Hof Selden Rüst

Aus Norder Stadtgeschichte
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Hof Selden Rüst

Basisdaten
Entstehungszeit 16. Jhdt. (1788)
Erbauer unbekannt
Burgentyp Steinhaus mit Scheune
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Alleestraße 20

26506 Norden

{{#multimaps: Title = Hof Selden Rüst Text = Gebäude in Westgaste center = 53.59060361075367, 7.190616055752389 circle = 53.59060361075367, 7.190616055752389 : 50 zoom = 16 width = 300px height = 300px

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Selden Rüst (kurz "Seldenrüst") ist der Name eines Hofes aus dem 18. Jahrhundert an der Alleestraße 20 in Westgaste. Aufgrund eines seitlich des Eingangs als Wappenträger aufgestellten Löwen wird das Gebäude auch als "Löwenhaus" bezeichnet.

Geschichte

Als erster Besitzer wird Drost Ulrich Harringa genannt, dem unter anderem auch das Vossenhus gehörte. Der Hof war adelig frei, was bedeutet, dass der Besitzer keine Abgaben in Form von Steuern leisten musste und auch sonst über mehrere Privilegien verfügte. Allerdings musste er zu bestimmten Anlässen beim Hofe in Aurich erscheinen und dort Ritterdienste leisten.[1]

Denkbar ist, dass der Bauherr des heutigen Gebäudes ein wohlhabender Großbauer der Westgaste, damals noch Teil der Gemeinde Sandbauerschaft oder der Westermarsch war. 1761 brannte die ehemalige kleine Scheune ab, das Vorderhaus blieb stehen. 1788 wird der Hof wieder ein Raub der Flammen, da einer der Knechte auf der Dreschdiele geraucht hatte, sodass ein erneuter Neubau erforderlich wurde. Dadurch kam der Hof zu seinem Namen "Selden Rüst", was im Niederdeutschen "Selten Ruhe" bedeutet.[1]

Der Chirurg Johann Ludwig Clemens Wickel erstand das Gebäude 1818 zusammen mit seiner Ehefrau Siemke Muhlenben Fegtes und ließ einen drei Diemat großen Garten, wohl im französischen Stil, anlegen. Nach ihm wurde die Besitzung "Wickelbörg" genannt, woraus später Wickelei bzw. Wickelee wurde.[1] Um 1860 wurde das Gebäude um den bis heute erhaltenen, landwirtschaftlichen Anbau erweitert.[2]

Die heutigen Besitzer betrieben in dem Hof bis zum Jahr 2014 mehrere Ferienwohnungen.

Beschreibung

Das Gebäude ist ein Gulfhaus des ostfriesischen Typs. Der geschweifte Giebel des Gebäudes ist mit vier Figurenaufsätzen verziert, welche Wassergottheiten darstellen. Seinen Namen erhielt das Haus von den seitlich des Eingangs als Wappenträger aufgestellten Löwen. In seinem Inneren gibt es ein im Verlaufe mehrerer Jahrhunderte entstandenes Kachelzimmer mit italienischen Kacheln, Bibelfliesen und Delfter Kacheln. Bei den jüngsten Sanierungsarbeiten wurden zudem im Küchenbereich Deckenmalereien entdeckt, welche die Eigentümer im Zuge der Renovierung freilegen ließen, wodurch sie nun wieder sichtbar sind.[3]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript
  2. Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich – Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 80
  3. Beschreibung auf RouteYou.de, abgerufen am 12. April 2021

Siehe auch