Mackeriege: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Die Mackeriege ist eine [[Gemeindestraße]] in Norden und liegt im Stadtviertel [[Norden (Stadtteil) | Norden]]. Die Straße grenzt nordöstlich an die [[Westerstraße]] und südwestlich an die [[Knyphausenstraße]]. Über einen Trampelpfad kann man südöstlich zum [[Gartenfeld]] gelangen.
Die '''Mackeriege''' ist eine [[Landesstraße]] (L 27) in [[Norden (Stadtteil) |Norden]]. Die Straße grenzt nordöstlich an die [[Westerstraße]] und südwestlich an die [[Knyphausenstraße]]. Über einen Pfad kann man südöstlich zum [[Gartenfeld]] gelangen.
__TOC__
__TOC__
== Geschichte ==
==Geschichte==
===Herkunft des Namens===
Als ''Riege'' bezeichnete man Straßenzüge, an denen sich die Häuser aneinanderreihten und die zunächst nur auf einer Straßenseite besiedelt waren. Bezüglich des ersten Bestandteils des Straßennamens gibt es zwei Theorien: Die erste lautet, dass der Straßenname sich aus dem Ruf- oder Familiennamen ''Macko'' oder ''Macke'' mit ''Riege'' zusammensetzt.


=== Herkunft des Namens ===
Die zweite - und wahrscheinlichere - Theorie lautet, dass sich ''Macke'' vom niederdeutschen ''Maken'' für ''machen'' herleitet. Die ''Ma(c)ke(r)riege'' war also die Straße der ''Macher'', sprich der Arbeiter und bzw. oder Handwerker. Das Pendant stellt die [[Laukeriege]] dar, wo die Beamten des [[Amt Norden|Norder Amtes]] wohnten.
Der Straßenname setzt sich aus dem Ruf- oder Familiennamen "Macko" oder "Macke" mit "Riege" zusammen.<ref>Remmers, Arend (2004): Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer, S. 145</ref> Über diese Person ist jedoch nichts weiter bekannt. Als Riege bezeichnete man Straßenzüge, an denen sich die Häuser aneinanderreihten.


=== Entwicklung ===
===Entwicklung===
Die Bewohner der Mackeriege waren ursprünglich bis ins 19. Jahrhundert hinein dem [[Dominikanerkloster]] und nach der Säkularisation dem Norder Amtmann als Rechtsnachfolger gegen das Privileg der Steuerfreiheit zum Handdienst (Naturaldienste wie z.B. handwerkliche Arbeiten) verpflichtet. Ferner gehörten die Bewohner der Mackeriege im Gegensatz zu den anderen Riegen unter die Gerichtsbarkeit der Stadt Norden. In der Beschreibung der Stadt und des [[Amt Norden | Amtes Norden]] von Hermann Wichmann Grems im Jahre 1735 steht: "... sind schuldig, bey dem Hochfürstl. Torff in der Torff-Scheune und zu den Schill-Feuren bey dem Hause Berum zu arbeiten; Hergegen geben sie auch keine Schatzungen und tragen keine weiteren onera, als daß sie den gewöhnlichen Liecent anderen gleich geben müßen". Ende des 18. Jahrhunderts befanden sich acht Häuser in der Mackeriege.<ref>Schreiber, Gretje (1994): Frohn- und Hofdienste in Norden, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 19. Februar 1994, S. 1ff.</ref>
Historisch war die Mackeriege eine Ortschaft bzw. eine Wohnstelle der Norder Umlandgemeinde [[Sandbauerschaft]]. Ihre Bewohner waren bis ins 19. Jahrhundert hinein dem [[Dominikanerkloster]] und nach dessen Säkularisation dem [[Amtsverwalter]] als Rechtsnachfolger gegen das Privileg der Steuerfreiheit zum Handdienst (Naturaldienste wie z.B. handwerkliche Arbeiten) verpflichtet. Ferner gehörten die Bewohner unter die Gerichtsbarkeit des [[Amt Norden|Amtes Norden]] und wurden entsprechend vor dem [[Amtsgericht Norden|Amtsgericht]] und nicht dem [[Stadtgericht Norden|Stadtgericht]] verurteilt, sollten sie dem Gesetze zuwider handeln.<ref>Schreiber, Gretje (1994): Frohn- und Hofdienste in Norden, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 19. Februar 1994, S. 1ff.</ref>


