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Das (ehemalige) '''Postamt''' beherbergte von 1908 bis 2020 die städtische Post. Errichtet von der Reichspost während der Kaiserzeit wurde das Gebäude von der Deutschen Reichspost übernommen, ging dann an die Deutsche Bundespost und schließlich - nach der Privatisierung des Postwesens in Deutschland - an die Deutsche Post über, die hier neben dem regulären Postbetrieb auch eine Postbankfiliale einrichtete. Am 25. November 2020 wurde das Gebäude für den Besucherverkehr geschlossen.
Das (ehemalige) '''Postamt''' beherbergte von 1908 bis 2020 die städtische Post. Errichtet von der (Kaiserlichen) Reichspost löste das Gebäude das bisherige Postamt im benachbarten ''[[Hochgräfliches Haus|Hochgräflichen Haus]]'' ab. Nach dem Niedergang des Kaiserreichs wurde das Gebäude von der Deutschen Reichspost übernommen, ehe es an die Deutsche Bundespost und schließlich - nach der Privatisierung des Postwesens in Deutschland - an die Deutsche Post AG überging.
 
Am 25. November 2020 wurde das Gebäude für den Besucherverkehr geschlossen und von einem Norder Architekten erworben, welcher das ehemalige Postamt zum Wohn- und Geschäftshaus umbauen ließ.
 
Ursprünglich befand sich auf dem linken Teil des Post-Grundstücks (bzw. Post-Gebäudes) ein Wohnhaus (siehe ''Galerie''), der rechte Teil wurde vom nördlichen Flügel des ''Hochgräflichen Hauses'' eingenommen. Bis zur Neuordnung der [[Hausnummerierung]] hatten diese Gebäude die Hausnummern 5 und 6. Ihre Geschichte wird unten gesondert behandelt.
__TOC__
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==Geschichte==
==Geschichte==
Das denkmalgeschützte Gebäude wurde von 1906 bis 1908 (nach anderen Quellen von 1906 bis 1907) von der damaligen Reichspost errichtet. Bereits zuvor befand sich an dieser Stelle ein Postamt, damals noch im sogenannten [[Gräfliches Haus|Gräflichen Haus]].<ref name=":0" /><ref name=":1">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 9</ref> Zu Beginn der Inbetriebnahme wurde auch [[Norddeich Radio]] vom Norder Postamt verwaltet; denkbar ist, dass der Neubau des Postamtes nicht zuletzt auch der Küstenfunkstelle zu verdanken ist. Der im Postamt ansässige Postdirektor war zugleich verantwortlich für den Betrieb von Norddeich Radio, ehe es ab 1910 eine eigenständige Anstalt wurde.
Das denkmalgeschützte Gebäude wurde von 1906 bis 1908 (nach anderen Quellen von 1906 bis 1907) von der damaligen Reichspost errichtet. Bereits zuvor befand sich an dieser Stelle ein Postamt, damals noch im sogenannten [[Gräfliches Haus|Gräflichen Haus]].<ref name=":0" /><ref name=":1">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 9</ref> Zu Beginn der Inbetriebnahme wurde auch [[Norddeich Radio]] vom Norder Postamt verwaltet; denkbar ist, dass der Neubau des Postamtes nicht zuletzt auch der Küstenfunkstelle zu verdanken ist. Der im Postamt ansässige Postdirektor war zugleich verantwortlich für den Betrieb von Norddeich Radio, ehe es ab 1910 eine eigenständige Anstalt wurde.


Ab dem 1. August 1926 wurden die bisherigen einspännigen Kutschen erstmals durch Kraftfahrzeuge ersetzt.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 168</ref><ref name=":1" /> Bis dahin arbeitete die Post eng mit der [[Posthalterschaft]] in der später danach benannten [[Posthalterslohne]] zusammen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 42</ref>
Ab dem 1. August 1926 wurden die bisherigen einspännigen Kutschen erstmals durch Kraftfahrzeuge ersetzt.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 168</ref><ref name=":1" /> Bis dahin arbeitete die Post eng mit der [[Posthalterschaft]] in der später danach benannten [[Posthalterslohne]] zusammen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 42</ref> Auch das benachbarte, ehemalige [[Hotel Zur Post]] wurde lange Zeit als [[Posthalterei]] betrieben.


