Arend Wilhelm Steinbömer (1811): Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „'''Arend Wilhelm Steinbömer''' (* 1811 in Norden; † 1888 ebenda) war von 1854 bis zu seinem Tod Geschäftsführer der Rauchtabakfabrik Steinbömer & Lubin…“ |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| (4 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
'''Arend Wilhelm Steinbömer''' (* 1811 in Norden; † 1888 ebenda) war von 1854 bis zu seinem Tod Geschäftsführer der Rauchtabakfabrik [[Steinbömer & Lubinus]]. Sein Nachfolger wurde [[Justus Friedrich Steinbömer (1838)|Justus Friedrich Steinbömer]]. | '''Arend Wilhelm Steinbömer''' (* 1811 in Norden; † 1888 ebenda) war von 1854 bis zu seinem Tod Geschäftsführer der Rauchtabakfabrik [[Steinbömer & Lubinus]]. Sein Nachfolger in der Firma wurde [[Justus Friedrich Steinbömer (1838)|Justus Friedrich Steinbömer]]. | ||
Zeitlebens war Arend Steinbömer gemeinhin auch als ''Der Konsul'' bekannt. Er hatte zahlreiche Ehrenämter hin und war Kommandant der 1848 gegründeten [[Bürgerwehr|Norder Bürgerwehr]]. | |||
Auf | ==Leben== | ||
''Der Konsul'', wie der energische Arend Wilhelm in Norden aufgrund seiner Tätigkeit als Konsul in Großbritannien (ab 1842) genannt wurde, hatte neben seiner erfolgreichen Tätigkeit als Unternehmer mehrere öffentliche Ehrenämter inne, so war er im Revolutionsjahr 1848 Kommandant der [[Norder Bürgerwehr]], er saß als Bürgervorsteher im [[Stadtrat]], er leitete die [[Mobiliar-Feuerversicherungsanstalt]] und vertrat seine Vaterstadt bei der Ostfriesischen Landschaftsversammlung in Aurich. Außerdem kämpfte er bei den Landesbehörden dafür, die [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Eisenbahnlinie]] 1856 über Emden hinaus bis nach Norden zu verlängern, um so einen besseren Anschluss an das Binnenland und günstigere Absatzmöglichkeiten für den Norder Handel zu bekommen. Norden erhielt diesen notwendigen Bahnanschluss schließlich 1883; die Bauarbeiten dafür waren gleichzeitig eine dringend notwendige Maßnahme, die damalige hohe Arbeitslosigkeit zu mildern.<ref name=":0">Schuh, Friedrich (1997): Ostfriesische Landschaft. Geschichte der Familie Steinbömer, Aurich ([https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Steinboemer_fam.pdf Link])</ref> | |||
Auf Initiative von Steinbömer und [[Johann Taaks|Bürgermeister Taaks]] stattete König Georg V. von Hannover der Stadt Norden am 9. September 1857 einen offiziellen Besuch ab, ein festliches Ereignis, das den kleinstädtischen Alltag lange überstrahlte. Der blinde König pflegte im Staatsbad Norderney seinen Sommerurlaub zu verbringen und auch gelegentlich auf dem Wege dorthin im Hause Steinbömer für eine Tasse Tee Halt zu machen. Zweifellos hatte der Konsul die Firma zu ihrer größten Ausdehnung und Anerkennung und zu höchstem wirtschaftlichen Erfolg geführt. Die Wirtschaftsrezession und politische Umstände bewirkten jedoch in seinem letzten Lebensjahrzehnt, dass sich eine unternehmerische Krise entwickelte, an deren Ende 1883/84 der Firmenkonkurs stand. Hilfe wurde ''Steinbömer & Lubinus'' in dieser Situation dadurch zuteil, dass der Norder Brennereibesitzer [[Jan ten Doornkaat Koolman (1815)|Jan ten Doornkaat Koolman II.]], der ihm in der Bürgerwehr bereits als Hauptmann gedient hatte, die ganze Firma vorübergehend aufkaufte und zu äußerst günstigen Bedingungen an Steinbömer zurück verkaufte; die Produktion konnte damit fortgeführt werden.<ref name=":0" /><ref>Behrends, Berend-Heiko (1969): Zwei Jahrhunderte Steinbömer Tabak, Norden, S. 35</ref> | |||
1857 erhielt Steinbömer den Ehrentite''l [[Geheimer Kommerzienrat]].''<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 61</ref> Zuvor wurde ihm bereits eine untere Stufe des Welfen-Ordens verliehen.<ref>Behrends, Berend-Heiko (1969): Zwei Jahrhunderte Steinbömer Tabak, Norden, S. 38</ref> | |||
Steinbömer verstarb nach kurzer Krankheit im Jahre 1888. Den Überlieferungen der Krankenschwestern der [[Diakonissenstation]] zufolge erkrankte er infolge des Kummers über den Konkurs seines Unternehmens an Schwindsucht (Tuberkulose), an der er letztendlich erlag.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 238</ref> | |||
Zeitlebens verheiratet war Steinbömer mit Christine Margarethe geb. Thedinga (1812 - 1871). Sie hatten sieben Kinder. | |||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
<references /> | <references /> | ||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||
*[[Steinbömer & Lubinus]] | *[[Steinbömer & Lubinus]] | ||
[[Kategorie:Bürger der Stadt Norden]] | |||