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'''Julius Meyer''' (* 1817 in Bohmte;<ref>[https://www.heimatverein-hagen-atw.de/informationen/literatur/26-hvh/liegenschaften/190-beckeroder-eisenhuette Heimatverein Hagen am Teutoburger Wald], abgerufen am 4. Juni 2021</ref> † 1863 in Norden) war ein bekannter Norder Unternehmer. Er gründete die nach ihm benannte Firma ''Julius Meyer & Co.'', die 1848 die [[Osterburg]] und das dazugehörige Gelände erwarb und hier ein Eisenwerk errichtete, das als [[Eisenhütte]] bis heute eine Bekanntheit hat.
'''Julius Meyer''' (* 4. Oktober 1817 in Bohmte; † 14. März 1863 in Krakau) war ein aus Bohmte (bei Osnabrück) stammender und auch in Norden tätiger Unternehmer. Er gründete die nach ihm benannte Firma ''Julius Meyer & Co.'', die 1848 die [[Osterburg]] und das dazugehörige Gelände erwarb und hier ein Eisenwerk errichtete, welches als ''[[Eisenhütte]]'' bis heute eine Bekanntheit hat.


Neben der Eisenhütte in Norden soll er auch Besitzer einer weiteren in Beckerode (Ortsteil von Hagen am Teutoburger Wald) gewesen sein. Zwischen 1840 und 1846 war er zudem Geschäftsführer der Eisenhütte Holte bei Osnabrück sowie Mitbegründer des Hütten- und Bergwerksvereins von Georgsmarienhütte bei Osnabrück. Den Standort Norden wählte er seinerzeit als Ort für das Eisenwerk aus, da der [[Norder Hafen]] seinerzeit über gute Schiffsanbindungen mit England, seinerzeit eine Eisen- und Stahlhochburg, unterhielt. Dies war jedoch mehr Zufall, denn Meyer verweilte in Norden, als er auf der Durchreise nach Norderney war.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 111</ref>
Unter Branchenkennern wird Meyer zu den interessantesten Gründerzeitpersönlichkeiten der deutschen Eisenindustrie gezählt. Die Produkte der Norder Eisenhütte gehören zu den Exoten unter den historischen Gusseisenöfen. Die Firma war besonders für seine qualitativ hochwertigen und detailreichen Produkte bekannt.


Unter Branchenkennern wird Meyer zu den interessantesten Gründerzeitpersönlichkeiten der deutschen Eisenindustrie. Die Produkte der Norder Eisenhütte gehören zu den Exoten unter den historischen Gusseisenöfen. Die Firma war besonders für seine qualitativ hochwertigen und detailreichen Produkte bekannt.
==Leben==
Meyer war der Sohn eines wohlhabenden Gutsbesitzers. Sein Vater, der Postmeister und Hofbesitzer Meyer, gelangte im Jahre 1819 in den Besitz des ''Gut Astrup''. Nach dessen Tod erbte Julius, der vor allem als Förderer der Industrie und des Bergbaues im Osnabrücker Lande bekannt werden sollte, das Gut Astrup. In den folgenden Jahren nahm es einen großen Aufschwung. Ungewöhnlich für einen Industriellen wurde Meyer zu einem aktiven Mitglied des ''Rhedaer Kreises westfälischer Sozialisten'' und bot Karl Marx und Friedrich Engels 1846 die Übernahme von Druckkosten für das Werk ''Die deutsche Ideologie'' an. Die Verhandlungen mussten nach wenigen Monaten ergebnislos abgebrochen werden. Durch seine Mitgliedschaft war Meyer mit August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (bekannt als Textverfasser der deutschen Nationalhymne) sowie Ferdinand Freiligrath (Lyriker) befreundet.<ref>[https://heimatverein-hagen-atw.de/beckeroder-eisenhuette Bericht des Heimatvereins Hagen], abgerufen am 30. Juni 2021</ref>


== Einzelnachweise ==
Zwischen 1840 und 1846 war Meyer Geschäftsführer der Eisenhütte Holte bei Osnabrück sowie Mitbegründer des Hütten- und Bergwerksvereins von Georgsmarienhütte bei Osnabrück. Den Standort Norden wählte er 1848 als Ort für das Eisenwerk aus, da der [[Norder Hafen]] seinerzeit über gute Schiffsanbindungen mit England, eine Eisen- und Stahlhochburg, unterhielt. Dies war jedoch vor allem auch Zufall, denn Meyer verweilte in Norden, als er auf der Durchreise nach Norderney war und gelangte so zu dieser Erkenntnis. Der Betrieb war das erste Eisenhüttenwerk im damaligen Königreich Hannover.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 111</ref><ref name=":0">NLA AU WirtA NW WAN F 19 </ref>
<references />


==Quellenverzeichnis==
Das Unternehmen entwickelte sich zu einer der führenden Firmen im Bereich Kachelofenbau im deutschen Gebiet. Die Hauptabsatzgebiete waren Hannover, Lüneburger Heide, Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Hamburg. Zudem wurde auch nach Holland, Dänemark, Mexiko, und Ägypten exportiert. Der Anschluss Ostfrieslands an Preußen 1866 bewirkte Zollbarrieren gegen Eisen und Kohl aus England, auch der wirtschaftliche Aufstieg des Ruhrgebietes, besonders nach dem Krieg 1870/71, brachte eine Verschiebung der Frachtlage zu Ungunsten des Werkes mit sich.<ref name=":0" />
* [https://www.bundesarchiv.de/nachlassdatenbank/viewresult.php?sid=f22dd59602e4db82026f Eintrag im Bundesarchiv]
 
* [https://www.deutsches-eisenofenmuseum.de/sammlung_204.html Internetseite des Deutschen Eisenofenmuseums], abgerufen am 18. Februar 2021
Meyer starb am 14. März 1863 in Krakau (Polen). Er ist auf Gut Astrup bei Osnabrück beigesetzt. Die Begräbnisstätte, die sich ungefähr 125 Meter vom Hof Hempen entfernt nördlich der Wiesenstraße befand, wurde und um 1950 beseitigt. Die dort Bestatteten bettete man nach Schloss Holte in der Gemeinde Schloss Holte-Stukenbroek südöstlich von Bielefeld um.
 
==Familie==
Meyer war mit Dorothea Hermine Tenge (* 18. September 1816; † 15. März 1894 in Nieder Barkhausen) verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos, weshalb die Norder Eisenhütte nach Meyers Tod an die Familie Tenge ging.<ref>[https://www.geni.com/people/Julius-Meyer/6000000009111739754 Genealogische Aufzeichnung zu Dorothea Hermine Tenge], abgerufen am 14. April 2020</ref>
 
==Einzelnachweis==
<references/>
 
==Siehe auch==
*[[Wilhelm Landmann]]


[[Kategorie:Bürger der Stadt Norden]]
[[Kategorie:Bürger der Stadt Norden]]