Bargebur ist ein Stadtteil von Norden und hat 442 Einwohner (Stand: 31.12.2020), die sich auf einer Fläche von rund 0,65 km² verteilen.
Bargebur | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Höhe | 1,8 m ü. NN |
| Fläche | 0,648 km² |
| Einwohner | 442 (31.12.2020) |
| Eingemeindung | 1. Juli 1972 |
| Bevölkerungsdichte | 682 Einwohner/km² |
Namensherkunft
Die genaue Herkunft bzw. Ableitung des heutigen Ortsnamens ist nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich handelt es sich bei "Barge" um eine Herleitung des Plurals von "Berge", da sich der Ort am Hang der sich nach Osten erhebende Geest befindet. Alternativ ist eine Herleitung von einem nicht belegten altfriesischen Substantiv "berg" für "Bergung" bzw. "Schutz". Das Grundwort "Bur" für "Bauerschaft" wurde erst später angehängt.
Bevölkerungsentwicklung
Für das Jahr 1848 sind 13 bewohnte Häuser mit insgesamt 82 Bewohnern nachgewiesen.
Geografie
Bargebur wurde auf einem etwa 1,8 m über Meeresniveau (NN) liegenden Geestrücken gegründet und liegt damit wie die Norder Innenstadt weit genug über dem Meeresspiegel, um aus historischer Betrachtung weitestgehend vor Überflutungen geschützt zu sein. Der Ort ist von unterschiedlichen Bodenarten umgeben: Im Osten, Süden und Nordwesten findet sich Plaggenesch (unterlagert von Podsol-Gley) an. Im Norden und Südwesten tangiert Kleimarsch den Ort und im Westen ist Podsol-Grund zu finden.
Im Norden grenzt Bargebur an Norden, im Osten an Tidofeld sowie im Westen an Süderneuland II. Im Süden liegt die Nachbargemeinde Lütetsburg, zu der Bargebur einst gehörte.
Geschichte
Mittelalter
Eine erstmalige Erwähnung findet der Ort im Jahr 1433, als es zwischen den Häuptlingen Fokko Ukena und Ulrich Cirksena zu der sogenannten Schlacht von Bargebur im Rahmen der "Ostfriesischen Freiheitskämpfe" kam. Für das Jahr 1436 ist eine Erwähnung des Ortes als "to Berghum" belegt. Spätere Bezeichnungen waren "to Bergen in Norderlande" (1445), "inn Bargerburhen" (1553), "Bergerbur" (1599) und "Bargerbuhr" (1787). Die heutige Schreibweise ist schließlich seit 1871 belegt. Weitere Namen sind "Westekelbur" und "Bergum".
Neuzeit
Überregionale Beachtung fand Bargebur unter anderem wegen einer der zahllosen Glaubenskonflikte im ausgehenden Mittelalter bzw. der Neuzeit. Nachdem die Reformation im 16. und 17. Jahrhundert auch Einzug in Norden hielt, beabsichtigte die stetig wachsende evangelisch-reformierte Gemeinde eine Kirche innerhalb der Stadtgrenzen von Norden zu errichten. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch bereits von Anfang an am Widerstand der Norder Bürger, welche größtenteils evangelisch-lutherisch waren. Die reformierten Christen mussten ihre Gottesdienste außerhalb der Stadtgrenzen abhalten. Spätestens ab 1559 stellten ihnen die Herren von Lütetsburg ihre Kapelle zur Verfügung, erstmalig Unico Manninga.
Ab 1677 gestattete Dodo II. zu Innhausen und Knyphausen, Graf von Lütetsburg, den Reformierten, ihre Gottesdienste in Bargebur abzuhalten. Dafür stellte er ihnen den sogenannten Olyschlag neben der Bargeburer Mühle zur Verfügung. Der Graf gestattete den reformierten Christen letztlich im Jahr 1680, eine Kirche auf seiner Grundherrschaft zu errichten. Der Baubeginn wird auf den 12. Juli 1680 datiert. Das für den Bau notwendige Land schenkte der Graf der Gemeinde bereits 1679. Die Norder Lutheraner sahen hierin eine Verletzung ihrer Privilegien und versuchten, den Bau der Kirche durch Sabotageaktionen und Überfälle zu verhindern. Der Bau der Kirche kam dadurch gänzlich zum Erliegen.
Dodo II. stand zu jener Zeit als Hofkammerpräsident (eine Art Finanzminister) im Dienste von Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg und Herzog von Preußen, dessen Truppen seinerzeit Greetsiel besetzten. Auf Bitten von Dodo II. verlegte der Kurfürst 1684 einen Teil dieser Truppen nach Bargebur, um den Bau zu schützen, sodass die Bargeburer Kirche schließlich im selben Jahr - innerhalb von nur vier Monaten - fertiggestellt werden konnte.
Bis zur Gemeindereform im Jahr 1972 war Bargebur Teil der Nachbargemeinde Lütetsburg und damit mehr oder weniger eine Exklave dessen, da Tidofeld bereits seit 1952 zu Norden gehörte.
Erwähnenswerte Gebäude
Erhaltene Gebäude
Abgebrochene Gebäude
Quellenverzeichnis
- Beschreibung von Bargebur in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft

