Hexenkolk: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Der '''Hexenkolk''' befindet sich zwischen dem [[Derk-de-Haan-Padd]] und der [[Uferstraße]] in Norden. Er ist vermutlich bei einer verheerenden Sturmfluten im 14. Jahrhundert entstanden. Ein Kolk ist eine wassergefüllte Vertiefung, die durch Überflutungen entstanden ist, wobei nicht klar ist, ob das Wasser das hier vorher befindliche Land vom [[Norder Tief]] oder der Seeseite aus unterspült hat.
Der '''Hexenkolk''' befindet sich zwischen dem [[Derk-de-Haan-Padd]] und der [[Uferstraße]] in Norden. Er ist vermutlich bei einer verheerenden Sturmfluten im 14. Jahrhundert entstanden. Ein Kolk ist eine wassergefüllte Vertiefung, die durch Überflutungen entstanden ist, wobei in diesem Fall die Überflutung durch Übertreten des [[Norder Tief|Norder Tiefs]] entstanden ist.


In unmittelbarer Nähe zum [[Galgenberg]] wurden hier in früheren Jahren der Hexerei verdächtige Personen der sogenannten "Wasserprobe" bzw. "Hexenbad" unterzogen. War eine Person der Hexerei verdächtig, wurde sie mit einer Vorrichtung solange unter Wasser gehalten, bis sie ertrank. Ertrank die Person nicht, wurde - oder vielmehr wäre, da biologisch nicht möglich - sie der Hexerei für schuldig befunden und ebenfalls getötet worden.
In unmittelbarer Nähe zum [[Galgenberg]] wurden hier zu Zeiten der Hexenverfolgung der Hexerei verdächtige Personen der sogenannten "Wasserprobe" unterzogen. Man band ihre Arme und Beine zusammen und legte sie ins Wasser. Gingen sie nicht innerhalb einer festgelegten Zeitspannne unter, waren sie der Hexerei überführt, da das Wasser sie "verschmäht" hatte. Es folgten weitere Folterungen und schließlich der Tod auf dem Scheiterhaufen. Gingen die Frauen unter, sprach man sie vom Vorwurf der Hexerei frei, jedoch ertranken diese naturgemäß. So oder so hatten die Angeklagten kaum eine Chance zu überleben. Man ging davon aus, dass sie von Gott errettet werden, sollten sie schuldig sein. Daher sprach man bei der Wasserprobe auch von einem "Gottesurteil".


Die Umgebung kann damit als Folter- und Richtstätte betrachtet werden. Sichtbare Überreste aus dieser Zeit sind jedoch nicht mehr vorhanden.
Die Zeit der Hexenverfolgung für Ostfriesland wird vor allem für das 16. Jahrhundert, der Regierungszeit von Edzard I. aus dem Hause [[Cirksena]] angenommen. Es existieren für den Bereich Norden allerdings eine bekannten Unterlagen oder Dokumente aus dieser Zeit.


==Galerie==
==Galerie==

Version vom 24. Januar 2021, 16:57 Uhr

Hexenkolk

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Basisdaten
Kategorie Orte in Ekel
Stadtteil/-viertel Ekel
Genaue Lage Uferstraße

Der Hexenkolk befindet sich zwischen dem Derk-de-Haan-Padd und der Uferstraße in Norden. Er ist vermutlich bei einer verheerenden Sturmfluten im 14. Jahrhundert entstanden. Ein Kolk ist eine wassergefüllte Vertiefung, die durch Überflutungen entstanden ist, wobei in diesem Fall die Überflutung durch Übertreten des Norder Tiefs entstanden ist.

In unmittelbarer Nähe zum Galgenberg wurden hier zu Zeiten der Hexenverfolgung der Hexerei verdächtige Personen der sogenannten "Wasserprobe" unterzogen. Man band ihre Arme und Beine zusammen und legte sie ins Wasser. Gingen sie nicht innerhalb einer festgelegten Zeitspannne unter, waren sie der Hexerei überführt, da das Wasser sie "verschmäht" hatte. Es folgten weitere Folterungen und schließlich der Tod auf dem Scheiterhaufen. Gingen die Frauen unter, sprach man sie vom Vorwurf der Hexerei frei, jedoch ertranken diese naturgemäß. So oder so hatten die Angeklagten kaum eine Chance zu überleben. Man ging davon aus, dass sie von Gott errettet werden, sollten sie schuldig sein. Daher sprach man bei der Wasserprobe auch von einem "Gottesurteil".

Die Zeit der Hexenverfolgung für Ostfriesland wird vor allem für das 16. Jahrhundert, der Regierungszeit von Edzard I. aus dem Hause Cirksena angenommen. Es existieren für den Bereich Norden allerdings eine bekannten Unterlagen oder Dokumente aus dieser Zeit.

Galerie

Die nachfolgende Galerie zeigt den Hexenkolk von der Juister Straße aus, fotografiert am 17. Januar 2021.

Quellenverzeichnis

  • Imhoff, Mathilde (1985): Die Flurnamen zur Deutschen Grundkarte 1:5000 (DGK5) 2409/2 Norden-Ost, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier vom 28. Juni 1985, Nr. 23

Siehe auch