Schützenbund Norden: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Entstehung der Schützenvereine ist eng verflochten mit dem militärischen Aufgebotswesen. Vielfach gehen beide ununterscheidbar ineinander über, vielfach sind beide aber auch scharf trennbar. Die mangelnde Kenntnis über das gesamte Aufgebotswesen in Ostfriesland hat die auf Tradition bedachten Orte dazu veranlasst, alles was sich, allgemein ausgedrückt, über die [[Bürgerkompanie]] in Erfahrung bringen ließ, auf das Schützenwesen zu beziehen. Dadurch entstand der unrichtige Eindruck, es habe sich hierbei um eine von der Wehrverfassung losgelöste Organisation gehandelt.<ref name=":1">Heise, Hans-Michael (1937): Die bewaffneten Ostfriesen in der Grafen- und Fürstenzeit, Aurich, S. 86</ref> | |||
Gegenüber des Ekeler Vorwerks veranstaltete der Verein - erstmalig im September 1922 seine jährliche Schützenfeste. Hieran erinnert bis heute die Straßenbezeichnung [[Schützenwiese]]. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten gerieten die Schützenvereine in das Visier der neuen Machthaber, die diese zur vormilitärischen Schulung missbrauchen wollten. Hierdurch kam es bei einigen Mitgliedern zu einem Austritt. Im August 1938 wurde dann auch das vorerst letzte Schützenfest veranstaltet, da die Nationalsozialisten den Verein wegen ihres Widerstrebens verboten.<ref name=":0" /> Nachfolgend beschlagnahmte die Wehrmacht die Zelte der Schützen für eigene Zwecke.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 38</ref> | Als entscheidendes Merkmal für den Schützenvereinscharakter wird dabei immer auf das Vogelschießen verwiesen. Die Einrichtung des Vogelschießens war mittelbar darauf gerichtet, die Wehrhaftmachung des Volkes günstig zu beeinflussen. Das Vogelschießen ist dabei ein uraltes Schießspiel. In Ostfriesland wurde es meistens in der Pfingstzeit durchgeführt. Der hölzerne Vogel, oft war es ein grüner Papagei, auf den geschossen wurde, galt als Symbol des bunten Lebens und des Frühsommers. Seine Ursprünge reichen dabei nachweislich bis auf das Jahr 1577 zurück, wenngleich dies nur auf Esens zutrifft.<ref name=":1" /> | ||
Der Norder Schützenbund wurde formell am 16. August 1921 gegründet und hatte seinen ersten Sitz in der Gaststätte ''Zum Stadtpark'' im [[Ekeler Vorwerk]].<ref>Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0627050.jpg)</ref><ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 23</ref> Im Rahmen der Gründung traten die ersten 200 Mitglieder dem neuen Verein bei.<ref name=":0">Ostfriesischer Kurier vom 7. August 2021, S. 6</ref> Gegenüber des Ekeler Vorwerks veranstaltete der Verein - erstmalig im September 1922 seine jährliche Schützenfeste. Hieran erinnert bis heute die Straßenbezeichnung [[Schützenwiese]]. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten gerieten die Schützenvereine in das Visier der neuen Machthaber, die diese zur vormilitärischen Schulung missbrauchen wollten. Hierdurch kam es bei einigen Mitgliedern zu einem Austritt. Im August 1938 wurde dann auch das vorerst letzte Schützenfest veranstaltet, da die Nationalsozialisten den Verein wegen ihres Widerstrebens verboten.<ref name=":0" /> Nachfolgend beschlagnahmte die Wehrmacht die Zelte der Schützen für eigene Zwecke.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 38</ref> | |||
Bereits 1924 erbaute der Verein das [[Schützenhaus]] am [[Ekeler Weg]]. Zur Anlage gehört seit jeher auch eine Schießbahn, die sich bis dahin im Tidofelder Holz (Wald an der Bundesstraße in [[Nadörst]]; gehört zu Lütetsburg) befand. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] verboten die Siegermächte in der ganzen Bundesrepublik bewaffnete Verbände, sodass das Vereinsleben weiterhin brach lag. Zudem ließ die britische Militärregierung die Schießbahn abreißen. Das Gebäude selbst blieb unversehrt, da es für Wohnzwecke gebraucht wurde. Noch im Gründungsjahr der Bundesrepublik 1949 konnten die Norder Schützen erneut zusammenfinden und erhielten 1952 die Erlaubnis zum Wiederaufbau einer Schießanlage.<ref name=":0" /> | Bereits 1924 erbaute der Verein das [[Schützenhaus]] am [[Ekeler Weg]]. Zur Anlage gehört seit jeher auch eine Schießbahn, die sich bis dahin im Tidofelder Holz (Wald an der Bundesstraße in [[Nadörst]]; gehört zu Lütetsburg) befand. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] verboten die Siegermächte in der ganzen Bundesrepublik bewaffnete Verbände, sodass das Vereinsleben weiterhin brach lag. Zudem ließ die britische Militärregierung die Schießbahn abreißen. Das Gebäude selbst blieb unversehrt, da es für Wohnzwecke gebraucht wurde. Noch im Gründungsjahr der Bundesrepublik 1949 konnten die Norder Schützen erneut zusammenfinden und erhielten 1952 die Erlaubnis zum Wiederaufbau einer Schießanlage.<ref name=":0" /> | ||