Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(3 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 12: Zeile 12:
|-
|-
|Einwohner
|Einwohner
|402 <small>(31.12.2021)</small>
|402 <small>(31.12.2022)</small>
|-
|-
|Gründung
|Gründung
Zeile 25: Zeile 25:
| colspan="2" |[[Datei:Karte_Westermarsch_I.png|zentriert|358x358px|alternativtext=]]
| colspan="2" |[[Datei:Karte_Westermarsch_I.png|zentriert|358x358px|alternativtext=]]
|}
|}
'''Westermarsch I''' ist ein Stadtteil von Norden und hat 402 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2021), die sich auf einer Fläche von rund 19,42 km² verteilen.
'''Westermarsch I''' ist ein Stadtteil von Norden und hat 402 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2022), die sich auf einer Fläche von rund 19,42 km² verteilen.
__TOC__
__TOC__
==Namensherkunft==
==Namensherkunft==
Zeile 127: Zeile 127:
| align="right" |402
| align="right" |402
|-
|-
|
|2022
| align="right" |
| align="right" |402
|-
|-
|
|
Zeile 172: Zeile 172:


Ihr Sohn [[Edzard II. Cirksena|Graf Edzard II.]] setzte um 1583 einen weiteren Deich vor den Gräfin Annas. Hier liegt das [[Westermarscher Neuland]], geschützt vom [[Neuer Süderdeich|Neuen Süderdeich]]. Er begann in Norden beim [[Altes Zollhaus |Alten Zollhaus]] und endet an der [[Leybucht]] beim [[Buscherpolder]]. Unter Christine Charlotte von Württemberg, Regentin von Ostfriesland bis 1699, kamen 1678 weitere 281 Hektar fruchtbaren Landes hinzu. Ihr zu Ehren wurden die Gebiete [[Süder-Charlottenpolder]] und [[Wester-Charlottenpolder]] genannt.
Ihr Sohn [[Edzard II. Cirksena|Graf Edzard II.]] setzte um 1583 einen weiteren Deich vor den Gräfin Annas. Hier liegt das [[Westermarscher Neuland]], geschützt vom [[Neuer Süderdeich|Neuen Süderdeich]]. Er begann in Norden beim [[Altes Zollhaus |Alten Zollhaus]] und endet an der [[Leybucht]] beim [[Buscherpolder]]. Unter Christine Charlotte von Württemberg, Regentin von Ostfriesland bis 1699, kamen 1678 weitere 281 Hektar fruchtbaren Landes hinzu. Ihr zu Ehren wurden die Gebiete [[Süder-Charlottenpolder]] und [[Wester-Charlottenpolder]] genannt.
 
[[Datei:Westermarsch Blitzeinschlag Gemälde van Lengen unbekanntes Datum.jpg|mini|Blitzeinschlag in einem [[Warft|Warfthaus]] (1. Hälfte des 19. Jahrhunderts) nach einem Gemälde des [[Hinrich Adolf von Lengen]].]]
Zur Zeit der Bedeichung war die alte bäuerliche Sozialordnung noch in Kraft, sodass die Landnahme in [[Rott|Rotten]] erfolgte. So kolonisierten die aus dem Raume Norden angesetzten Siedler in der [[Ostermarsch]] in acht Rotten, in der [[Lintelermarsch]] in drei Rotten und in der Westermarsch in neun Rotten.<ref name=":0">Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 60</ref>
Zur Zeit der Bedeichung war die alte bäuerliche Sozialordnung noch in Kraft, sodass die Landnahme in [[Rott|Rotten]] erfolgte. So kolonisierten die aus dem Raume Norden angesetzten Siedler in der [[Ostermarsch]] in acht Rotten, in der [[Lintelermarsch]] in drei Rotten und in der Westermarsch in neun Rotten.<ref name=":0">Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 60</ref>
[[Datei:Westermarsch Blick zur Ziegeleistraße unbekanntes Datum 01.jpg|mini|Mit Blick zur [[Ziegeleistraße]] (unbekanntes Datum).]]
[[Datei:Westermarsch Blick zur Ziegeleistraße unbekanntes Datum 01.jpg|mini|Mit Blick zur [[Ziegeleistraße]] (unbekanntes Datum).]]
Zeile 187: Zeile 187:
Von 1821 bis 1823 kartografierte das Königreich Hannover einen Teil seines Landes. Wenngleich Ostfriesland nicht dazu zählte, taucht in dieser Zeit erstmals die amtliche Trennung von Westermarsch I und [[Westermarsch II]] wie auch [[Süderneuland I]] und [[Süderneuland II]] auf. Offenkundig stand die Trennung dieser bis dahin jeweils zusammengehörenden Gemeinden im Zusammenhang mit Bestrebungen zur Vereinheitlichung von Fläche und Größe der einzelnen Gliedgemeinden im Land. Die nun entstandenen Gemeinden hatten jeweils eine annähernd gleiche Größe und Bevölkerungszahl.
Von 1821 bis 1823 kartografierte das Königreich Hannover einen Teil seines Landes. Wenngleich Ostfriesland nicht dazu zählte, taucht in dieser Zeit erstmals die amtliche Trennung von Westermarsch I und [[Westermarsch II]] wie auch [[Süderneuland I]] und [[Süderneuland II]] auf. Offenkundig stand die Trennung dieser bis dahin jeweils zusammengehörenden Gemeinden im Zusammenhang mit Bestrebungen zur Vereinheitlichung von Fläche und Größe der einzelnen Gliedgemeinden im Land. Die nun entstandenen Gemeinden hatten jeweils eine annähernd gleiche Größe und Bevölkerungszahl.