Die Mackeriege dürfte zu den ältesten Straßen im Stadtgebiet gehören. Mindestens seit etwa 1895 hat sich der Straßenverlauf nicht geändert.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref>
Die Mackeriege dürfte zu den ältesten Straßen im Stadtgebiet gehören. Mindestens seit etwa 1895 hat sich der Straßenverlauf nicht geändert.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Ende des 18. Jahrhunderts befanden sich acht Häuser in der Mackeriege. Für das Jahr 1848 sind 32 Einwohner belegt, die in acht Wohnhäusern wohnten. Ein durchschnittlicher Haushalt umfasste folglich vier Personen.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref>


== Gebäude und Plätze ==
Wie aus dem Adressbuch der [[Sandbauerschaft]] von 1912 hervorgeht, trug die Straße bereits in dieser Zeit ihren bis heute erhaltenen Namen.<ref>Lottmann, Elfriede (1998): ''Fast vergessen: Die Sandbauerschaft.'' In: ''Heim und Herd'' im Ostfriesischen Kurier (April 1998)</ref>
Die Straße besteht überwiegend aus Wohnhäusern. Daneben befindet sich hier die Agentur für Arbeit (Hausnummer 1) sowie die [[Gärtnerei Bodenstab]] (Hausnummer 5).


Früher befand sich hier zudem eine Außenstelle des Opferhilfevereins "Weißer Ring" (Hausnummer 7)
==Besonderheiten==
Bemerkenswert an der Mackeriege ist, da sie zusammen mit der [[Westerstraße]] und der [[Knyphausenstraße]] ein Dreieck bildet, dessen Winkel gen Westen größer wird. Die durchschnittliche Grundstücksgröße von ungefähr 200 qm ist selbst für innerstädtische Verhältnisse sehr klein. Dadurch bedingt ist auch die Grundfläche der Häuser, die im wesentlichen weitestgehend identisch sind, sehr klein und beträgt nur selten an die 100 qm. In den Gärten der Grundstücke sind häufig Schuppen aufzufinden, die ursprünglich als Ställe dienten. Die hier ansässigen Handwerker und Landarbeiter haben also nebenher noch im Garten Gemüse angebaut und etwas Vieh gehalten.


== Einzelnachweise ==
Man vermutet, dass ein Teil der beim Bau der Häuser in der Mackeriege verwendeten Ziegel zum Teil aus den Ruinen des im 16. Jahrhundert abgebrochenen [[Kloster Marienthal|Klosters Marienthal]] stammen. Bei der Renovierung einer historischen ''Friesenkate'' (Mackeriege 15) kamen im Jahr 2008 mit Lehm verbundene Ziegel zum Vorschein, die aufgrund ihrer im Kern oftmals unterschiedlicher Größen und ihres Formats größer als das im 19. Jahrhundert verwendete Ziegelformat waren. Auch fanden Arbeiter eine Ausgabe des [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesischen Kuriers]] von 1871.<ref>[https://mackeriege.com/ferienhaus/geschichte/ Beschreibung der Renovierungsarbeiten an einem Friesenhaus] in der angrenzenden Westerstraße, abgerufen am 8. Februar 2021</ref>
 
Weiterhin wurde während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] ein [[Bunker (Mackeriege)|Bunker]] auf dem Grund der späteren Hausnummer 6 errichtet, der noch einige Jahre nach Kriegsende existierte.
 
