Idzingaburg

Basisdaten
Entstehungszeit 13. Jahrhundert
Erbauer Häuptlingsgeschlecht Idzinga
Burgentyp Steinhaus
Erhaltungszustand geschliffen
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Die Idzingaburg war eine Burg, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge Linteler Straße und Ulmenweg befunden hat.

Erbaut wurde die Idzingaburg vermutlich im 13. Jahrhundert vom Häuptlingsgeschlecht Idzinga, die zu dieser Zeit großen Einfluss in und um Norden hatten und wohl auch die Oldeborg am südwestlichen Marktplatz und die Osterburg an der östlichen Stadgrenze von Norden errichtet haben. Spätestens ab 1434 ist die Burg als "Ore Itzinga Borch" nachgewiesen. In diesem Jahr sollte offensichtlich das Bollwerk und die Vorburg ("Ore borch, von der de Noerdersydt und dat boellwerck van de Vorborch") eingeebnet werden, das Hauptgebäude jedoch erhalten bleiben ("fruw Himen borch staende bliven ihn all ore herlicheit, so se dan iss."). Ursächlich war, dass die letzte Idzinga, Hima Idzinga, keusch im Kloster Marienthal lebte, damit besitzlos geworden war und dort letztlich 1439 kinderlos starb, womit das Geschlecht der Idzinga erschloss. Die Burg fiel daraufhin vermutlich an einen Mann namens Tanno aus dem Geschlecht der Kankena und wurde später eingeebnet.

Das ehemalige Gelände der Burganlage wird im Westen begrenzt von der Linteler Straße, im Süden vom Kiefernweg im Norden vom Ulmenweg und im Osten vom Barenbuscher Weg. Heute durchschneidet die Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole den ehemaligen Besitz.

Die deutlichsten Überreste der Idzingaburg sind die noch heute erkennbaren Wassergräben entlang des Ulmenwegs, die die Burg schützend umgaben und auf dessen nördlicher Seite sich heute ansehnliche Stadtvillen befindet. Auf der unmittelbaren Burgstelle steht heute ein (teilweise) reetgedecktes Wohnhaus. Die erhabene Lage der Burg ist deutlich als Anhöhe im Landschaftsbild zu erkennen.

An der Stelle des Barenbuscher Weg 23 befand sich das bis zum Brand 1892 und dem darauffolgenden Abriss das Haus Barenbusch, bei dem es sich um das Schatthaus (Schatzhaus) der Idzingaburg gehandelt hat. Die hier gefundenen, zu Schmuckstücken umgearbeiteten Goldmünzen weisen darauf hin, dass die Idzingas schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts als Adelsfamilie anzusehen waren und offensichtlich auch am Kreuzzug von 1217 teilgenommen hatten.

Quellenverzeichnis

  • Arends, Friedrich (1824): Erdbeschreibung des Fürstenthums Ostfrieslands und des Harlingerlandes, Emden, S. 375
  • EBIDAT - die Burgdatenbank, abgerufen am 14. Januar 2021
  • Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
  • Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff.
  • Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript
  • van Lengen, Hajo (2009): Friesische Landes- und Stadtgemeinde im Mittelalter. Der Fall Norden/Ostfriesland, S. 175

Siehe auch