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Ab etwa 1680 befand sich hier neben mehreren Wohnungen - für etwa 100 Jahre - eine Brauerei. Anschließend wurde im Haus 30 Jahre lang Genever gebrannt.<ref name=":2" /> Im 19. Jahrhundert mietete [[Johann Taaks|Bürgermeister Taaks]] das Gebäude und erwarb es später durch Kauf. 1857 oder 1859 erweiterte er das Gebäude um einen Anbau nach rechts, um seiner Frau, die Baroness Blonay-Montfaucon, ein standesgemäßes Anwesen bieten zu können.<ref name=":1" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 122</ref><ref>[https://www.nwzonline.de/ostfriesland/norden-historie-nordens-haus-fuer-beamte-bier-und-eine-baroness_a_51,2,3672992369.html Bericht der Nordwest Zeitung zur Restauration], abgerufen am 7. August 2021</ref> Hinter dem Haus ließ er eine prachtvolle Gartenanlage anlegen.<ref name=":2" />
Ab etwa 1680 befand sich hier neben mehreren Wohnungen - für etwa 100 Jahre - eine Brauerei. Anschließend wurde im Haus 30 Jahre lang Genever gebrannt.<ref name=":2" /> Im 19. Jahrhundert mietete [[Johann Taaks|Bürgermeister Taaks]] das Gebäude und erwarb es später durch Kauf. 1857 oder 1859 erweiterte er das Gebäude um einen Anbau nach rechts, um seiner Frau, die Baroness Blonay-Montfaucon, ein standesgemäßes Anwesen bieten zu können.<ref name=":1" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 122</ref><ref>[https://www.nwzonline.de/ostfriesland/norden-historie-nordens-haus-fuer-beamte-bier-und-eine-baroness_a_51,2,3672992369.html Bericht der Nordwest Zeitung zur Restauration], abgerufen am 7. August 2021</ref> Hinter dem Haus ließ er eine prachtvolle Gartenanlage anlegen.<ref name=":2" />


Bürgermeister Taaks versuchte Mitte des 19. Jahrhunderts, König Georg V. von Hannover, zu dessen Königreich Ostfriesland seinerzeit gehörte, zu einem längeren Verweilen in Norden zu bewegen. Dieser hatte die Insel Norderney für sich entdeckt und besuchte sie regelmäßig. Eigens für ihn war die heutige [[Bundesstraße]] gepflastert sowie der Ort Georgsheil im Südbrookmerland nach ihm benannt geworden. Da Georg V. die [[Stadt Norden]] auf seiner Reise nach Norderney jedoch jedes Mal nur durchquerte und hier nicht verweilte, lud Taaks ihn in sein Heim ein, das er eigens dafür aufwerten ließ. Tatsächlich soll der König hier mehrere Norder Persönlichkeiten empfangen und eine Kleinigkeit gespeist haben.<ref name=":0" /><ref name=":2" /> Da der König jedoch seit seiner Jugend erblindet war, wird er von der aufwendigen Restaurierung wohl leider nichts bemerkt haben.
Bürgermeister Taaks versuchte Mitte des 19. Jahrhunderts, König Georg V. von Hannover, zu dessen Königreich Ostfriesland seinerzeit gehörte, zu einem längeren Verweilen in Norden zu bewegen. Dieser hatte die Insel Norderney für sich entdeckt und besuchte sie regelmäßig. Eigens für ihn war die heutige [[Bundesstraße]] gepflastert sowie der Ort Georgsheil im Südbrookmerland nach ihm benannt geworden. Da Georg V. die [[Stadt Norden]] auf seiner Reise nach Norderney jedoch jedes Mal nur durchquerte und hier nicht verweilte, lud Taaks ihn in sein Heim ein, das er eigens dafür aufwerten ließ. Tatsächlich soll der König hier im Jahre 1857 mehrere Norder Persönlichkeiten empfangen und eine Kleinigkeit gespeist haben.<ref name=":0" /><ref name=":2" /> Da der König jedoch seit seiner Jugend erblindet war, wird er von der aufwendigen Restaurierung wohl leider nichts bemerkt haben.


