Ketelburg: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Seite wurde neu angelegt: „{| class="wikitable" style="float:right; margin-left: 10px;" ! colspan="2" | ==Ketelburg== |- | colspan="2" |{{#multimaps: | Title = Ketelburg | Text = Hof in…“
 
K Textersetzung - „circle =“ durch „circles =“
 
(5 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 3: Zeile 3:
==Ketelburg==
==Ketelburg==
|-
|-
| colspan="2" |{{#multimaps:
| colspan="2" |{{#display_map:
| Title = Ketelburg
| Title = Ketelburg
| Text = Hof in Süderneuland II
| Text = Hof in Nadörst
| center = 53.56195809901981, 7.219158482303563
| center = 53.57014538064033, 7.237810502924041
| circle = 53.56195809901981, 7.219158482303563 : 100
| circles = 53.57014538064033, 7.237810502924041 : 75
| zoom = 16
| zoom = 16
| width = 300px
| width = 300px
Zeile 16: Zeile 16:
|-
|-
|Entstehungszeit
|Entstehungszeit
|vor 1602
|um oder vor 1602
|-
|-
|Erbauer
|Erbauer
Zeile 25: Zeile 25:
|-
|-
|Erhaltungszustand
|Erhaltungszustand
|abgebrochen
|um 1750 abgebrochen
|-
|-
|Genaue Lage
|Genaue Lage
Zeile 32: Zeile 32:
|}
|}
__NOTOC__
__NOTOC__
Die '''Ketelburg''' war ein Gehöft in [[Nadörst]]. An sie erinnert heute vor allem der [[Kadelberger Weg]]. Der Wortbestand "Ketel" kommt aus dem Ostfriesischen und bedeutet "Kessel".<ref>Doornkaat Koolman, Jan ten (1884): Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden, Bd. 2, S. 184, 185</ref> Dies bezieht sich auf die kesselförmige Vertiefungen der dortigen Ländereien, die - nach der Ketelburg - auch [[Kadelberger Land|Ketelburger Land]] genannt wurden.
Die '''Ketelburg''' (auch: ''Kätelbörg''; ''Ketelborg'') war ein Gehöft in [[Nadörst]]. An sie erinnert heute noch der [[Kadelberger Weg]].


Keinesfalls darf man sich die Ketelburg als Burg im eigentlichen Sinne vorstellen. Vielmehr wurden auch große Höfe oder allgemein Steinbauten in früheren Jahren als "Burg" bezeichnet. Möglich ist jedoch auch, dass es sich bei der Ketelburg nicht um einen normalen Gulfhof o.ä. gehandelt hat, sondern um eine Burg im ostfriesischen Sinne. Quasi ein großes Steinhaus wie die [[Osterburg]].
== Geschichte ==
Der erste bekannte Eigentümer, [[Poppo Dylen]], wird 1602 genannt. Ihm folgt offenbar sein Sohn [[Diele Poppens]] nach, der gemäß alter ostfriesischer Tradition ([[patronymische Namensgebung]]) den Vornamen des Vaters als Nachnamen erhielt. 1634 gehörten 21 [[Diemat]] Land zur Ketelburg.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2011) Die Höfe in Süderneuland, Nr. 9</ref> Keinesfalls darf man sich die Ketelburg als Burg im eigentlichen Sinne vorstellen. Vielmehr wurden auch große Höfe oder allgemein Steinbauten in früheren Jahren als Burg bezeichnet. Der Wortbestand ''Ketel'' kommt aus dem Ostfriesischen und bedeutet ''Kessel''.<ref>Doornkaat Koolman, Jan ten (1884): Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden, Bd. 2, S. 184, 185</ref> Dies bezieht sich auf die kesselförmige Vertiefungen der dortigen Ländereien, die - nach der Ketelburg - auch [[Kadelberger Land|Ketelburger Land]] genannt wurden.


