Armenverband Norden

Basisdaten
Gründung um 1557
Auflösung (vor) 1920
Rechtsform Armenverband
Hauptsitz Am Zingel 18

26506 Norden

Der Armenverband Norden (auch: Gesamt-Armenverband Norden) war eine öffentlich-rechtliche Körperschaft der Stadt, die zuständig für die sogenannte Armenpflege war. Nachdem es über Jahrhunderte üblich war, dass sich die Kirche und ihre Einrichtungen der Armenpflege bzw. -hilfe verpflichtet fühlte, ging diese Aufgabe ab dem Spätmittelalter nach und nach auf die Städte und Gemeinden über. Neben der Stadt war der Armenverband auch für die Norder Umlandgemeinden zuständig und damit fest im Kirchspiel Norden verankert.

Neben dem städtischen Armenverband gab es zudem noch den Verein für freiwillige Armenpflege, der von Privatpersonen finanziert und betrieben wurde.

Geschichte

Seinen Hauptsitz hatte der Verband im sogenannten Gasthaus, das zunächst im ehemaligen Torf- und Brauhaus des Klosters Marienthal ansässig war und dort später neu errichtet wurde. Die Aufgaben des Armenverbandes umfassten letztlich die bis zu dessen Säkularisierung vom Kloster wahrgenommenen Zahlungen in Form von Geld oder Naturalien (z.B. Nahrung) an unterstützungsbedürftige Personen, die Gewährung von Pflege und Unterbringung in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen und die Fürsorge für arme Kinder und deren Unterbringung in Heimen und Pflegefamilien.

Finanziert wurden der Armenverband vor allem durch Zuwendungen von Stiftungen, Spenden, Steuern (Armensteuern), staatliche Umlagen und Einkommen aus der Bewirtschaft und Verpachtung von sogenanntem Armenland sowie den Wiegegebühren der Stadtwaage. Auch kam es vor, dass Bußgelder der Polizei oder gerichtliche Strafen an den Armenverband flossen.[1]

Spätestens seit 1920 ging die Trägerschaft der Armenpflege auf den Landkreis Norden über.[2]

Leitung

Geleitet wurde der Armenverband von vier Armenvorstehern, das Gasthaus selbst wurde von einem Gastvater und einer Gastmutter geleitet.[3]

Einzelnachweise

  1. Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 97
  2. Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 129
  3. Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 107

Siehe auch