Die Stadt Norden ist ein Stadtteil innerhalb der Stadt Norden mit 17.561 Einwohnern (Stand: 31.12.2020), die sich auf einer Fläche von rund 13,38 km² verteilen. Gemessen an der Einwohnerzahl ist sie nach Emden, Aurich und Leer die viertgrößte Stadt Ostfrieslands und kann auf eine hochinteressante, wechselhafte Geschichte zurückbringen. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Stadt im Norder Vertrag aus dem Jahre 1255. Fälschlicherweise wird dieses als das Gründungsjahr angesehen, Belege für eine wesentlich frühere Existenz der Stadt reichen weit voraus.
Als Stammsitz wechselnder Häuptlingsgeschlechter war Norden über Jahrhunderte dominierender Ort des historischen Norderlandes und bedingt dadurch, dass die seit dem 15. Jahrhundert in Ostfriesland vorherrschenden Cirksenas hier über lange Zeit ihren Sitz hatten, auch der gesamten Region. Bis zum 31. Juli 1977 war die Stadt Norden Sitz des Landkreis Norden, der am 1. August jenes Jahres im Landkreis Aurich aufging.
Die Region um Norden ist vor allem durch die Landwirtschaft und den Tourismus geprägt. Letztgenannter ist heute der dominierende Wirtschaftszweig. Besonders im 19. und 20. Jahrhundert befanden sich jedoch auch eine Reihe bedeutender Industriebetriebe in der Stadt Norden, die bekannteste davon dürfte wohl die Firma Doornkaat sein, welche die Stadt über fast zwei Jahrhunderte maßgeblich prägte.
Namensherkunft
Wappen
Bevölkerungsentwicklung
Anmerkung: Die hier vorliegenden Daten beziehen sich jeweils auf die heute geltenden Grenzen. Daher werden bereits beispielsweise vor der Kommunalreform 1972 die Einwohnerzahlen der ab dann zu Norden gehörenden Stadtteile mitgerechnet.
| Jahr
|
Einwohner
|
| 1821
|
6.251
|
| 1848
|
7.096
|
| 1871
|
7.567
|
| 1885
|
8.898
|
| 1905
|
9.880
|
|
| Jahr
|
Einwohner
|
| 1925
|
11.025
|
| 1933
|
12.150
|
| 1939
|
12.338
|
| 1946
|
16.961
|
| 1950
|
18.124
|
|
| Jahr
|
Einwohner
|
| 1956
|
16.474
|
| 1961
|
16.144
|
| 1968
|
23.069
|
| 1969
|
23.173
|
| 1970
|
24.037
|
|
| Jahr
|
Einwohner
|
| 1971
|
24.177
|
| 1972
|
24.170
|
| 1973
|
24.132
|
| 1974
|
24.149
|
| 1975
|
24.202
|
|
| Jahr
|
Einwohner
|
| 1976
|
24.266
|
| 1977
|
24.334
|
| 1978
|
24.379
|
| 1979
|
24.299
|
| 1980
|
24.384
|
|
| Jahr
|
Einwohner
|
| 1981
|
24.336
|
| 1982
|
24.271
|
| 1983
|
24.246
|
| 1984
|
24.069
|
| 1985
|
23.772
|
|
| Jahr
|
Einwohner
|
| 1986
|
23.553
|
| 1987
|
23.960
|
| 1988
|
23.655
|
| 1989
|
23.630
|
| 1990
|
23.815
|
|
| Jahr
|
Einwohner
|
| 1991
|
24.040
|
| 1992
|
24.141
|
| 1993
|
24.131
|
| 1994
|
24.274
|
| 1995
|
24.328
|
|
| Jahr
|
Einwohner
|
| 1996
|
24.486
|
| 1997
|
24.683
|
| 1998
|
24.838
|
| 1999
|
24.931
|
| 2000
|
24.957
|
|
| Jahr
|
Einwohner
|
| 2001
|
24.845
|
| 2002
|
24.786
|
| 2003
|
24.943
|
| 2004
|
25.122
|
| 2005
|
25.122
|
|
| Jahr
|
Einwohner
|
| 2006
|
25.147
|
| 2007
|
25.280
|
| 2008
|
25.099
|
| 2009
|
25.044
|
| 2010
|
25.116
|
|
| Jahr
|
Einwohner
|
| 2011
|
25.010
|
| 2012
|
24.873
|
| 2013
|
24.887