Die mindestens seit 1602 existierende Ketelburg wurdee zwischen 1740 und 1755 abgebrochen.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamensammlung?state=item:56930 Schreiber, Gretje (2011): Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft</ref>
Bei einer Auktion wird der Nachlass des Diele Poppens an [[Warncke Laurentz]] versteigert. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Hof seinen Besitz auf 42 [[Diemat]] verdoppelt. Neben Abgaben war der Hofbesitzer auch zur [[Deichlast]] verpflichtet, hatte also den [[Udo-Focken-Deich]] an seinem Land zu unterhalten.<ref name=":0" />
 
1662 wird [[Engelbert Kettler (1618)|Dr. Engelbert Kettler]] neuer Eigentümer, der den Hof offenbar verpachtete. Von diesem geht der Hof an seine Tochter [[Catharina Clara Kettler]] und ihren Ehemann [[Sebastian Fridag]].<ref name=":0" /> Nach dem Tod der Eheleute wird der Hof am 12. Dezember 1740 veräußert und bis 1755 abgebrochen, die dazugehörigen Ländereien gestückelt und verkauft.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamensammlung?state=item:56930 Schreiber, Gretje (2011): Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft</ref> Heute befindet sich an der alten Hofstelle ein [[Pomologie|pomologischer Garten]], der ursprünglich von [[Jan ten Doornkaat Koolman (1815)|Jan ten Doornkaat Koolman II.]] angelegt wurde.


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==

Aktuelle Version vom 22. Mai 2022, 16:29 Uhr

Ketelburg

Die Karte wird geladen …
Basisdaten
Entstehungszeit um oder vor 1602
Erbauer unbekannt
Bauweise unbekannt
Erhaltungszustand um 1750 abgebrochen
Genaue Lage Kadelberger Weg

26506 Norden

Die Ketelburg (auch: Kätelbörg; Ketelborg) war ein Gehöft in Nadörst. An sie erinnert heute noch der Kadelberger Weg.

Geschichte

Der erste bekannte Eigentümer, Poppo Dylen, wird 1602 genannt. Ihm folgt offenbar sein Sohn Diele Poppens nach, der gemäß alter ostfriesischer Tradition (patronymische Namensgebung) den Vornamen des Vaters als Nachnamen erhielt. 1634 gehörten 21 Diemat Land zur Ketelburg.[1] Keinesfalls darf man sich die Ketelburg als Burg im eigentlichen Sinne vorstellen. Vielmehr wurden auch große Höfe oder allgemein Steinbauten in früheren Jahren als Burg bezeichnet. Der Wortbestand Ketel kommt aus dem Ostfriesischen und bedeutet Kessel.[2] Dies bezieht sich auf die kesselförmige Vertiefungen der dortigen Ländereien, die - nach der Ketelburg - auch Ketelburger Land genannt wurden.

Bei einer Auktion wird der Nachlass des Diele Poppens an Warncke Laurentz versteigert. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Hof seinen Besitz auf 42 Diemat verdoppelt. Neben Abgaben war der Hofbesitzer auch zur Deichlast verpflichtet, hatte also den Udo-Focken-Deich an seinem Land zu unterhalten.[1]

1662 wird Dr. Engelbert Kettler neuer Eigentümer, der den Hof offenbar verpachtete. Von diesem geht der Hof an seine Tochter Catharina Clara Kettler und ihren Ehemann Sebastian Fridag.[1] Nach dem Tod der Eheleute wird der Hof am 12. Dezember 1740 veräußert und bis 1755 abgebrochen, die dazugehörigen Ländereien gestückelt und verkauft.[3] Heute befindet sich an der alten Hofstelle ein pomologischer Garten, der ursprünglich von Jan ten Doornkaat Koolman II. angelegt wurde.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Schreiber, Gretje (2011) Die Höfe in Süderneuland, Nr. 9
  2. Doornkaat Koolman, Jan ten (1884): Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden, Bd. 2, S. 184, 185
  3. Schreiber, Gretje (2011): Historische Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft

Siehe auch