1867 bzw. 1871 fiel ganz Ostfriesland von Hannover (erneut) an das Königreich Preußen. Die preußischen Beamten begannen damit, nun auch Ostfriesland zu kartografieren. 1873 bis 1875 wurde die [[Westermarscher Straße]] gebaut, bis dahin erfolgte ein Warentransport vor allem über die zahlreichen Flüsse und Kanäle.[[Datei:Westermarscher Landstrasse 1977.jpg|links|mini|Die [[Westermarscher Straße]] vor ihrer Verbreiterung (1977).]]
1867 bzw. 1871 fiel ganz Ostfriesland von Hannover (erneut) an das Königreich Preußen. Die preußischen Beamten begannen damit, nun auch Ostfriesland zu kartografieren. 1873 bis 1875 wurde die [[Westermarscher Straße]] gebaut, bis dahin erfolgte ein Warentransport vor allem über die zahlreichen Flüsse und Kanäle.[[Datei:Westermarscher Landstrasse 1977.jpg|mini|Die [[Westermarscher Straße]] vor ihrer Verbreiterung (1977).]]


In den Wirren der Zeit nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] formierte sich eine Bürgerwehr, der 73 Mann angehörten. Die Wehr hatte keine Waffen, die sie jedoch angefordert hatten. Zu einer Bewaffnung kam es durch die Gründung der Weimarer Republik mit der einhergehenden Verbesserung der Sicherheitslage jedoch nicht mehr. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] befand sich in einer Holzbaracke bei Landwirt J. Ahrends in [[Wester-Charlottenpolder]] ein Kriegsgefangenenlager (AK Nr. 1 164E), in dem 35 bis 40 (vorher auch 60) Personen untergebracht waren. Im Oktober 1940 gab es 40 Insassen von ausnahmslos französischer Herkunft. Im Juli 1941 registrierte man dann 39 Serben.
In den Wirren der Zeit nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] formierte sich eine Bürgerwehr, der 73 Mann angehörten. Die Wehr hatte keine Waffen, die sie jedoch angefordert hatten. Zu einer Bewaffnung kam es durch die Gründung der Weimarer Republik mit der einhergehenden Verbesserung der Sicherheitslage jedoch nicht mehr. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] befand sich in einer Holzbaracke bei Landwirt J. Ahrends in [[Wester-Charlottenpolder]] ein Kriegsgefangenenlager (AK Nr. 1 164E), in dem 35 bis 40 (vorher auch 60) Personen untergebracht waren. Im Oktober 1940 gab es 40 Insassen von ausnahmslos französischer Herkunft. Im Juli 1941 registrierte man dann 39 Serben.
Zeile 235: Zeile 235:


==Erwähnenswerte Gebäude==
==Erwähnenswerte Gebäude==
* siehe auch: [[:Kategorie:Gebäude in Westermarsch I|Kategorie:Gebäude in Westermarsch I]]
===Erhaltene Gebäude===
===Erhaltene Gebäude===
* [[Zollhaus (Westermarsch I) |Ehemaliges Zollhaus]]
* [[Zollhaus (Westermarsch I) |Ehemaliges Zollhaus]]
Zeile 243: Zeile 246:
===Abgebrochene Gebäude===
===Abgebrochene Gebäude===
* [[Ziegelei (Westermarsch I) |Alte Ziegelei]]
* [[Ziegelei (Westermarsch I) |Alte Ziegelei]]
* [[Hof Westernplaats]] (auch ''Westernburgplatz'' genannt)


==Sehenswürdigkeiten==
==Sehenswürdigkeiten==