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Bürgermeister Taaks versuchte Mitte des 19. Jahrhunderts, König Georg V. von Hannover, zu dessen Königreich Ostfriesland seinerzeit gehörte, zu einem längeren Verweilen in Norden zu bewegen. Dieser hatte die Insel Norderney für sich entdeckt und besuchte sie regelmäßig. Eigens für ihn war die heutige [[Bundesstraße]] gepflastert sowie der Ort Georgsheil im Südbrookmerland nach ihm benannt geworden. Da Georg V. die [[Stadt Norden]] auf seiner Reise nach Norderney jedoch jedes Mal nur durchquerte und hier nicht verweilte, lud Taaks ihn in sein Heim ein, das er eigens dafür aufwerten ließ. Tatsächlich soll der König hier im Jahre 1857 mehrere Norder Persönlichkeiten empfangen und eine Kleinigkeit gespeist haben.<ref name=":0" /><ref name=":2" /> Da der König jedoch seit seiner Jugend erblindet war, wird er von der aufwendigen Restaurierung wohl leider nichts bemerkt haben.
Bürgermeister Taaks versuchte Mitte des 19. Jahrhunderts, König Georg V. von Hannover, zu dessen Königreich Ostfriesland seinerzeit gehörte, zu einem längeren Verweilen in Norden zu bewegen. Dieser hatte die Insel Norderney für sich entdeckt und besuchte sie regelmäßig. Eigens für ihn war die heutige [[Bundesstraße]] gepflastert sowie der Ort Georgsheil im Südbrookmerland nach ihm benannt geworden. Da Georg V. die [[Stadt Norden]] auf seiner Reise nach Norderney jedoch jedes Mal nur durchquerte und hier nicht verweilte, lud Taaks ihn in sein Heim ein, das er eigens dafür aufwerten ließ. Tatsächlich soll der König hier im Jahre 1857 mehrere Norder Persönlichkeiten empfangen und eine Kleinigkeit gespeist haben.<ref name=":0" /><ref name=":2" /> Da der König jedoch seit seiner Jugend erblindet war, wird er von der aufwendigen Restaurierung wohl leider nichts bemerkt haben.


Nach dem Tode Taaks' und seiner Witwe gehörte das Haus ab 1909 der Apothekerfamilie Gronewold, nach der das Gebäude bis heute benannt ist. Trotz ihres Engagements, das historisch wertvolle Bauwerk zu bewahren, zerfiel es nach dem Tode des letzten Bewohners dieser Familie im Jahre 2002 durch jahrelangen Leerstand zusehends.<ref name=":1" /> Insgesamt konnten bis dahin in der Geschichte des Hauses 19 Eigentümer nachgewiesen werden.<ref name=":2" /> In einer der Wohnungen soll auch der Lehrer [[Lothar Hein]] gewohnt haben.<ref>Zeitzeugenbefragung am 6. August 2021</ref>
Nach dem Tode Taaks' (1886) und seiner Witwe gehörte das Haus ab 1909 der Apothekerfamilie Gronewold, nach der das Gebäude bis heute benannt ist. Trotz ihres Engagements, das historisch wertvolle Bauwerk zu bewahren, zerfiel es nach dem Tode des letzten Bewohners dieser Familie im Jahre 2002 durch jahrelangen Leerstand zusehends.<ref name=":1" /> Insgesamt konnten bis dahin in der Geschichte des Hauses 19 Eigentümer nachgewiesen werden.<ref name=":2" /> In einer der Wohnungen soll auch der Lehrer [[Lothar Hein]] gewohnt haben.<ref>Zeitzeugenbefragung am 6. August 2021</ref>