==Gebäude und Plätze==
Die Straße besteht überwiegend aus Wohnhäusern. Daneben befindet sich hier die Agentur für Arbeit (Hausnummer 1) sowie die ''Gärtnerei Bodenstab'' (Hausnummer 5). Früher befand sich hier zudem eine Außenstelle des Opferhilfevereins ''Weißer Ring'' (Hausnummer 7)
 
==Galerie==
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Datei:Mackeriege - Blick in die Straße - 22 04 2018.jpg|Blick in die Straße - Aufnahme vom 22. April 2018.
Datei:Mackeriege - Blick in Richtung Gartenfeld - 08 03 2008.jpg|Blick in Richtung Gartenfeld - Aufnahme vom 8. März 2008.
Datei:Mackeriege 3 - 19082006.jpg|Das alte Produktionsgebäude der Firma [[Döpke]], später als ''GAG Norden'' Teil der ARGE - Aufnahme vom 19. August 2006.
Datei:Mackeriege 3 - 17 04 2016.jpg|Mackeriege 3 - Aufnahme vom 17. April 2016.
Datei:Mackeriege 5 - 19 08 2006.jpg|Mackeriege 5 - Aufnahme vom 19. August 2006.
Datei:Mackeriege - Blick in die Straße - 04 09 2010.jpg|Blick in die Straße - Aufnahme vom 4. September 2010.
Datei:Mackeriege 5 - Gärtnerei Bodenstab - 19 08 2006.jpg|Mackeriege 5 - Gärtnerei Bodenstab - Aufnahme vom 19. August 2006.
Datei:Mackeriege - Blick auf Neubau - 03 10 2014.jpg|Blick auf zukünftigen Neubau Nr. 6a - Aufnahme vom 3. Oktober 2014.
Datei:Mackeriege - Blick auf Neubau - 31 12 2014.jpg|Neubau Nr. 6a - vor Fertigstellung - Aufnahme vom 31. Dezember 2014.
Datei:Mackeriege 17 - 19 08 2006.jpg|Mackeriege 17 - Gebäude nicht mehr vorhanden - Aufnahme vom 19. August 2006.
Datei:Mackeriege - Nach Abriss Nr. 17 - 17 04 2016.jpg|Nach Abriss Gebäude Nr. 17 - Aufnahme vom 17. April 2016.
Datei:Mackeriege - Neubau Nr. 17 - 22 11 2016.jpg|Blick auf zukünftiges Gebäude Nr. 17 - Aufnahme vom 22. November 2016.
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==Einzelnachweise==
<references/>
<references/>


== Siehe auch ==
==Siehe auch==
*[[Liste der Straßen in Norden]]
*[[Liste der Straßen in Norden]]
*[[Laukeriege]]
*[[Sandbauerschaft]]


[[Kategorie:Straßen in Norden]]
[[Kategorie:Straßen in Norden]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]

Aktuelle Version vom 25. Oktober 2024, 08:23 Uhr

Mackeriege

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Basisdaten
Stadtteil/-viertel Norden
Erschließungsjahr vor 1735
Namensgebung vor 1735
Historische Namen unbekannt

Die Mackeriege ist eine Landesstraße (L 27) in Norden. Die Straße grenzt nordöstlich an die Westerstraße und südwestlich an die Knyphausenstraße. Über einen Pfad kann man südöstlich zum Gartenfeld gelangen.

Geschichte

Herkunft des Namens

Als Riege bezeichnete man Straßenzüge, an denen sich die Häuser aneinanderreihten und die zunächst nur auf einer Straßenseite besiedelt waren. Bezüglich des ersten Bestandteils des Straßennamens gibt es zwei Theorien: Die erste lautet, dass der Straßenname sich aus dem Ruf- oder Familiennamen Macko oder Macke mit Riege zusammensetzt.

Die zweite - und wahrscheinlichere - Theorie lautet, dass sich Macke vom niederdeutschen Maken für machen herleitet. Die Ma(c)ke(r)riege war also die Straße der Macher, sprich der Arbeiter und bzw. oder Handwerker. Das Pendant stellt die Laukeriege dar, wo die Beamten des Norder Amtes wohnten.