In der Zeit nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] dienten einige Räumlichkeiten im Postamt der provisorischen Unterbringung von Vertriebenen und Geflüchteten.<ref>Diverse Zeitzeugenberichte</ref>
In der Zeit nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] dienten einige Räumlichkeiten im Postamt der provisorischen Unterbringung von Vertriebenen und Geflüchteten.<ref>Diverse Zeitzeugenberichte</ref>


In den 1970er Jahren siedelte sich die damals noch zur Bundespost gehörende [[Seekabelendstelle]] im rückwärtigen Bereich des Postamtes an, 1987 wurde der [[Fernsehturm]] errichtet.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 98</ref>
In den 1970er Jahren siedelte sich die damals noch zur Bundespost gehörende [[Seekabelendstelle]] im rückwärtigen Bereich des Postamtes an.<ref name=":3" /> Zur gleichen Zeit wurde der Eingangsbereich neu gestaltet.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 8. März 2024, S. 4</ref> 1987 wurde - ebenfalls von der Bundespost - der [[Fernsehturm]] errichtet.<ref name=":3">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 98</ref>


Am 24. November 2020 öffnete das Postamt letztmalig die Türen für den allgemeinen Besucherverkehr. Seitdem werden die Postdienstleistungen von unterschiedlichen, in Einzelläden und Supermärkten befindlichen Poststellen wie jener am [[Neuer Weg 21|Neuen Weg 21]], erbracht. Das Postverteilungszentrum befindet sich im 2020 neu errichteten Logistikzentrum [[Am Norder Tief]]. Die Bauarbeiten zu diesem begannen im Juni und waren bereits im Oktober des Jahres fertiggestellt.<ref>[https://nachrichten.ostfriesischer-kurier.de/Nachrichten/Bau-des-Verteilzentrums-in-Norden-geht-voran-146.html Online-Bericht des Ostfriesischen Kuriers vom 29. Oktober 2020], abgerufen am 14. April 2021</ref>
Am 24. November 2020 öffnete das Postamt letztmalig die Türen für den allgemeinen Besucherverkehr. Seitdem werden die Postdienstleistungen von unterschiedlichen, in Einzelläden und Supermärkten befindlichen Poststellen wie jener am [[Neuer Weg 21|Neuen Weg 21]], erbracht. Das Postverteilungszentrum befindet sich im 2020 neu errichteten Logistikzentrum [[Am Norder Tief]]. Die Bauarbeiten zu diesem begannen im Juni und waren bereits im Oktober des Jahres fertiggestellt.<ref>[https://nachrichten.ostfriesischer-kurier.de/Nachrichten/Bau-des-Verteilzentrums-in-Norden-geht-voran-146.html Online-Bericht des Ostfriesischen Kuriers vom 29. Oktober 2020], abgerufen am 14. April 2021</ref>
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Nachdem die Infektionszahlen während [[COVID 19-Pandemie]] im Herbst 2021 wieder stiegen, richtete die [[Stadt Norden]] ab dem 2. Dezember des Jahres für einige Zeit eine provisorische ''Corona-Teststelle'' ein. Indes wurden im Gebäude umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt, nachdem es von einem privaten Investor erworben wurde.
Nachdem die Infektionszahlen während [[COVID 19-Pandemie]] im Herbst 2021 wieder stiegen, richtete die [[Stadt Norden]] ab dem 2. Dezember des Jahres für einige Zeit eine provisorische ''Corona-Teststelle'' ein. Indes wurden im Gebäude umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt, nachdem es von einem privaten Investor erworben wurde.


Die ''Deutsche Post AG'' als gewinnorientiertes Nachfolgeunternehmen der behördlichen Deutschen Bundespost hatte das Gebäude leider stark vernachlässigt. Obgleich das Gebäude unter Denkmalschutz steht, waren nach Angaben ehemaliger Mitarbeiter vor allem Keller und Dachgeschoss von Schimmel und Ungezieferbefall betroffen.<ref>Befragung von Ortskundigen im Juli 2021</ref> Die letzte Sanierung wurde um die Jahrtausendwende (1999-2000) durchgeführt.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 91</ref> Dennoch konnte das Gebäude vor dem Verfall gerettet und aufwendig saniert werden. Ein privater Investor richtete hier nach dem Verkauf durch die Post mehrere Wohnungen ein.
Die ''Deutsche Post AG'' als gewinnorientiertes Nachfolgeunternehmen der behördlichen Deutschen Bundespost hatte das Gebäude leider stark vernachlässigt. Obgleich das Gebäude unter Denkmalschutz steht, waren nach Angaben ehemaliger Mitarbeiter vor allem Keller und Dachgeschoss von Schimmel und Ungezieferbefall betroffen.<ref>Befragung von Ortskundigen im Juli 2021</ref> Die letzte Sanierung wurde um die Jahrtausendwende (1999-2000) durchgeführt.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 91</ref>
 
Dennoch konnte das Gebäude vor dem Verfall gerettet und aufwendig saniert werden. Ein Norder Architekt ließ das Gebäude aufwendig sanieren, um ein zweites Dachgeschoss erweitern und zu einem Wohn- und Geschäftshaus umbauen. Während im Obergeschoss Seniorenwohnungen entstanden, wurde der untere Bereich zu Geschäfts- und Dienstleistungsräumen umgestaltet.<ref name=":3" />


===ehem. Nr. 5===
===ehem. Nr. 5===
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==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references />
<references/>


==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Hotel Zur Post]]
*[[Hotel Zur Post]]
*[[Poststelle Süderneuland]]
*[[Norddeich Radio]]
*[[Posthäuser]]


[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]