Im schwarzen Roß

Aus Norder Stadtgeschichte
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Im schwarzen Roß

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Basisdaten
Entstehungszeit 1831
Erbauer Heere Heeren
Bauweise verputzter Backsteinbau
Erhaltungszustand erhalten (abbruchreif)
Genaue Lage Brückstraße 19

26506 Norden

Im schwarzen Roß (auch: Bengens Gasthof) war der Name einer Gaststätte, die bis zu ihrer Schließung etwa zu Beginn der 2000er Jahre die älteste, noch bestehende der Stadt war. Seit der Schließung steht das Gebäude leer und befindet sich in einem desaströsen Zustand. Ein Norder Kaufmann erwarb es, um damit gegen das Norder Tor zu protestieren. Bis heute wird es dem Verfall überlassen und stellt einer der größten Schandflecke der Stadt dar.

Fälschlicherweise wird der Gasthof auch manchmal Zum schwarzen Roß genannt.

Geschichte

Die Gaststätte wurde 1831 von Heere Heeren als solche gebaut und betrieben. 1903 ging sie in den Besitz der Familie Bengen über, woraus sich der Alternativname erklärt. Bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg kehrten hier vor allem Bauern aus der näheren Umgebung auf ihrem Rückweg vom Ein- oder Verkauf in der Stadt ein oder wenn sie sonntags den reformierte Gottesdienst in der Bargeburer Kirche besuchten. Auch die Torfschiffer der Norder Fehngesellschaft kehrten hier gerne ein.[1]

Zuletzt genoss die Gaststätte bei einigen Mitbürgern einen eher zweifelhaften Ruf und verkam immer weiter, ehe sie in den 2000er Jahren schließen musste und schließlich im Zuge des Baus des Norder Tors von einem Norder Kaufmann erworben wurde, der damit offenbar gegen den vorgenannten Bau protestieren oder sich zumindest ein Mitspracherecht erzwingen wollte. Seitdem ist das Gebäude eine gänzlich abbruchreife Ruine und einer der größten Schandflecke der Stadt, wenngleich die einliegende Wohnung noch einige Zeit nach dem Eigentümerwechsel bewohnt wurde.

Trivia

In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg wurde im Gasthof heimlich Schnaps gebrannt, wovon bald auch die örtliche Polizei erfuhr. Ein Polizeibeamter meldete sich daraufhin bei einem Nachbarn an, um die Geschehnisse von dort zu beobachten. Der Nachbar gab dem Wirt jedoch darüber Bescheid und gestand dies später auch der Polizei.[2]

In der Zeit um 1812 hatte der Gasthof die alte Hausnummer 140.[3]

Galerie

Einzelnachweise

  1. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 178
  2. Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 154f.
  3. Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 1

Siehe auch