Entwicklung

Historisch war die Mackeriege eine Ortschaft bzw. eine Wohnstelle der Norder Umlandgemeinde Sandbauerschaft. Ihre Bewohner waren bis ins 19. Jahrhundert hinein dem Dominikanerkloster und nach dessen Säkularisation dem Amtsverwalter als Rechtsnachfolger gegen das Privileg der Steuerfreiheit zum Handdienst (Naturaldienste wie z.B. handwerkliche Arbeiten) verpflichtet. Ferner gehörten die Bewohner unter die Gerichtsbarkeit des Amtes Norden und wurden entsprechend vor dem Amtsgericht und nicht dem Stadtgericht verurteilt, sollten sie dem Gesetze zuwider handeln.[1]

Die Mackeriege dürfte zu den ältesten Straßen im Stadtgebiet gehören. Mindestens seit etwa 1895 hat sich der Straßenverlauf nicht geändert.[2] Ende des 18. Jahrhunderts befanden sich acht Häuser in der Mackeriege. Für das Jahr 1848 sind 32 Einwohner belegt, die in acht Wohnhäusern wohnten. Ein durchschnittlicher Haushalt umfasste folglich vier Personen.[3]

Wie aus dem Adressbuch der Sandbauerschaft von 1912 hervorgeht, trug die Straße bereits in dieser Zeit ihren bis heute erhaltenen Namen.[4]

Besonderheiten

Bemerkenswert an der Mackeriege ist, da sie zusammen mit der Westerstraße und der Knyphausenstraße ein Dreieck bildet, dessen Winkel gen Westen größer wird. Die durchschnittliche Grundstücksgröße von ungefähr 200 qm ist selbst für innerstädtische Verhältnisse sehr klein. Dadurch bedingt ist auch die Grundfläche der Häuser, die im wesentlichen weitestgehend identisch sind, sehr klein und beträgt nur selten an die 100 qm. In den Gärten der Grundstücke sind häufig Schuppen aufzufinden, die ursprünglich als Ställe dienten. Die hier ansässigen Handwerker und Landarbeiter haben also nebenher noch im Garten Gemüse angebaut und etwas Vieh gehalten.

Man vermutet, dass ein Teil der beim Bau der Häuser in der Mackeriege verwendeten Ziegel zum Teil aus den Ruinen des im 16. Jahrhundert abgebrochenen Klosters Marienthal stammen. Bei der Renovierung einer historischen Friesenkate (Mackeriege 15) kamen im Jahr 2008 mit Lehm verbundene Ziegel zum Vorschein, die aufgrund ihrer im Kern oftmals unterschiedlicher Größen und ihres Formats größer als das im 19. Jahrhundert verwendete Ziegelformat waren. Auch fanden Arbeiter eine Ausgabe des Ostfriesischen Kuriers von 1871.[5]

Weiterhin wurde während des Zweiten Weltkriegs ein Bunker auf dem Grund der späteren Hausnummer 6 errichtet, der noch einige Jahre nach Kriegsende existierte.

Gebäude und Plätze

Die Straße besteht überwiegend aus Wohnhäusern. Daneben befindet sich hier die Agentur für Arbeit (Hausnummer 1) sowie die Gärtnerei Bodenstab (Hausnummer 5). Früher befand sich hier zudem eine Außenstelle des Opferhilfevereins Weißer Ring (Hausnummer 7)

Galerie

Einzelnachweise

  1. Schreiber, Gretje (1994): Frohn- und Hofdienste in Norden, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 19. Februar 1994, S. 1ff.
  2. Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
  3. Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848
  4. Lottmann, Elfriede (1998): Fast vergessen: Die Sandbauerschaft. In: Heim und Herd im Ostfriesischen Kurier (April 1998)
  5. Beschreibung der Renovierungsarbeiten an einem Friesenhaus in der angrenzenden Westerstraße, abgerufen am 8. Februar 2021

Siehe auch