Nach dem Tode Taaks' gehörte das Haus ab 1909 der Apothekerfamilie Gronewold, nach der das Gebäude bis heute benannt ist. Trotz ihres Engagements, das historisch wertvolle Bauwerk zu bewahren, zerfiel es nach dem Tode des letzten Bewohners dieser Familie im Jahre 2002 durch jahrelangen Leerstand zusehends.<ref name=":1" /> Insgesamt konnten bis dahin in der Geschichte des Hauses 19 Eigentümer nachgewiesen werden.<ref name=":2" /> In einer der Wohnungen soll auch der Lehrer [[Lothar Hein]] gewohnt haben.<ref>Zeitzeugenbefragung am 6. August 2021</ref>
Nach dem Tode Taaks' gehörte das Haus ab 1909 der Apothekerfamilie Gronewold, nach der das Gebäude bis heute benannt ist. Trotz ihres Engagements, das historisch wertvolle Bauwerk zu bewahren, zerfiel es nach dem Tode des letzten Bewohners dieser Familie im Jahre 2002 durch jahrelangen Leerstand zusehends.<ref name=":1" /> Insgesamt konnten bis dahin in der Geschichte des Hauses 19 Eigentümer nachgewiesen werden.<ref name=":2" /> In einer der Wohnungen soll auch der Lehrer [[Lothar Hein]] gewohnt haben.<ref>Zeitzeugenbefragung am 6. August 2021</ref>


2014 erwarb Gustav Claashen von ''[[Claashen Immobilien]]'' das Objekt und unterzog es ab 2016 einer umfangreichen Restaurierung, bei der selbst kleinste Details erhalten bzw. wiederhergestellt wurden. So wurden etwa sämtliche Backsteine einzeln entnommen, gereinigt und wieder aufgemauert.<ref name=":0" /> Es entstanden sechs unterschiedliche Wohnungen. Vor Claashen waren bereits mehrere Eigentümer an der Realisierung dieses umfangreichen, kostenintensiven Projekts gescheitert. Zur Aufarbeitung der Gebäudehistorie beauftragte Claashen die Norder Heimatforscherin [[Gretje Schreiber]], die die Geschichte des Hauses in einem im September 2021 veröffentlichten Buch zusammentrug.<ref name=":2" />
2013 erwarb Gustav Claashen von ''[[Claashen Immobilien]]'' das Objekt und unterzog es ab 2016 einer umfangreichen Restaurierung, bei der selbst kleinste Details erhalten bzw. wiederhergestellt wurden. So wurden etwa sämtliche Backsteine einzeln entnommen, gereinigt und wieder aufgemauert.<ref name=":0" /> Es entstanden sechs unterschiedliche Wohnungen. Vor Claashen waren bereits mehrere Eigentümer an der Realisierung dieses umfangreichen, kostenintensiven Projekts gescheitert. Zur Aufarbeitung der Gebäudehistorie beauftragte Claashen die Norder Heimatforscherin [[Gretje Schreiber]], die die Geschichte des Hauses in einem im September 2021 veröffentlichten Buch zusammentrug.<ref name=":2" />


Seit der Fertigstellung der Sanierungsarbeiten beherbergt das Gebäude heute mehrere Wohnungen gehobenen Standards und ist ein vorbildliches Beispiel für die sehr gelungene Erhaltung bedeutender Bauwerke der [[Altstadt|Norder Altstadt]] durch einen heimatverbundenen Investoren. Zugleich ist es ein krasser Gegensatz zu den zahllosen Bauprojekten der jüngeren Vergangenheit, bei denen auswärtige Investoren erhaltenswerte Gebäude zugunsten schlichter Mehrparteienhäuser abbrechen ließen und dadurch ortsbildprägende Strukturen unwiederbringlich (zer-)störten.
Seit der Fertigstellung der Sanierungsarbeiten beherbergt das Gebäude heute mehrere Wohnungen gehobenen Standards und ist ein vorbildliches Beispiel für die sehr gelungene Erhaltung bedeutender Bauwerke der [[Altstadt|Norder Altstadt]] durch einen heimatverbundenen Investoren. Zugleich ist es ein krasser Gegensatz zu den zahllosen Bauprojekten der jüngeren Vergangenheit, bei denen auswärtige Investoren erhaltenswerte Gebäude zugunsten schlichter Mehrparteienhäuser abbrechen ließen und dadurch ortsbildprägende Strukturen unwiederbringlich (zer-)störten.