Fridericussiel

Aus Norder Stadtgeschichte
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Fridericussiel

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Basisdaten
Entstehungszeit 1775
Erbauer unbekannt
Bauweise Siel
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Raiffeisenstraße

26506 Norden

Das Fridericussiel ist ein 1775 erbautes Siel, mit dessen Fertigstellung die Landrückgewinnung von Süderneuland abgeschlossen wurde. Es wurde nach Friedrich dem Großen (Fridericus Rex) benannt, dem berühmten König von Preußen in dessen Regierungszeit der Bau des Siels fiel. Ostfriesland war zu dieser Zeit eine preußische Provinz. Vor dieser Ehrung wurde das Fridericussiel auch allgemein als "Addinggaster Siel" bezeichnet. Ein Siel ist eine Schleuse; eine Vorrichtung, um Wasser zu stauen und geregelt durchzulassen.[1]

Geschichte

Nachdem das südlich der Stadt Norden gelegene Land durch mehrere verheerende Sturmfluten im 14. Jahrhundert, insbesondere durch die Erste Dionysiusflut überflutet wurde und aufgegeben werden musste, begann man um 1556 schrittweise mit der Landrückgewinnung. Das neue Land nannte man fortan Süderneuland. Zur Landrückgewinnung waren umfangreiche Baumaßnahmen nötig, es mussten Deiche erbaut und Entwässerungsgräben gezogen werden. Mit der Fertigstellung des Fridericussiels im Jahr 1775 wurde dieser Prozess abgeschlossen. Das Siel entwässerte das Süderneuland fortan in das Norder Tief.[2]

Erbaut wurde das Siel aus massivem Stein. Die Inschrift auf dem neuen steinernen Siel, die in Latein erfolgte, lautet in deutscher Übersetzung: "Unter der Regierung Friedrich des Großen, als H. Damm Praetor war und U. W. Ukens, H. J. Ippen und H. H. Peters Curatoren waren und Adv. Loth und Ubben Itzen und H. O. Agena Administratoren, wurde dieser Siel erbaut. Möge er den Wünschen entsprechen." Auch findet sich das Siel und die Buchstaben "F" und "R" bis heute im Wappen von Süderneuland I.[3]

Bereits ab 1818 verlor das Fridericussiel weitestgehend seine Bedeutung für die Entwässerung des Süderneulandes, nachdem die Norder Fehngesellschaft den Fehnkanal erbaute und das Addinggaster Tief auch in diesen Kanal und dadurch in das Norder Tief entwässern konnte. Die Fehngesellschaft musste dafür der Addinggaster Sielacht eine neue Ausmündung ihres Tiefs schaffen.[4]

Seit 1929 wird ein Großteil des städtischen Wassers über das Leybuchtsiel sowie ab 1991 durch das Leysiel entwässert.

Aufgrund starker Baufälligkeit wurde die Überwegung über das Siel ab 2015 für breite Kraftfahrzeuge durch Baumaßnahmen verengt, ohne seine Substanz anzugehen. Eine Sanierung ist dringend erforderlich, scheitert jedoch bis heute an den aufgrund des Denkmalschutzes eklatanten Kosten.

Funktionsweise

Wie praktisch alle alten Siele regulierte sich das Siel allein durch den Druck des Wassers. Die zum Entwässerungsgraben, in diesem Fall das Norder Tief, gewandten Holztore öffneten sich bei Niedrigwasser bzw. Ebbe, wodurch das Wasser abgelassen werden konnte. Umgekehrt schlossen sich die Tore, wenn das Wasser anstieg. Heute werden Siele mechanisch geöffnet und geschlossen.

Einzelnachweise

  1. Schiller, Karl/Lübben, August (1875): Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 4, S. 206
  2. Historische Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft
  3. Schreiber, Gretje (2014): Nordens Schifffahrt und Handel, Manuskript
  4. Janssen, Theodor (1967): Gewässerkunde Ostfrieslands, Aurich, S. 133

Siehe auch