Westerstraße 89
Westerstraße 89 | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1656 | |||||||
| Erbauer | unbekannt | |||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Westerstraße 89
26506 Norden | |||||||
Das Haus Westerstraße 89 (auch: Haus Jatzke) ist ein im Stile der Renaissance errichtetes Gebäude in Norden. Es befindet sich im Winkel der Westerstraße und der Posthalterslohne.
Geschichte
Das Gebäude wurde 1656 im Stile der Renaissance errichtet. Um 1850 gehörten Haus und Gründstück dem jüdischen Textilkaufmann de Loewe, der ein Geschäft am südlichen Neuen Weg betrieb. Dieser veräußerte das Anwesen im Jahre 1908 an den aus Oberschlesien stammenden Korbmacher Wilhelm Jatzke. Zu seinen bekanntesten Produkten zählten Kinder- und Puppenstrandkörbe, die vor allem nach Norderney verkauft wurden. Darüber hinaus stellte er Korbsessel, Einkaufskörbe, Teetopfhenkel, Blumenständer und Körbe unterschiedlicher Größe für den Hausgebrauch sowie die Landwirtschaft her.[1] Neben ihm gab es seinerzeit noch drei weitere Korbmacher in Norden, die allesamt ein gutes Auskommen erreichen konnten.[2]
1935 starb Jatzke, sein Sohn Reinhard Jatzke wandelte den väterlichen Betrieb ab 1937 in eine Schusterwerkstatt um. Da dieser jedoch bereits 1949 an einer im Krieg erlittenen Verletzung verstarb, ging die Schusterei relativ zeitnah wieder ein. Dennoch blieb das Gebäude bis mindestens 1989 im Besitz der Familie Jatzke. Die historische Bausubstanz konnte dabei über die Jahrhunderte weitestgehend erhalten werden, lediglich das dekorativ gestaltete Mauerwerk an der Stirnseite des Hauses wurde 1967 bis 1968 mithilfe öffentlicher Mittel restauriert.[3]
Beschreibung
Die doppelten Entlastungsbögen mit Diamantenquaderung über den einstigen Kreuzstockfenstern geben Zeugnis von der früheren Schönheit des Gebäudes. Der Giebel zeigt Staffeln und Viertelkreise, sandsteinere Gesimse sowie eine Giebelkrönung in Form einer Muschel aus Sandstein. Über dem mittleren Fenster des Obergeschosses verweist eine sandsteinerne Tafel auf das Baujahr 1656.[4] Im Mauerwerk wurden vielfach handgebackene Steine aus Südholland verwendet.[3]
Einzelnachweise
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 212
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 213
- ↑ 3,0 3,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 213
- ↑ Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 169f.