2013 erwarb Gustav Claashen von ''[[Claashen Immobilien]]'' das Objekt und unterzog es ab 2015 einer umfangreichen Restaurierung, bei der selbst kleinste Details erhalten bzw. wiederhergestellt wurden. So wurden etwa sämtliche Backsteine einzeln entnommen, gereinigt und wieder aufgemauert.<ref name=":0" /> Es entstanden sechs unterschiedliche Wohnungen. Vor Claashen waren bereits mehrere Eigentümer an der Realisierung dieses umfangreichen, kostenintensiven Projekts gescheitert. Zur Aufarbeitung der Gebäudehistorie beauftragte Claashen die Norder Heimatforscherin [[Gretje Schreiber]], die die Geschichte des Hauses in einem im September 2021 veröffentlichten Buch zusammentrug.<ref name=":2" />
2013 erwarb Gustav Claashen von ''[[Claashen Immobilien]]'' das Objekt und unterzog es ab 2015 einer umfangreichen Restaurierung, bei der selbst kleinste Details erhalten bzw. wiederhergestellt wurden. So wurden etwa sämtliche Backsteine einzeln entnommen, gereinigt und wieder aufgemauert.<ref name=":0" /> Es entstanden sechs unterschiedliche Wohnungen. Vor Claashen waren bereits mehrere Eigentümer an der Realisierung dieses umfangreichen, kostenintensiven Projekts gescheitert. Zur Aufarbeitung der Gebäudehistorie beauftragte Claashen die Norder Heimatforscherin [[Gretje Schreiber]], die die Geschichte des Hauses in einem im September 2021 veröffentlichten Buch zusammentrug.<ref name=":2" />


Seit der Fertigstellung der Sanierungsarbeiten beherbergt das Gebäude heute mehrere Wohnungen gehobenen Standards und ist ein vorbildliches Beispiel für die sehr gelungene Erhaltung bedeutender Bauwerke der [[Altstadt|Norder Altstadt]] durch einen heimatverbundenen Investoren. Zugleich ist es ein krasser Gegensatz zu den zahllosen Bauprojekten der jüngeren Vergangenheit, bei denen auswärtige Investoren erhaltenswerte Gebäude zugunsten schlichter Mehrparteienhäuser abbrechen ließen und dadurch ortsbildprägende Strukturen unwiederbringlich (zer-)störten.
Seit der Fertigstellung der Sanierungsarbeiten beherbergt das Gebäude heute mehrere Wohnungen gehobenen Standards und ist ein vorbildliches Beispiel für die sehr gelungene Erhaltung bedeutender Bauwerke der [[Altstadt|Norder Altstadt]] durch einen heimatverbundenen Investoren. Zugleich ist es ein krasser Gegensatz zu den zahllosen Bauprojekten der jüngeren Vergangenheit, bei denen auswärtige Investoren erhaltenswerte Gebäude zugunsten schlichter Mehrparteienhäuser abbrechen ließen und dadurch ortsbildprägende Strukturen unwiederbringlich (zer-)störten.
==Beschreibung==
==Beschreibung==
Im Erd- und Obergeschoss ist das originale Mauerwerk erhalten. Der Giebel weist eine außergewöhnlich aufwendige Gestaltung auf. Die drei Achsen werden durch vier Mauerblenden (Lisenen), die mit Formatsteinen hergestellt sind und zudem Specklagen (heller Naturstein im roten Backsteinmauerwerk) zeigen, getrennt. Die Schiebefenster in Blockrahmentechnik stammen aus dem späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert. Die ursprünglichen Kreuzstockfenster waren von Entlastungsbögen überwölbt, nur im Obergeschoss sind diese noch originalgetreu erhalten.<ref name=":1" />
Im Erd- und Obergeschoss ist das originale Mauerwerk erhalten. Der Giebel weist eine außergewöhnlich aufwendige Gestaltung auf. Die drei Achsen werden durch vier Mauerblenden (Lisenen), die mit Formatsteinen hergestellt sind und zudem Specklagen (heller Naturstein im roten Backsteinmauerwerk) zeigen, getrennt. Die Schiebefenster in Blockrahmentechnik stammen aus dem späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert. Die ursprünglichen Kreuzstockfenster waren von Entlastungsbögen überwölbt, nur im Obergeschoss sind diese noch originalgetreu erhalten.<ref name=":1" />


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===Allgemeine Fotos===
===Allgemeine Fotos===
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Am-Markt-West-undatierte-Aufnahme-01.jpg|Undatierte Aufnahme mit den Häusern Am Markt 46 bis  
Datei:Am-Markt-West-undatierte-Aufnahme-01.jpg|Undatierte Aufnahme mit den Häusern Am Markt 46 bis [[Am Markt 50]].
Datei:Am Markt 64 Haus Gronewold um 1950.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1950.
Datei:Am Markt 64 Haus Gronewold um 1950.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1950.
Datei:Am Markt 46 - 06042003.jpg|Aufnahme vom 6. April 2003.
Datei:Am Markt 46 - 06042003.jpg|Aufnahme vom 6. April 2003.
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==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references />
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==Siehe auch==
==Siehe auch==