|
| 2014
|
24.895
|
| 2015
|
25.117
|
|
| Jahr
|
Einwohner
|
| 2016
|
25.195
|
| 2017
|
25.056
|
| 2018
|
25.060
|
| 2019
|
24.873
|
| 2020
|
25.614
|
|
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Geografie
Gliederung
Geschichte
Verwaltung
Friesland - und damit auch Ostfriesland - unterstand, anders als sonst zur Zeit des Lehnswesens üblich, im Mittelalter keiner zentralen Herrschaft. Dieses Vorrecht, die "Friesische Freiheit" bekamen die Friesen der Legende nach von Karl dem Großen persönlich verliehen. Die Friesen unterstanden damit nur dem Kaiser und hatten ansonsten keine Herren über ihnen zu dulden. Stattdessen organisierten sie sich selbst in - mehr oder weniger - demokratischen Genossenschaften, in denen prinzipiell jeder gleichberechtigt war. Diese grundsätzliche Gleichberechtigung galt jedoch vielmehr für alle Eigentümer von Hofstellen und zugehörigem Land in ihren jeweiligen Dörfern und Kirchspielen (Pfarrbezirk). Die öffentlichen Ämter der Richter ("Redjeven") wurden durch jährliche Wahlen besetzt. Theoretisch standen diese Ämter allen Friesen offen, doch faktisch wurden diese insbesondere durch die Mitglieder der größten und wohlhabendsten Familien bekleidet.
Dieses mehr oder weniger feste Konstrukt konnte bis in das 14. Jahrhundert standhalten, als sich schließlich aus den wenigen reichen und einflussreichen Familien - entgegen der Prinzipien der Friesischen Freiheit - ein Adel bildete. Das 14. Jahrhundert war durch viele schwere Sturmfluten, wie die Zweite Marcellusflut im Jahr 1362 und eine verheerende Pestepidemie um 1350 geprägt. Viele Menschen kamen ums Leben und für die Überlebenden gab es größere Sorgen, um die sie sich kümmern mussten als die politische oder genossenschaftliche Teilhabe. Der Adel, der die Krisen besser als der große Teil der armen Bevölkerung überstand, nutzte diese Umstände, um seinen Einfluss zu vergrößern. Viele von ihnen verstanden es, die Lage geschickt zu ihrem Vorteil zu nutzen. Sie sahen ihre Autorität nicht mehr vom Willen der Gemeinde abhängig, sondern ihrem eigenen. Nach und nach formierten sich mehrere Häuptlingsgeschlechter in Ostfriesland. In der Westermarsch gelangten zunächst die Idzinga an die Macht, deren Hauptsitz in Itzendorf in der östlichen Westermarsch war. Ihre Steinhäuser, mit denen sie sich ohnehin von den oftmals erbärmlichen Behausungen der meisten Mitmenschen abhebten, vergrößerten sie weiter und formten daraus den ostfriesischen Typus an Burgen. Auch begannen sie, Söldnerheere aufzustellen, um ihren Machtanspruch im Zweifel mit Gewalt durchsetzen zu können.
Vor allem durch Kriege mit der mächtigen Hanse und dem Wiedererstarken der Großbauern verlor das Häuptlingswesen nach und seine Bedeutung. 1464 erhob Kaiser Friedrich III. den Häuptling Ulrich Cirksena in den Reichsgrafenstand und belehnte ihn mit Ostfriesland.
Bildung
Religion
Gesundheit und Soziales
Wirtschaft und Verkehr
Erwähnenswerte Bauwerke
Einzelnachweise
Quellenverzeichnis
Siehe auch