dies ergibt eine durchschnittliche Haushaltsgröße von 12 Personen.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref>

Version vom 8. Februar 2021, 14:17 Uhr

Flökershausen

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Basisdaten
Kategorie Orte in Norddeich
Stadtteil/-viertel Norddeich
Genaue Lage Ostermarscher Straße 26

26506 Norden

Flökershausen ist eine historische Ortschaft der ehemaligen Gemeinde Lintelermarsch (heute Norddeich). Der Name leitet sich vermutlich aus einem Rufnamen und der Bezeichnung "Haus" her. Der früheste, nicht eindeutig zuzuordnende Beleg scheint auch sprachlich verderbt zu sein. Erstmals nachweislich genannt wird der auf einer Warft (künstliche Erhöhung zum Schutz vor Sturmfluten) um 970 als "Floscereshusun". Ein Ostfriese namens Hodo schenkte diesen Hof dem Kloster Corwey (heute Teil von Höxter in Nordrhein-Westfalen). Die Friesen trieben damals Schifffahrt bis nach Bremen und die Weser aufwärts bis nach Corvey. Ein Friesenschiff aus damaliger Zeit hat man um 1990 in Bremen gefunden.[1]

Im 17. Jahrhundert wird der "neue" Hof Flökershausen erbaut und 1742, inzwischen im Besitz des Regierungsrates und Amtsverwalter Grems, öffentlich verkauft. 1814 wird der Herd in Stücken angeboten. Mittlerweile sind alle Grundstücke, mit Ausnahme des unmittelbaren Hofgrundstücks, verkauft.[2] Der Hof wurde im 21. Jahrhundert von Angehörigen der Familie Pflüger (Möbelhaus Pflüger aufwendig restauriert und selbst mehrere Jahre bewohnt, bis er im Jahr 2020 erneut den Besitzer für etwa 1,7 Millionen Euro wechselte.

Laut amtlicher Aufzeichnungen des Königreichs Hannovers, zu dem Ostfriesland einst gehörte, sollen 1848 in Flökershausen insgesamt 14 Personen in zwei Häusern gewohnt haben. Dies ergibt eine durchschnittliche Haushaltsgröße von 12 Personen.[3]

Einzelnachweise

  1. Beschreibung der Lintelermarsch in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
  2. Schreiber, Gretje (2009): Die Höfe in der Lintelermarsch, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier, Nr. 17, S. 3
  3. Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848

Siehe auch