Gräfin-Theda-Schule | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1912 | |||||||
| Erbauer | Stadt Norden | |||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau | |||||||
| Entwidmung | ||||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Gartenstraße 1
26506 Norden | |||||||
Die Gräfin-Theda-Schule war von 1912 bis 1927 eine ausschließlich Mädchen vorbehaltene Höhere Töchterschule
Geschichte
Die Gründung der Gräfin-Theda-Schule geht zurück auf die Überlegung zur Einrichtung einer Schule für höhere Mädchenbildung. Das Ulrichsgymnasium war seinerzeit nur Jungen vorbehalten, Mädchen war es daher unmöglich, einen gleichgelagerten Schulabschluss zu erlangen. So gründeten Norder Bürger bereits im Jahre 1850 eine Höhere Töchterschule in der Neuweger Schule. 1873 wurde die bis dahin privat betriebene Schule von der Stadt Norden übernommen und an wechselnden Standorten weiterbetrieben.[1]
Nach langer Planung wurde 1912 der Neubau des Schulgebäudes an der Gartenstraße verwirklicht. Die Schule wurde zu Ehren von Theda Ukena benannt. Theda war durch Heirat mit Ulrich Cirksena zur Gräfin von Ostfriesland aufgestiegen. Ein gemeinsamer Sohn Sohn war der spätere Graf Edzard Cirksena, genannt "Der Große".[2] Unklar ist, warum Theda als Namenspatronin gewählt wurde, wo doch beispielsweise Gräfin Anna, anders als Theda, maßgeblichen Anteil am Ausbau eines ostfriesischen Schulsystems hatte. Möglicherweise ging man damals noch irrigerweise davon aus, dass das Ulrichsgymnasium nach ihrem Mann benannt wurde und wollte daher die Gleichstellung der Schule mit dem Gymnasium betonen.
Die Schülerinnen kamen nicht nur aus Norden, sondern auch dem Umland und sogar von den ostfriesischen Inseln. Das hatte zur Folge, dass viele von ihnen in Pensionen oder bei Privatleuten im Stadtgebiet untergebracht waren, vor allem im sogenannten Mädchenpensionat Reins an der Westerstraße.[3] Noch in den 1920er Jahren war es üblich, dass die Schülerinnen Schulmützen trugen, die unterschiedliche Bänder aufwiesen und jährlich wechselten.[4]
Seit 1928 war auch Mädchen das Ablegen der Reifeprüfung (Abitur) am Norder Gymnasium möglich.[5] Dies war zurückzuführen auf die Umwandlung der Schule von einer Höheren Töchterschule zu einer städtischen Mittelschule (Realschule), wodurch die Geschlechtertrennung an beiden Schulen aufgehoben wurde. Die Umwandlung der Schule war jedoch erst 1930 abgeschlossen.[4]
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der Schulbetrieb vorläufig eingestellt, jedoch bereits am 18. September 1939 wieder aufgenommen. Da in vier Klassenräumen im Erdgeschoss bereits am 6. September ein Lazarett eingerichtet wurde, musste der Unterricht im Lehrerzimmer und in den Räumen im 1. Obergeschoss stattfinden.[6] Der Schulunterricht bestand während des Krieges vielfach aus aus Propagandaunterricht, so wurde etwa am 19. Februar 1940 ein Film mit dem Titel "Feldzug in Polen" gezeigt. In den Wintermonaten fiel der Unterricht oftmals wegen Kohlemangels aus, Teile der Lehrerschaft (u.a. der Direktor selbst) wurden zum Kriegsdienst einberufen.[6]
Nach Kriegsende kam es, bedingt durch einen Zuzug einer Vielzahl von Vertriebenen und Flüchtlingen aus den (ehemaligen) deutschen Ostgebieten zu einem starken Anstieg der Schülerzahlen. Besuchten 1944 noch gut 200 Kinder die Schule, waren es um 1950 bereits über 400. Zu Beginn der 1950er Jahren wurde das bei Weitem über seine Kapazitäten kommende Gebäude um einen Anbau erweitert. In diesem befindet sich heute das Medienzentrum. Ein Neubau war jedoch unbedingt erforderlich.[7] Die Raumot vergrößerte sich bis zum Bau des Schulzentrums in Ekel derart, dass der Unterricht an weiteren Standorten im Stadtgebiet abgehalten werden musste, so etwa im Saal des Altes Feuerwehrhaus, der Baracke an der Schulstraße oder sogar in einer Baubude nahe des Friedhofs.[8]
Schülerzahlen
| Schuljahr | Anzahl |
|---|---|
| 1944 | ca. 200 |
| 1950 | über 400 |
| 1965 | über 500 |
| um 1970 | ca. 700 |
Literatur
- Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 103-120
Einzelnachweise
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 103
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 106
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 107
- ↑ 4,0 4,1 Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 108
- ↑ Internetseite des Ulrichsgymnasiums Norden, abgerufen am 15. April 2021
- ↑ 6,0 6,1 Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 110
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 112
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 113