Seehundstation Norddeich
Seehundstation Norddeich | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1991 | |||||||
| Erbauer | Peter Janssen Gruppe | |||||||
| Bauweise | Seniorenheim | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Wattweg 3
26506 Norden | |||||||
Das Seehundstation Norddeich ist neben der Seehundstation in Friedrichskoog (Schleswig-Holstein) die einzige staatlich anerkannte Betreuungsstation. Zwischen 80 und 180 verwaiste Seehunde, aber auch Kegelrobben werden hier pro Jahr aufgezogen und wieder ausgewildert.
Aufgaben
Die Aufgaben der Seehundstation umfassen im Wesentlichen die Aufzucht und den Schutz der Seehunde, die Erforschung dieser Seehunde und Aufklärung der Bevölkerung durch Öffentlichkeitsarbeit.
Im Mittelpunkt steht die Aufzucht von mutterlosen Seehunden, sogenannten "Heulern". Nach erfolgreicher Pflege gehören auch die Auswilderung und Markierung der aufgezogenen Seehunde dazu. Der Schutz der Seehunde umfasst aber auch den Schutz seines Lebensraumes.
Die Seehundstation dient zudem der Sammlung aller erreichbaren Daten über den Seehund und seinen Lebensraum, die auch über die Sektion verendeter Seehunde und anderer Meeressäuger gewonnen werden. Daneben werden weiterführende Spezialuntersuchungen vorgenommen, zum Teil im Rahmen der Durchführung von Forschungsaufträgen. Die Arbeit der Seehundstation erfolgt in stetem Austausch mit in- und ausländischen Aufzuchtstationen, Forschungseinrichtungen und anderen Institutionen.
Herausragende Bedeutung im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit haben die mehr als 250.000 Besucher, die die Station jährlich besuchen und informiert werden. Darüber hinaus gibt die Seehundstation alle zwei Jahre eine Dokumentation heraus, veröffentlicht Bücher und Informationsblätter, veranstaltet Dia- und Video-Vorträge, hält Seminare, organisiert Ausstellungen und pflegt ihre eigene interaktive Umweltbildungsausstellung.
Geschichte
Die Initiative zur Gründung einer Seehundaufzuchtstation ging von der örtlichen Jägerschaft auf. Die Seehundpopulation erreichte in den 1960er Jahren einen dramatischen Tiefstand, nachdem diese durch Überjagung, Seuchen und Umweltverschmutzung jahrzehntelang stark dezimiert wurde. So wurde die Seehundjagd im Land Niedersachsen erst 1971 verboten. Im selben Jahr beschloss die Jägerschaft Norden mit finanzieller Unterstützung der Landesjägerschaft Niedersachsen die Gründung einer solchen Station. Diese wurde zunächst am Schwanenteich errichtet. Am 25. Juni 1971 wurde der erste Heuler aufgenommen, welcher in Greetsiel von einem Fischer gefunden worden war. Nach erfolgreicher Aufzucht wurde er am 3. Oktober 1971 wieder ausgewildert.
1978 wurde der Verein zur Erforschung und Erhaltung des Seehundes e.V. gegründet, eine wichtige Grundlage für den Neubau der Seehundstation im Stadtteil Norddeich 1980. Am 1. Januar 2006 übernahm der Verein, der sich zu 98 Prozent selbst finanziert, das Nationalpark-Haus Norddeich, das von 1992 bis 2005 von der Stadt Norden betrieben wurde. Im Winter 2006/2007 wurde die Seehundstation Nationalpark-Haus Norden-Norddeich vollständig umgebaut. Am 20. Oktober 2018 wurde der „Forscherbereich“ eine interaktive Ausstellung zu aktuellen Forschungsvorhaben, durch Umweltminister Lies eröffnet.
Für den Bau einer Quarantänestation erwarb der Verein im Dezember 2002 das Gebäude der ehemaligen Küstenfunkstelle „Norddeich Radio“. Im November 2005 eröffnete der Landwirtschaftsminister des Landes Niedersachsen, Heiner Ehlen, die Quarantänestation für Meeressäuger. Sechs Monate später wurde eine Ausstellung über Wale eröffnet. Am 11. Juni 2006 wurde vom damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff das „Waloseum“ eingeweiht. Am 7. August 2007 weihte Umweltminister Sander die Ausstellung „Vogelwelt der Küste“ ein. Am 6. April 2019 folgte die Einweihung der neuen Ausstellung „Wale der Welt“ durch Umweltminister Lies.
Quellenverzeichnis
- Chronik der Seehundstation, abgerufen am 18. März 2021